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Fragwürdiges Niemandsland – Nullpunktmale(rei)

Wahrnehmung ist eine menschliche Leistung! Aus unendlichem Sein werden endliche Gebilde und geformte Abbildungen, die wiederum auf das Unendliche verweisen können.

Die Blockade erlauben, das Verwehrte ermöglichen…

Unaussprechliches in Bilderformen gebären und mir Freiraum gewähren…

Jedes Anfangen ist eine Zensur, das unendlich Unwahrscheinliche erlaubt sich und der Schritt ins für mich selbst Unbekannte ergreift mich…

13 Bilder an zwei Sommertagen erschienen auf dem Hintergrund der äußeren Landschaft und in radikaler Erlaubnis hoben sich die inneren Landschaften in den Vordergrund…

Hier und heute bis auf Widerruf die öffentliche Schau:

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Die Geisterbahn in mir und Impulse von Gabor Maté zum Navigieren in Abhängigkeitsprozessen

Sucht und Abhängigkeiten sind Strukturen in die ich hinein inkarniert bin. An fing es schon im Mutterleib wachsend in einer sport- und magersüchtigen Frau, deren Mutter zu der Zeit in der Alkoholsucht unterging nachdem ihr Mann an den Folgen der Alkohol- und Zigarettensucht verstarb. Auf der Vaterseite schaut es ähnlich dicht mit Abhängigkeitsprozessen aus. Zwangsverhalten und Süchte umgaben mich und so habe ich einiges ausprobiert und manches mir zu eigen gemacht, um das Leben auszuhalten wie es war. Erst mal mit 8+ Jahren ab und an zu viel Alkohol und als das in einer richtig bösen Erfahrung im betrunkenen Zustand mündete, ging es in die Gegenrichtung weg von Kontrollverlust suchen hin zur Selbstkontrolle. Mit 16+ Jahren etablierten sich Sportzwang und Magersucht. Mama lässt grüßen. Letztere ließ sich abschwächen ohne mich in der Tiefe ihrer inneren antreibenden Strukturen bis jetzt verlassen zu habe.

Die Verhaltensweisen sind gesünder, aber der innere Druck ist immer noch vorhanden. Oft stecke ich in einer Anspannung mir weder begegnen noch vor mir mehr weglaufen zu können. Vielem in und um mich bin ich ausgeliefert. Da ist eine Verzweiflung zu wissen, dass ich mit mir in Kontakt sein muss, um zu leben und es oftmals nicht zu können. Milder sein, weicher mit mir ein steiniger Weg. Es kostet viel Kraft Teile von mir anzuhalten. Zügellos wirkt die gnadenlose Disziplin bis zur Zerstörung des Körpers. Da ist ein „du musst alles geben, egal wie es ausgeht, zumindest muss voller Einsatz von dir gekommen sein“ sonst ist da ein unangenehmer Vorwurf am Laufen. Mitunter kommt es mir vor als wäre ich fürs Überleben am Schlachtfeld oder auf der Intensivstation gemacht und nicht für ein friedliches, entspanntes Leben. Genau hier liegt das Problem: Leben braucht keinen Kampf und keine Kriege mehr. Es muss nicht mehr erzwungen werden, denn es ist längst da. So findet auch der bester Krieger und die größte Kämpferin das eigenes Ende nicht unter dem Schwert eines anderen, sondern im Ozean der eigenen Tränen.

Eine Zeit lang hat die Disziplin mich am Leben gehalten und dann viel länger Halt gegeben. Gleichzeitig ist sie eine mitunter bewunderte geheime Bürde, die ich nicht erklären und in Kontakt bringen kann. Was es gibt an guten Konzepten bis hin zum Yoga macht sich in mir mit Druck breit als Verpflichtung. „Steh auf, wenn du kannst dann beweg dich! Beatme dich sonst stirbst du, mach dich hart, bereite dich auf den Lebenskampf vor, trainiere sonst wirst du schwach, hilflos(er), lethargisch und letztlich nutzlos, weil nicht mehr hilfreich und funktional. Atmen zumindest musst du mehr atmen und Atemübungen machen.“ so klingt das wenn mein Verstand denkt er muss mich zum Leben zwingen. Zwingen zum Weiterleben, zum wachsam Sein, zum Lernen, zum Arbeiten, zum Helfen, zum Tun, zur Bewegung, zum Essen. Es hat was Maschinelles das menschliches Dasein versucht und alle möglichen Programme ausprobiert ohne weiterzukommen, weil ihm das menschliche Anfangsgefühl fehlt. Dieses Netzwerk und die Vielfalt an Bewusstseinszuständen sind schwierig, wenn das Körpergefühl und die Liebe zum Navigieren fehlen. So habe ich gelebt getrieben auf Wahrheitssuche und andauernd mich regulierend, um dazu zugehören und weiter am gesellschaftlichen Leben teilnehmen zu können. Bis es nicht mehr ging und auch nicht mehr geht, weil der Zwang alle Lebensenergie verbraucht (hat). Letztlich zerstörte der Zwang sich selbst und legte mich flach mit der Botschaft „Knie dort nieder und lasse deinen Kopf voller Aufrichtigkeit hängen!“. In den folgenden Monaten des Krankseins wurde ich mehr und mehr aufgebrochen und einiges zerbrach auch ganz.

Gestoppt ist da ein Tornado an Not, die kontaktlos alleine zu halten ist. Immer hilfloser werdend im „Muster stoppen“ erlebe ich viele Versuche wieder auf sie zugreifen, um den Halt zu erfahren den sie mir geben. In mir ist viel Angst vor Haltlosigkeit und Kontrollverlust. Massen an verzweifelt auszuhaltender Not wieder so hilf- und haltlos zu sein, wie ich war bevor ich meine Bewegungen und Nahrungszufuhr steuern, lenken und kontrollieren konnte. Gerade die Bewegung und die Ernährung sind ein lebenslang in Balance zu bringender Lebensinhalt der nicht wie andere Substanzen oder Verhalten weggelassen werden können. Es braucht fortwährend ein Heilsames zuführen und anderes so es geht weglassen. Beim Essen fällt es mir mittlerweile leichter, weil die Gluten- und Histamin-Intoleranz mitsamt den Nahrungsmittelallergien ohnehin nicht viel Raum lassen. Was verdaubar und nicht tierisch ist wird gegessen. Bei der Bewegung ist es ein langsam wieder freier dafür werden und tageweise unterschiedlich viel Energie zur Verfügung haben.

Alle meine Leiden, Krankheiten und Symptome haben Angst (vor dem Leben, den Menschen, mir selbst) als Wurzel. Da ist eine tiefe Angst mir selbst zu begegnen. Mein ganzer Körper ist voller Angst und Anspannung, die sie zu regulieren versuchen. Nichts kann da helfen. Außer vielleicht Hilfe meine Angst zu spüren, zu bewegen, zu halten, zu fühlen in einer sicheren fürsorglichen dableibende Umgebung (räumlich und menschlich), die mir ermöglicht selbst da zu bleiben. Ab und zu kann ich bei einem Menschen wie auf einer rettenden Insel für kurze Zeit landen und dann werde ich wieder übernommen von den Gewalten des Ozeans. Dann muss ich wieder mit mir alleine sein und erleben wie in der Angst letztlich das Nervensystem kollabiert und gefühlt ewig lange nichts geschieht. Der innere leere Raum für den es keine Sprache gibt, weil er stumm, verlassen, formlos und dunkel ist. In mir ist dann kein Anfang, kein Ende und kein Ziel. Existenzielle Leere fällt mir so schwer, aus der Angst, dass das Nichts womöglich irgendwann nicht mehr aufhört. So spinnt sich ein unheilsamer Kampf gegen und Flucht vor der Leere, weil ich sie als endlose Gefahr wahrnehme. So viel steht dem identitätslosen Raum entgegen, eine Vielfalt an Identifizierungen, unzählige innere Konflikte, Abspaltungen in Schützengraben, scheinbar lebensrettende innere Kritiker, Fragmente der Psyche, mannigfaltige Konditionierungen. Dauerdruck und die Rebellion dagegen übernehmen den Raum. Sucht kommt meiner Erfahrung nach nicht von Suche sondern von Siechen, ein Versuch der große innere Not (Leere, Angst) zu entgehen, ihr – sie begrenzend – zu begegnen und dem Siechtum für Momente zu entkommen.

Jeder tiefere Atemzug könnte die Schmerzen verstärken. Jede Regung ist potenziell noch schmerzhafter als die Erstarrung und Schutzhaltung in der An- bis Verspannung. Wenn die Verhärtung schmilzt tut das sehr weh körperlich und emotionale Angstmassen kommen in Bewegung und überrollen in Wellen alles was ist. Bisher war meine Angst gezähmt durch die beruhigende Vorstellung, dass ich mich jederzeit umbringen kann. In letzter Zeit merke ich, dass ich es nicht mehr übers Herz bringe, den Körper zu zerstören, wo er doch das Ehrlichste ist was ich habe. Ich passe also nicht einmal mehr unter die Lebensmüden. Das bedeutet nicht, dass das „sterben wollen“ Programm aufhört. Schön wäre es, wenn nichts mehr dem Tod entgegen streben würde und alles einfach ist. Für einen Moment würde ich dann vielleicht denken, dass leben schön ist. Utopie. Die Realität ist, dass ich ein Feigling bin und meist nur über meine Angst hinweg ging, um furchtlos zu erscheinen. Mein größter Mut bestand lange darin mich nicht umzubringen.

Je traumatischer die Kindheit war, umso gnadenloser ist der innere Kritiker. Wir sind fast alle süchtig oder beinahe süchtig sprich immer in Gefahr es (wieder) zu werden. Warum, weil der innere Rebell sagt „ich habe keine Lust auf dieses Scheißleben, lieber betäube/berausche ich mich, als so nüchtern hier weiterzumachen“. Hat er gewirkt kommt danach der innere Kritiker zurück an die Macht und haut mit „nie wieder“ Beschämung und Druck zurück und schmiedet Pläne. Während diesem Konflikt stürze ich ab und lande in Einsamkeit und Verlorensein (wie in der Kindheit). All das lenkt von den wirklichen Gefühlen und Erfahrungen ab. Den pure einfachen kindlichen Gefühlen die da sind. In Echtzeit sagen was ich denke, ausdrücken was ich spüre und fühlen wie ich fühle ein lange gehegter Traum. Groß ist die Angst vor den Folgen im Inneren wie Scham, Verloren sein, Wut fühlen, Eifersucht, Rage spüren und im Äußeren wie verraten werden, Ablehnung erfahren, Verurteilung erleben und potentiell gnadenloser Abwertung.

Wenn ich es aushalten könnte, hätte ich es längst getan, dann müsst ich nichts mehr von mir beschützen in und vor der Welt. Das innere Tribunal die Unauthentizität hat mir das Leben gerettet. All diese Prozesse sind Teil meines Schicksals und werden wohl auch immer da sein. Die gehören zu mir. Eine Aussöhnung ist möglich, wegmachen sinnlos. Sie wollen mich, komme wer oder was wolle schützen vor Intimität samt Überflutung und anschließendem benutzt Verlassenwerden und in bodenlose Hilflosigkeit stürzen.

Der Guru/Priester ist der äußere oberste innere Kritiker. „Ich bekämpfe mein Trauma durch die Erleuchtung“ ist der größte bullshit den ich je geglaubt und ausprobiert habe. Spirituelle Erfahrungen können Mechanismen lockern und beobachtbar machen, heilen wird dadurch keine Sucht. Ja ich habe das Nichts als angestrebte Alternative gewählt (aus der Not im Abgrund des Lebens). Und da ist immerwährende Bereitschaft für Transformation, sowie Sehnsucht nach echter Präsenz im Körper. Keiner hat das Recht uns den Atem zu nehmen und schon gar nicht im Namen Gottes! Auch ich habe das Recht auf Atem und darauf meinen Schmerz (öffentlich) zu zeigen. Niemand nimmt mir mehr den Atem – meine Daseinsberechtigung. Die Kraft dieser Erlaubnis zu spüren ist befreiend. Ich darf GANZ EINFACH da SEIN wie ich bin. Ich lasse jetzt Gerechtigkeit für mich walten. Mit dieser Erlaubnis lerne ich nährende Bewegungen im Moment zu suchen statt geplante zehrende Programm abzuspulen, Und übe mich darin den tatsächlichen körperlichen Bedürfnissen nachzugeben. Alles was nicht messbar und funktional ist hilft mir dabei.

Genauso wie Menschen die in einer Güte mit sich selbst und ihrem Unliebsamen offen da sind. Die die Härte gegen sich und in sich kennen, die Verzweiflung es mit aller Willensanstrengung nicht hinzubekommen und den inneren Druck in sich erleben unter dem Abhängige stehen. Jene, die die Sucht als verzweifelten Versuch der Selbstregulierung achten, und mir ermöglichen selbst Mitgefühl mit Abgelehntem zu haben. Oft ist das echteste Gefühl, das ich habe das Nichts. Eine Art Abwesenheit und Teilnahmslosigkeit ohne erkennbaren Sinn. Ich schätze das Leben nicht und bin unfähig zu lieben. Das so ehrlich zuzugeben lässt mich Scham fühlen. ES ist so als würde mir essentiell Menschliches fehlen. Wie kann ich etwas erschaffen – (bedingungslose) Liebe – was ich nie erlebt habe? In meinem Erleben ist das Leben ein Problem, das jeden Tag aufs Neue zu lösen ist. Wenn ich meinem Instinkt vertraute, würde ich ununterbrochen um Hilfe schreien. Gleichzeitig ist mir klar, dass es keine Version ohne mich gibt. Letztlich bin ich es, die mein um Hilfe schreiendes Ich (aus)zuhalten hat.

Da sind Begleiter*innen (Danke Eva, Gregor, Angela, Romana, Verena, Ingeborg, Claudia, Kata, I-Dschyn) an meiner Seite wie auch Gabor Maté der mit seinem vor Jahren gelesen und verinnerlichten Buch „Wenn der Körper nein sagt – Wie chronischer Stress krank macht und was sie dagegen tun können.“ vieles ins Bewusstseinsfeld meiner Wahrnehmung brachte was vorher verborgen war. Beeindruckend ist seine Weite an Perspektiven (aus der Forschung, Hausarzttätigkeit, jahrelanger Arbeit in einer Suchtklinik als Psychiater und dem traumatherapeutischen Wirken) und die Tiefe des Mitgefühls als selbst Betroffener (ADHS, Arbeits- und Kaufsucht) der sich ganz offen legt (auch mit den eigenen familiären Prozessen). Sein aktuelles Buch habe ich als Schatz im letzten Monat mit mir getragen, mehrfach und stückweise gelesen, verdaut und essenziell verdichtet. Deshalb gibt es an dieser Stelle erstmals einen inhaltlichen Beitrag zum Thema Sucht und Abhängigkeiten:

Essenzen aus Dr. Gabor Maté „Im Reich der hungrigen Geister – Auf Tuchfühlung mit der Sucht – Stimmen aus Forschung, Praxis und Gesellschaft“ (2021, unimedica Verlag)

Eine falsche Bindung an etwas, das die Seele nicht nähert, ist kein Irrtum, der nur auf Süchtige zutrifft, sondern der allgemeine Zustand der Menschheit. In einem Zustand emotionaler und spiritueller Armut werden wir von was auch immer verführt, das uns unsere große Angst nicht fühlen lässt. Das ist der Ursprung des Abhängigkeitsprozesses. Dazu kommt der Drang etwas von außen aufzunehmen was korrekterweise von innen entstehen sollte. Wenn das Ewige vernachlässigt wird, trennt man sich von der authentischen Quelle der Kraft und verliert seine Stimme. Je weniger wir uns der eigenen Wahrheit bewusst sind, desto verzweifelter suchen wir nach Sicherheit außerhalb unserer eigenen Selbst. Je größer die Angst, desto stärker die Anziehungskraft des Abhängigkeitsprozesses.

Sucht ist nicht die Aktivität/Sache, sondern die Beziehung zu diesen, der starke Fokus der Aufmerksamkeit auf diese Tätigkeit/Substanz (externe Quelle des Lebens). Typische Zustände sind Verlangen, Scham, Manipulation, Täuschung, Reizbarkeit, Trostlosigkeit, Haltlosigkeit, Angst, Verbitterung und (Vermeiden der) Leere. Unvollständigkeit ist ein Grundzustand des Süchtigen. Da ist eine Überzeugung nicht genug zu sein, um mit den Anforderungen des Lebens klar zu kommen. Kaum etwas scheint Halt zu bieten. Süchte werden als Möglichkeit empfunden Struktur zu erzeugen. Chronische Angst ist bei vielen Abhängigen oft unbewusst am Wirken. Sie ist da, genau wie die Sucht selbst, mit der die Angst unterdrückt und zu kontrollieren versucht wird. Die Angst wird immer ein Ziel finden, existiert aber unabhängig von ihren Zielen. Sie verschwindet nicht, man kann nur die Beziehung zu ihr verändern und sich mit ihr verbinden.

In unserer Kultur ist die Unterdrückung von Emotionen eine Hauptursache von Stress und damit von Süchten. Früher Stress beeinträchtigt die Entwicklung des Gehirns und das emotionale Wachstum, vor allem aber zerstört es den Kontakt des Kindes mit seinem Selbst und das Vertrauen in ein fürsorgliches Universum. Sucht ist oft ein fehlgeleiteter Versuch der Stresslinderung. Für Menschen sind die meisten Stressoren emotionaler Natur. Es ist unmöglich den Schaltkreis des süchtigen Gehirns zu kühlen, wenn wir ihn durch chronischen Stress immer wieder neu erhitzen.

Ein Suchtende eröffnet sich im Sehen und Erleben der Leere des Verhaltens. Ich erfahre, dass ich die Aktivität/Substanz benutzt habe, um Leiden zu betäuben und Leere zu verhindern.

Sucht ist eine Möglichkeit Intimität zu meiden und letztlich ein Liebesersatz. Wo Liebe sein sollte logiert die Sucht. Sie erschafft das Leben bis zur Wahl der Abstinenz (sich zwingen ohne Verhalten/Substanz sein, was unweigerlich Widerstand und Gegenwillen auslöst und somit in einem Kampf mündet) bzw. Enthaltung (etwas Anderes von größerem Wert machen und sich somit befreien).

Wege zur Enthaltung (Abstinenz):

Die eigene Wahrheit zu leben ist der Sinn des Lebens! Entscheidend für jede Transformation ist das Loslassen von Verurteilung und Selbstverdammung. Groll zerfrisst innerlich und Verbitterung kommt einem seelischen Selbstmord gleich. Wenn man sich zwischen Schuld und Verbitterung entscheiden muss, ist die Schuld zu wählen. Die Auswirkungen der Sucht sind wahrzunehmen ohne die Sucht zu verdammen. Die Sucht ist nahe am Kern des Selbst angesiedelt und somit ist ihre Verurteilung eine Selbstverdammung. Wenn wir uns in diesem Thema ablehnen, lehnen wir auch den Menschen ab der all das erlebt hat und das ist lebensverneinend. Es ist immer wieder Zeit ein anderes Leben zu wählen. Die Ausrichtung darauf die Wahrheit zu sagen und Kreativität auszuleben sind ein guter Anfang. Außerdem wo es geht Selbstregulation von innen (statt von außen durch Verhalten/Substanzen) erlernen und praktizieren.

Sowohl spirituelle als auch psychologische Arbeit ist erforderlich, um unsere wahre Natur zurückzuerobern. Ohne psychische Stärke kann spirituelle Praxis leicht zu einer weiteren suchterzeugenden Ablenkung von der Realität werden. Umgekehrt neigen wir ohne spirituelle Perspektive dazu, in der begrenzten Erfahrungswelt des verstehenden Egos stecken zu bleiben, selbst wenn es ein gesünderes und ausgeglicheneres Ego ist. Der Hunger der Seele nach Bindung und Sinn bleibt ungestillt. Ziel einer Therapie ist es, das unzulängliche Selbst zu stärken, indem der Ursprung des emotionalen Schmerzes einer Person aufgedeckt wird und die gegen den Schmerz aufgebauten, starren Abwehrmuster gelöst werden. Die spirituelle Forschung pflügt den selben Boden, zielt aber mehr darauf ab wiederzuentdecken, was ganz ist und nicht abwesend war, sondern nur im Dunklen verborgen lag. Spirituelles Erwachen meint einen Mensch, der seine volle Menschlichkeit einfordert.

Offene Akzeptanz nach innen und außen üben. Sich nicht „nur“ den Inhalten, sondern auch den Prozessen des Geistes bewusst werden. Ohne Bewusstheit hat man keine Wahl. Entscheidungsfreiheit ist ein Kontinuum. Mitfühlende Neugier auf sich selbst ohne Rechtfertigung und Rationalisierung kann entwickelt werden. Wenn wir uns nicht gegen andere und vor allem gegen uns selbst verteidigen müssen, sind wir offen dafür wie die Dinge sind. Den Suchtdruck mit bewusster Aufmerksamkeit beobachten und die Schuld direkt dem Gehirn zuschreiben. Es ist das Gehirn, das die falsche Botschaft sendet. Die Sucht hat in Bindungs-,Belohnungs-, Anreiz- und Motivationskreisläufe Einzug gehalten und die Kontrolle übernommen. Der Drang repräsentiert emotionale Bedürfnisse die unbefriedigt sind. Wir können Phasen der Entwicklung nur durchlaufen, wenn die Bedürfnisse, die wir in jeder einzelnen Phase haben, vollständig befriedigt sind. Dann kann das Gehirn loslassen. Das süchtige Gehirn kann niemals loslassen.

Die Verantwortung für die Angst vor der Leere übernehmen und sie als was zutiefst Eigenes anzunehmen, statt sie mit sich selbst zu gleichzusetzen. Das kann gelingen, wenn wir die verborgene Leere im Kern nicht mehr (zwanghaft) auszufüllen versuchen. Die Leere liegt in der Wahrnehmung kein Mitgefühl zu erhalten und nicht gespürt zu werden. Das Gefühl der Leere als Kernzustand jedes Abhängigen ist nicht auslöschbar, es zu versuchen raubt Energie/Leben/Wachstum. Die Leere, die nie weg geht stückweise da sein lassen. Mit Mitgefühl erkennen wir, dass die Sucht die Antwort war – die beste Antwort, die wir zu diesem Zeitpunkt in unserem Leben finden konnten – auf das Problem der Isolation von unserem wahren Selbst und vom Rest der Schöpfung. Darüber hinaus ist sie es die uns niedergeschlagen, traurig und wütend macht. Nicht die Welt, nicht etwas außerhalb von uns ist, sondern was wir in uns tragen, hält uns gefangen. Wir sind nicht verantwortlich für die Welt, die unseren Geist erschaffen hat, aber wir können die Verantwortung für unseren Geist übernehmen, mit dem wir unsere Welt gestaltet haben.Eine wertvolle Forschungsfrage ist: Wenn ich mein Suchtverhalten ohne zu urteilen untersuche, WEN finde ich da?

Ein Gefühl für das Selbst entwickeln in dem das Gefühl der unzureichenden Leere ein Teil ist. Selbstwertgefühl ist nichts bewusst Gedachtes, sondern die Eigenschaft der Selbstachtung, die sich im emotionalen Leben und den Verhaltensweisen zeigt. Von unserem natürliche Selbstmitleid isoliert zu sein, gehört zu den schlimmsten Beeinträchtigungen, die wir erleiden können. Mit unserer Fähigkeit unseren Schmerz zu spüren, verlassen uns unsere größten Hoffnungen auf Heilung, Würde und Liebe.

Emotionale Reife fördern vor allem in der Gleichzeitigkeit von Verbundenheit (emotionalen Kontakt) und autonom bleiben. Lernen mit Anderen zu interagieren ohne sich selbst zu verlieren. Förderlich dafür ist ein gesunde emotional reife menschliche Umgebung in der man sich Liebe (offen und verletzlich auf einer tiefen emotionalen Ebene) erlauben kann. Liebe für sich akzeptieren, rein und raus fließend zu lassen und (aus)halten lernen kann. Einstimmung ist die echte Sprache der Liebe. Einstimmen meint emotional erreichbar und präsent sein sowie mit den emotionalen Zuständen mitschwingen. Das größte Geschenk, dass wir bekommen können, ist uns gefühlt zu fühlen und zu erfahren der andere ist ganz bei mir.

Inseln der Entlastung schaffen: Nicht den suchtkranken Teil verändern wollen, sondern das Umfeld und den Umgang mit den Abhängigkeiten verändern. Als Angehöriger ist es wichtig klar zu haben, dass die Umwandlung des Süchtigen von innen heraus kommen muss und „nur“ die Faktoren der eigenen Beziehung zu ihnen und das unterstützende Umfeld verändert werden kann. Kurz: Veränderung der äußeren Umgebung UND Modifizierung des inneren Klimas lockert Abhängigkeitsprozesse.

In tiefer Dankbarkeit für dieses Meisterwerk und alle mitfühlenden Menschen!

Barbara

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Die Asche ist so wertvoll wie der Phönix

Die Asche und der Phönix gehören zusammen. Das Vernachlässigen des Kreislaufes ist das Vernachlässigen der Asche. Ein ausgelaugter Phönix und ein Übermaß an Asche, die bisher ungesehen blieb. Ein Ausgleich, der nicht freiwillig erfolgte, sucht sich seinen Weg.

Das Alte legt sich in Schutt und Asche, denn der Phönix ist tot. Schon lange tot.

Dieser Weg ist außergewöhnlich. Wir bewegen uns außerhalb des Gewohnten. Weit außerhalb! Dort, wo alles sein darf. Auch Müdigkeit und Erschöpfung.Es darf leer und dunkel sein. Das Gleichgewicht stellt sich neu ein. Ein Reset auf allen Ebenen, damit der Nullpunkt erreicht wird.

Die Stille. Die Mitte. Die Ruhe.

Das Schweigen der Ausschläge, dem keine Ehre zuteil wurde, es bringt sich zu Gehör. Es wird sichtbar. Es wird hörbar. Das Schweigen wird für einen Moment dominieren, auf dass alles auf Null gesetzt und neu gestartet werden darf.

Wie kann ich mich sicher fühlen mit meiner Wahrheit?

Wie sensibel kann ich mit mir und in mir sein?

Mein Sein, das um sich selbst weint … wer will mich nur für mich?

Es braucht nicht viel, nur die Entscheidung worum es mir wirklich geht.

Ich bin nicht das Problem. Ich darf mir mein eigenes Tempo schenken. Auch wenn ich ewig dauere.

Die Tür ist immer offen. Gott ist die offene Tür, die kein Mensch schließen kann.

Was wähle ich aus für meine entschiedene Offenheit?

Ist es wie das Kinderspiel „Himmel und Hölle“?

Wertfrei wahre Natur erlauben. Ja zu jeder Körperempfindung auch all dem Schmerz und selbst dem Juckreiz, er ist der einzige Kanal für meine Wut zu entweichen aus dem Organismus und Nervensystem. Ich kann nichts anderes sein als ich bin. Ich bin da und ich habe jetzt Zeit. Ich verlasse mich nicht mehr und gehe weg von mir. Mich zumuten mit der Wutenergie unter Schichten von ängstlich Erstarrten. Die gefühlte Leere ist das fehlende, abgelehnte Selbst. Von innen heraus lebendig bis starr mit allem da sein. Ich verirre mich dabei immer wieder ins Nichts. Also auch die Leere erlauben. Selbst in Kontakt das Nichts nicht mehr vermeiden. Verlassensein im Nebel dahin gehend nicht mehr verstecken und die innere Leere im Außen zur Landung anbieten.

Meine (Verlassenheits)Wunde wird nicht besser, weil sie ein heiliger Teil ist und die Brücke darstellt, die mich bewegt in die Seelenbewegung einzutauchen. Das Wundsein ruft mich fortwährend in die Menschenwelt zurück. Mein Schmerz ist Teil der Evolution und die Wunden mein Beitrag. Ich beende die Reinszenierung, dass da keiner ist und ich unter Menschen isoliert bin und setze die bewusste Intention der Verbundenheit. Anhalten ist möglich, aber habe ich die Macht und Kraft etwas zu erschaffen, dass meine Einsamkeit durchbricht? Aus dem lebenslangen mich abgelehnt fühlen und alles tun/sein, um angenommen zu werden werden, mach(t)en Menschen zu meiner Projektionsfläche. Sie sind meine Vehikel, um die Selbstablehnung zu vermeiden. Und um zu erkennen indem sie mir die Bewertungen aufzeigen die in mir sind. Das werten und bewertet werden ist ein Gefühl in mir. Glaube ich mir, dass da ein Markel ist? Ist da eine Zurückweisung? Warum fühle ich mich abgewertet obwohl ich vielleicht gar nicht bewertet werde? Wie komme ich von die Zukunft vorwegnehmender Resignation zu Hingabe? Bewusst Leiden!

Ich trage von Kind an einen Groll nicht heil zu sein. Und seither existiert der Anspruch heil zu werden. Da ist ein Anspruch, dass das Leben besser wird. Es darf nicht so bleiben, ich darf nicht so bleiben. Das ist die Basis der Härte gegen mich selbst. Nichts und niemand ist ganz heil oder ganz kaputt. Kann ich ganz offen sein für jedes Schicksal?Mich dem resignierten Selbst hingeben statt es bekämpfen ist möglich. Die Lüge mit der Wahrheit konfrontieren. Aufgeben und kapitulieren in der Einsicht, dass das Anderssein als ich bin unerreichbar ist. Verzichten und zurücktreten bis zum Boden der Hoffnungslosigkeit. Den Anspruch aufgeben und mich dem Unabhänderlichen fügen. Ich muss nicht heil sein oder werden. Ich gebe den Anspruch auf heilsein auf und lasse den Wunsch darauf leben.

Ich bin bereit mich auszuliefern an die Menschen. Bereit mich vor anderen zu erniedrigen, mich anzuvertrauen wie ich bin (unheil, krank, zart, übersensibel, nervös). Ich brauche Verbindung, um spüren und fühlen zu können. Ich brauche menschliche Co-Regulation (und keine Schmerzmittel), um meinen Schmerz zu entladen. Ja ich brauche mitfühlende Menschen, um im Körper da sein zu können. Meine Bedürfnisse sind Not-wendig, um überhaupt Zugang zum Mitspüren der Bedürfnisse anderer zu haben. Damit immer wieder neu lernen echt in Kontakt gehen und Möglichkeiten schaffen, um zu erfahren „jetzt bin ich nicht (mehr) mit mir alleine“. Wo es nicht mehr wichtig ist, wie ich ankomme, sondern dass ich ankomme. Wirräume wo es nur darum geht als echtes Selbst ineinander zu landen. Es geht mir um Gemeinschaft in der ich ehrlich sein kann und nichts mehr zurückhalten muss. Die schönsten Momente sind im Zusammensein mit Menschen die mir, und an mich, glauben.

Krankheit macht ehrlich. Und Krankheit ist kein Grund mich zu verschließen. Nie vergessen im Herzen, behalten im Geist, immer erinnert im Körper, festgehalten im Nervensystem mein Leid. Zerfall kann und darf in Verbindung gehen. Kämpfen ist sinnlos, erstarren hilflos, flüchten unmöglich, mitteilen ohne Resonanz verschreckend, also isoliert überleben und die Not ertragen. Mir den Raum dafür erhalten und mein auf mich selbst zurückgezogen sein offenlegen. Vielleicht ist das Gefängnis ein Schutz und der Schmerz eine Möglichkeit zu mir zu kommen. Nichts geht jemals vorbei, bis es uns gelehrt hat, was wir wissen und leben müssen. Die Erde und der Himmel bringen alles Heil und Unheil hervor und tragen es. Etwas was schlimm ist kann schlimmer werden. Ich kann nur bekennen, dass ich machtlos bin. Jede Unruhe, Wutenergie, Hilflosigkeit darf ich eingestehen als Geschenk der Annahme meiner Selbst. Hier und jetzt ist Leben wie es ist. Ich will sein wer ich bin, selbst wenn mir das nicht gefällt was da ist. Ich lerne auf eine gute Art mit meinem Wundsein zu leben. Wenn ich mich erlauben kann ist mein Leben am wirken und in sich erfüllt. Ich, der nüchterne Mensch, bin seltsam. Neben dem Alten entsteht das Neue. Meine Offenheit ist da.

Liebe heißt Öffnung und diese freiwillige Öffnung bedeutet den Tod der Sehnsucht, des Mangels, der Isolation, der (Selbst)Verstecke und der Kompromisse. Hier kann jede Grenze gesetzt werden und ein „Nein“ taucht als natürliche Antwort auf, wo keine aufrichtige Liebe antwortet, einfach weil da kein Weg weiterführt. Wer ohne Liebe auf die Welt schaut ist blind und wer mit Liebe auf die Welt schaut sieht Liebe. Da sind Leiden und Liebe gleichzeitig in der Welt. Es ist immer wieder meine Entscheidung mich für die Wahrnehmung der Liebe zu entscheiden wo ich es vermag. Überall sonst anerkenne ich meine Hilflosigkeit an und bitte darum mir zu helfen, um mein Herz zu erweichen und meine Seele zu heilen.

Selbstbestimmung gibt es gar nicht. Durch Gnade bin ich was ich bin. Und ich darf mich den gebührenden Raum einnehmen lassen. Liebe in meinen Raum einbringen und mich erfü(h)llen. Poesie ergibt sich im genauen betrachten dessen was ist. Da beginnt das Seiende über sich selbst hinauszuwachsen und etwas Größeres zu offenbaren. Bewusst schreiben, mit selbstgewählter Richtung, die sich aus dem Augenblick ergibt. Warum halte ich immer wieder etwas von mir zurück? Ist es Angst, Güte, Vorsicht, Wortarmut? Was bildet mein Leben und was geschieht damit bis zum möglichen Ausdruck?Was ist da und wie kann es sich zeigen? War ich jemals was ich dachte zu sein? Kann ich ohne Identifikation sein oder ist das schon eine Einbildung? Geht das überhaupt, oder kann ich nur wählen mit was und wem ich mich identifiziere? Gibt es tiefgehende Leichtigkeit und leichte Tiefgängigkeit? Die Fragen durchsprudeln mein Erleben.

Die Haltung hinter meinem Verhalten erforschen. Vielleicht ist heil sein nur ein an nichts anhaften (festhalten, vermeiden, klebenbleiben, abhalten). Raumgreifende irritierende Verunsicherung erfüllt mich. Gleichzeitig ist da lebendiger freier Impulsfluss. Im Moment vor der Impulsbildung ist es möglich durch Bewusstsein mehr Freiraum zu generieren. Wahrheit ist nicht schön, sie macht frei. Energiefluss entsteht im Zulassen und die Stille im Inneren hat viel damit zu tun, wie sehr ich die Dinge ausdrücke. Der Wahnsinn sind die Dinge, die ich in mir unterdrückt habe. In mir ist eine unbewusste Weigerung in mir geboren zu werden. Im Grenzland von Möglichen und Unmöglich beheimatet im Selbst mit generellen Fremdsein bin ich gleichzeitig lebendig und tot. Weder Zerstörungsenergie noch Liebesfluss hat etwas mit mir zu tun. Die Dynamik des Vorläufigen ohne absehbares Ende erlebe ich in unsicherer Präsenz ruhelos sich nirgends findend auf der Suche nach Sicherheit. Es ist genauso schwer als Mensch echt zu sein wie nur zu sein. Einfach nur nüchtern echt sein. Das Heilige achten und die Götter zertreten. In mir scheint es viel sicherer still zu sein als ganz authentisch lebendiger Mensch. Wenn ich fließend berührt absolut verletzlich in Kontakt bin, kann aus dem Stillsein auch Echtes geschehen.

Ja es ist Paradox. Ringen um meine Angemessenheit ist zum Scheitern verurteilt. Also dennoch Ausdruck finden für das Widersprüchliche und die Grausamkeit der Selbstunterdrückung. Mir selbst bin ich mir nie sicher im Sinne von kongruent. Mein eigenes Echtseinsgefühl, mir gegenüber, erscheint mir nicht valide. Wie kann ich es nach außen zeigen das nur möglicherweise Echte? Echt sein üben so lange ich es noch kann. Wahrhaftig sein im Leben ist schwieriger als wahrhaftig tot zu sein. Wahrhaftig sterben könnte spannend sein. Erstmal wartet das Leben auf meine Meisterschaft. Ich möchte baden in radikaler Erlaubnis. Wir leben im Atem wie in einer großen Gebärmutter, die weit über unser abgegrenztes Sein hinausragt. Der Atem ist nicht in uns, wir sind im Atem!

Gott ist seine Schöpfung. Egal wo er hinkommt, er trifft immer auf sich selbst, den er ist alles was ist. Niemand trägt Gott oder ist ihm ein Gegenüber. Außer ihm gibt es nichts. Er ist das Einzige was existiert, er ist alleine! Wir Menschen können an uns selbst sterben. Gott kann nicht mal auf den Tod hoffen. Er ist auch das Jenseits. Alleinsein in der Existenz. Unfassbare Nichtexistenz im Alleinsein als Existenz. Ist alles eine im Kreis liegende runde Schlange, die sich selbst frisst sprich ein Gefängnis? Kann Gott erfahren, warum er Gott geworden ist?

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Das wichtigste Tor ist das zu meinem Herzen. Zuerst gilt es Heimat in meinem Herzen zu finden und danach im Herzen eines (jeden) Anderen.

(Meine) Portale zu Selbst:

Anerkennen deine Wahrheit

Meistere deine Gefühle

Respektiere deinen Körper

Heile deine Zugehörigkeit

Ich gebe die Schuldidee zurück. Meine Schuld basiert auf der Lüge „ich hätte es besser machen können“. Ich war eingeschlafen in der Illusion, dass ich schuldig bin einfach dadurch, dass ich am Leben war. Ich habe mich dadurch bestraft, dass ich mich (mir) verweigert habe, verbot Freude zu empfinden und Erfolge zu spüren, in Beziehungen ging die mich selbst nicht wirklich wertschätzten und jene Menschen die mich wirklich lieb(t)en von mir fern hielt. Ich bat und bitte mich von der falschen Schuld zu befreien vor allem mich selbst. Selbstbegnadigung! Ich möchte mir alle Schuldgefühle vergeben und in einem gefühlten „ich bin unschuldig“ stehen. Mit allen Maken pure Unschuld sein. Voller Fehler vollkommen sein erfahren. Kolossal verletzt unversehrt sein. Mein Mensch ist unvollkommen und darf sich vergeben, dass er sich von sich selbst abgewandt hat.

Ich kann nicht willentlich den Widerstand wegmachen. Erlaubnis ist das Wichtigste bei allem was da ist, um Entspannung einzuladen. Sie öffnet den Raum des absichtslosen Daseins. Der Welt erlauben nicht als meine Welt zu existieren. Der Instinkt der Zerstörung wirkt und gleichzeitig will ich für statt gegen das Leben sein. Die Suche nach einem sicheren Raum ist unendlich. Wenn etwas nicht wahrgenommen wird, kann des nicht überleben. Das gilt für Kinder, Interessen, Wollen, Brauchen, Gefühle, Gedanken. Alles lebt nur in der Wahrnehmung. Kann ich meine Aufmerksamkeit lenken? Nein! Ich kann nur wahrnehmen worauf meine Aufmerksamkeit gerade gerichtet ist.

Interesse ist da oder eben nicht. Niemand kann ein Interesse machen. Also ja zur Vergeblichkeit. Es geht nicht darum keinen Scheiß mehr zu machen, sondern erst mal überhaupt aus der Scheiße raus zu kommen. Wer nichts macht, macht auch nichts falsch. Aber das Risiko vermeiden zu wollen andere und den eigenen Menschen zu verletzen, würde bedeuteten nicht leben zu dürfen. Ich fange bei mir an, in dem ich für mich Verantwortung übernehme. Ich kann mich in Gegenwart von Menschen kaum entspannen, weil ich permanent Angst habe der Mutter in mir zu begegnen. Ich projiziere aus dem Bindungszustand der Kindheit eine Gefahr auf Andere. Es ist in mir das Anspannen gegen und schützen vor ihr in meinem Erleben. Äußeres kann das antriggern, die Quelle der Gefühle liegt jedoch in mir. Im Kern ist da die tief verkörperte Idee, dass von anderen Menschen, wenn sie mir nahe kommen und bleiben, eine Gefahr ausgeht. Und gleichzeitig womöglich ich selbst eine Gefahr für Menschen zu sein mit dem was ich in mir trage und bin.

Ich möchte lernen alle Facetten des Selbst – Tier, Mensch, Mutter, Vater, Teufel, Gott – willkommen zu heißen, fühlen und auch wieder ziehen lassen zu können. Dafür benötige ich die Unterscheidungsfähigkeit des loslassen und loswerden Wollens. Weder die Hoffnung noch die Hoffnungslosigkeit festhalten. Ohne Hoffnung zu sein ist nicht schlimm, wenn ich ohne Hoffnung sein kann.

Am Boden der gemachten und gelebten Erfahrung der (spirituellen) Gemeinschaften verliert sich die Sehnsucht. Ich habe noch nie Nestwärme bekommen und Geborgenheit zulassen können. Wenn es nahe ist bin ich im brauchenden Kind bodenlos bedürftig und in Todesangst überwältigt zu werden. Wenn die Sehnsucht nach Zuneigung und Liebe verschlossen ist, dann ist sie zu erfahren lebensbedrohlich und bleibt deshalb unzugänglich. Echte Liebe kann bedingungslos sein und trotzdem eine Erwiderung der Liebe brauchen.

Die Überempfindlichkeit ist bei traumatisierten Menschen wie mir normal. Ich lerne sie als Geschenk anzunehmen und achtsam mit allen meinen Räumen umzugehen. Leid generiert sich aus der Idee „ich sollte ohne Schutz leben können“. Ich darf Schutz brauchen. Schützen ist nicht nur okay, sondern gleichwertig mit öffnen. Als flexibles Kontinuum von Schützen zu Öffnen ist Lebendigkeit aufgespannt. Es ist okay einen intimen Raum haben zu wollen. Jeder darf seinen Raum haben. Ich heiße mich willkommen unter den Menschen die ihren (Frei)Raum brauchen. Die Kunst ist die Balance aus Schützen und Öffnen immer wieder neu in und um sich zu finden.

Ja zu mir. Das Tote lebendig machen ist die Auferstehung. Meiner Wahrheit gegenüber integer sein und die Erfahrungen umarmen. Im Moment finden was ich in der Ewigkeit suche.Das Wichtigste ist die Anbindung über das Herz an das Göttliche UND das Menschliche. Wenn die Liebe da ist, ist die Seele da. Wenn nicht verdecken Programm und Schleier die Essenz. All die schützenden Schleier trüben die Liebe, die ich – wie jede/r – sein kann und suchen darf. Sich daran erinnern, wer wir sind, ist ein sich ausdehnender Prozess, der zu weniger und mehr – mitunter auch zu Auflösung – führt.

Der Lebensfluss ist nicht kontrollierbar. Jede Form zerfällt und jedes Leben verlässt dich und mich früher oder später. Ich übe mich damit zu sein, manchmal ist es mehr ein abfinden. Wenn ich versuche zu kontrollieren, was ich nicht kontrollieren kann, bin ich krank. Es ist möglich die Richtung in der Strömung mitzubestimmen. Die Strömung selbst kann ich im besten Falle geschehen lassen werden. Ich kann die Mächtigen, Konzerne, Schulen, Arbeitsplätze, Produktion, Universitäten, Partner nicht ändern, aber ich kann jetzt liebevoll(er) mit mir selbst sein. Das wichtigste Tor ist das zu meinem Herzen. Zuerst gilt es Heimat in meinem Herzen zu finden und danach im Herzen eines (jeden) Anderen. Trotz und mit allem gehöre ich Gott. Ja ich darf von Gott einen Wunsch erbitten. Ohne Zweifel die Erfüllung erwarten und seinen geschehenden Willen annehmen. Genau sowenig wie ich etwas tun muss, muss Gott etwas tun um zu wirken.

Im Beten rufe ich Gott an und über die Intuition und Intention ruft Gott mich an. Wenn die Form zerfällt scheint in die entstandene Lücke für kurze Zeit das Licht Gottes. Die Katastrophe beherbergt mitunter den Keim der Gnade. Mut ist Angst die gebetet hat. Beten ist ein Sehnen der Seele. Das Feuer der Liebe kommt rein indem ich meine Wahrheit ausdrücke und wirklich echt da bin. Aus Liebe sprechen nicht „nur“ um der Wahrheit willen ist das Anliegen, das ich oft nur als Sehnsucht in mir trage.

Mich zu mir lenken, mein Bewusstsein für mich interessieren. Wenn Interesse am Selbst da ist, geht es in erster Linie um Entspannung und Selbsterlaubnis, weil die notwendig sind, um alles was auftaucht in Ruhe lassen zu können. Stille bedeutet erlauben natürlich zu sein. Jetzt meint nicht das was im Moment an Körperempfindungen, Gefühlen, Seelenbewegungen, Geistesregungen geschieht, sondern den Raum in dem all das geschieht! Den Bewusstseinsraum der all das hält und allgegenwärtigist. Es geht nicht darum die Welt, Menschen oder mich zu verändern, sondern darum die Wahrnehmung zu verändern. Wenn man mich nicht beim Namen nennt und berührt, existiere ich nicht. Das Interesse an mir (von mir) ist wichtig, um in mir da zu sein und mich (er)leben zu lassen. Gleichzeitig darf ich in der Zuwendung zum Selbst jede Meinung darüber lassen. Alles was auftaucht ist da um irgendwann zu gehen. Der Körper hat von Natur aus keine Urteile. Mein Körper ist Liebe er (er)trägt alles. Als Raumbewusstsein ist da ein schlichtes „ich bin“ ohne Lob und Tadel. Dasein mit dem was ist in Bewusstheit mehr nicht. (Selbst)Akzeptanz ist die Grundlage für alles Wichtige wie Frieden und Liebe. Grundlos, mühelos, einfach so ist es okay zu sein. Nichts fehlt, ist zu viel oder gehört verwandelt. Ich bin Erde, ich bin Himmel, ich bin Herz. Ich bin gesegnet beim Eingang und beim Ausgang von je her geliebt. Das Dazwischen fühlt sich mitunter davon getrennt und sehnt sich nach Liebe.

Für das Dazwischen mir des körperlichen Daseins mit allen Bedrohungen und Bedrängnis ein von Größerem getragen sein erlauben die Disziplin. Es innerlich zulassen zu entspannen aus dem Ruhepol, der die Quellen und Ströme der Angst sieht. Das Herz nimmt Verbindung auf zum Bauch. Ich darf sein wie ich bin von lebender Hölle bis lebendigen Himmel. Darin kann sich meine Wahrheit erweitern und mein Leben vertiefen als im Sozialen sichtbar werdender Prozess.

Schutz hat nichts mit Härte zu tun, das ist eine Verwechslung. Verhärtung ist ein Mittel um Struktur zu bilden. Das ist legitim und völlig okay. Genauso okay ist anzuerkennen, wenn ich mich nicht mehr mit Selbstunterdrückung in diesen Strukturen aufhalten möchte. Weiblichkeit ist für mich das Gebärende, nicht das Materialisierende. Sicherheit kann weich fließend sein. Je näher ich mir komme, umso näher komme ich Allem. Das freie Sein einladen bis ich Berührung bin voller Hingabe an das Leben. Ich muss nicht anders oder gleich sein. Ich darf einfach ich selber sein (vielleicht als Versuch eine Facette von Gott auf die Erde zu bringen). Ich bin die Einladung zur Befreiung im Körper.

So lange man im Körper ist hat man immer Themen selbst die größten Meister. Da ist ein Frieden mit Führern am Entstehen im Erkennen, dass ich keine äußere Führung mehr brauche. Direkte, ehrliche, menschliche Begleitung auf Augenhöhe sehr wohl. Vollendung bedeutet letzten Endes nur „ich bin schon ganz bei mir eingezogen“ und das verhaftet in der Liebe Sein meiner Person ausreicht. Das echte Geliebtwerden ist unter allem Ungeliebten vergraben. Wenige mögen sich durch das Ungeliebte graben und dennoch ist es der Weg. Was wäre, wenn ich sein, tun und lassen kann was ich will und dabei geliebt werden würde? Dann wäre Vertrauenswürdigkeit meine innere Wahrheit. Wenn ich Vertrauenswürdiges in mir finde, brauche ich mich nicht mehr zu schützen.

Gott kann sein Wort nicht brechen. Er ist Ursache von allem und gleichzeitig ist er der, der alle Erfahrungen macht. Gott kann nicht lügen. Gott ist sich treu. Auch wenn wir untreu sind. Er bleibt treu, weil er weiß, dass der göttliche Funke in uns sich nicht ewig vergessen kann. In der Einheit sind wir eins auch mit dem größten Leid und der tiefsten Freude. Alle Engel und Teufel sind Mitarbeiter von Gott. Gott ist alles und um das (auszu)halten brauche ich Hingabe. Tiefere Hingabe darum geht es hier und jetzt bei mir. Schöpfung braucht einen Okayraum. Die ganze Schöpfung entspannt sich, wenn sie da sein darf wie sie ist. Vielleicht sogar unser Schöpfer und meine Geschöpfte.

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Persönliches Ground Zero

Schreiben wird mehr und der passion writing Lehrgang entwickelt mich. Somit gibt es die erste short story (10 000 bis 50 000 Zeichen) aus meiner Feder mit intensiven autobiographischen und weiterreichenden fiktiven Zügen. So spinnen sich die Worte rund um innere und äußere Kriege, Leben und Tod. Keine leichte Kost, ein Tiefseetauschgang bis an den Nullpunkt des Nichts und in die Verschmelzungsphantasien. Lies soweit, so viel, so wenig wie dir zuträglich und verdaulich ist. Es ist radikal und es ist ehrlich. Mich verstellen ist nicht mehr.

Mich verrenken und dann klein beigeben, nur damit ich auch auf jeden Fall und unter allen Umständen diese „verdammte“ bedingungslose Liebe lebe. Aus meiner Sicht, ist das eine der größten Licht-und-Liebe-Fallen der spirituellen Welt. Mach es nicht nur den anderen recht und erzähle dir, dass das bedingungslose Liebe wäre und ein heiliger Akt. Das ist nicht heilig, das ist scheinheilig. Bedingungslose Liebe, die universelle Liebe, die Schöpfung, Gott, das Leben würde mich niemals dazu zwingen, mich selbst zu verraten. Ich darf mich zu vollständig zum Ausdruck bringen und muss mich keinen Millimeter mehr verstellen. Es gibt sie, die genauso schräg sind wie ich, deren Dachschaden herrlich mit meinem harmoniert. So bringt sich schreibend der Ausdruck als Achtung vor mir selbst zur Welt. Wenn auch nur ein Satz von dir gefühlt wurde, hat der Text Sinn gemacht.

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Liebe die Wahrheit!

Wenn du nicht nein sagen kannst, ist dein ja nichts wert.

Ausgerichtet sein auf die Wahrheit, sonst nichts.

Konzentriere dich auf den Liebesfluss in dir und im Wir (wenn er da ist), nicht auf die Person(en) die ihn ermöglicht! Wenn die Liebe größer ist als ich, hebt sie mich auf.

Hör auf dich für etwas motivieren zu wollen was deinem Herzen keinen Freude macht.

Das Nichtverbundensein bringt mich auf die Suche. Was für ein seltsames Leben ist es doch immer in anderer Menschen Köpfe zu leben. Das zu begrenzen offenbart eine riesige Kapazität für Heilung. Der Ort von dem aus wir uns einfühlen ist in uns! Da wo wir uns auch abgrenzen können genauso wie in in Resonanz mitschwingen oder Verschmelzung erfahren. Der Schmerz deutet auf mehr Raum hin. Diese Räume eröffnen wandelt Schmerz in ein heilsames Geschehen und erweitert nebenbei das Bewusstsein. Das Unbewusste ist die kreativere und stärkere Wirklichkeit, aber ohne Bewusstsein kommt sie nicht in die Welt.

Ich kann mir nicht das Leben nehmen und auch nicht hier so weiter leben. Mein altes Leiden nicht sterben und nicht leben zu können. Genauer zu glauben mit meinem Leiden mit niemanden heilsam zusammen leben zu können. Ich erscheine unzumutbar. Die Offenbarung taucht im Geist auf, darf da sein und sich im Körper verteilen; sie wird gespürt und gefühlt und dadurch auf der Erde verkörpert. Ich kreiiere eine Form von mir, kriege mein Fühlen mit und erfahre wie Stress und Taubheit zusammenfließen. Der Klang der Worte die nichts wollen berühren mein Nervensystem. Das Leid wird frei. Es ist nicht für mich gemacht, es ist für sich gemacht. Nichts ist für mich und nichts ist gegen mich, alles ist für sich.

Traumababies wie ich können eine Beziehung mit jemanden Sicheren aufbauen selbst nach Jahrzehnten des Alleinseins. Geduldig das reduzieren was mir schadet, mich trennt und gleichzeitig die Kapazität für Selbstliebe entwickeln. Wenn ich mich selbst liebe, verkörpere ich Liebe. Und wenn ich meinen Körper liebe, verkörpert er Liebe. Dem eigenen Instinkt vertrauen lernen. Erforschen was wirklich hilft. Die meisten Krankheiten haben keine genetische Ursache, aber es gibt eine genetische Veranlagung für die Ausprägung der Sensibilität. Die (chronischen) Krankheiten sind die Hilfe vom Körper das Nein zu Menschen/Aufgaben/Funktionieren auszudrücken. Autoimmunkrankheiten sind häufig unterdrückte kindliche Wut. Bei mir auf jeden Fall. Mein Körper vermochte und möchte mich vor mir selber schützen, um in Kontakt sein zu können. Wutenergie möchte sich abgrenzen und wehren. Also nein sagen lernen und durch das Tal der Scham, Trauer, Rage und des gefühlten Todes wandern. Erlauben mitten in meinem Schmerz zu sitzen, vor Wut zu kochen, um Hilfe zu bitten und vor allem mein Leiden respektieren. Meine Plage der hohen Sensibilität, die so viel mehr Schmerz erfahren lässt annehmen und darin auch die Quelle der ausgeprägten Kreativität erfahren. Lernen mich zu halten und zu neu zu beeltern. Neugierig und leidenschaftlich für mich sein. Bereit sein für meine Langsamkeit und Verletztheit genauso wie für die Wut und die Angst davor ungeöffnet stecken zu bleiben im eigenen Schlamm. Da sein, wenn Rage einfach nur zerstören will, Schmerz einfach nur weh tut, Trauer schwer runter zieht und Traumazustände hilflos machen. Menschen aufsuchen und mich von ihnen finden lassen, mit denen ich nichts von mir zurückhalten und unterdrücken muss. Der beste Platz für mich ist jener, wo ich nichts verstecken muss und mich dennoch sicher fühlen kann! Ein annehmender Raum wo (ich) geschehen kann. Unter Menschen, die mir helfen mich weiter und tiefer anzunehmen, möchte ich sein.

Aus dem erdachten und ersehnten in den praktisch erlebten Raum gehen. Die Welt wird nie stabil sein. Sie stabilisiert sich nur in mir. Mir selbst im Spiegel in die Augen sehen und fragen „was sehe ich da, wer ist da“. Mich ausgraben indem ich alle Ideen von mir gehen lasse. Nichts von mir abgeben und weghaben wollen. Hinschauen! Halten was aufkommt. Die Selbstablehnung will mich zu etwas Annehmbaren machen! Mich bedingungslos damit sein lassen, um den Kampf gegen mich endlich zu beenden. Mich auch darin annehmen (mich) nicht zu lieben. Mich in der Hilflosigkeit, im verzweifelten Schrei(b)en und erstarrten Schrecken. Die Selbstablehnung sehen, hören und fühlen bis dieses Ich kontaktiert werden kann. Ich bin da und ich bleibe bis ich alles was ich bin lieben kann und nicht ein Leben erzwingen muss, das ich lieben kann. Aus Interesse an mir hässliche Wahrheit sein. Nichts muss gut sein, nichts wachsen, nichts fertig sein. Nirgends ankommen als bei mir selbst. Dem Moment der Wahrheit folgen. Ich bin angezeigt, mein Fühlen, Spüren, Erfahren. Nichts vorgeben, niemanden folgen, nur mir in Selbstfürsorge verpflichtet da sein. Hiersein und wahrnehmen was echt ist. Nicht mehr bestimmen was gehen, bleiben, kommen soll. Jedes Streben ist ein wegstreben von mir. In mir anhalten und nicht wieder Fluchtwegen folgen. Mein Leben als ständigen Misstrauensantrag beenden. Mit dem Widerstand gehen und schauen was er vermeiden will.

Wenn ich anfange über Bestimmung oder Sinn nachzudenken, zeigt es, dass ich nicht fühle. Wenn Geist und Körper, Verstand und Herz, Instinkt und Handeln getrennt sind, dann denkt mein Verstand über mich. Er steht über mir, trennt sich oder ist abgetrennt. Somit ist eine Abwesenheit da. Hitler hatte „die Juden“ nur im Verstand, er konnte sie nicht spüren und fühlen. Nichtfühlen ist nichts Schlechtes, es ist ein möglicher Weg. Er zeigt die innere Dissoziation. Bei mir ist es eine strukturelle Dissoziation. Mitunter bin ich die Ablehnung. Was ich ablehne kann nicht geheilt werden.

Ein anderer Weg ist es aus der Verbindung mit dem Fühlen zu denken. Ich spüre und fühle mich, und dann kann ich denken. Dann kann ohne es zu müssen Sinn entstehen, wenn der Körper in Verbindung mit dem Verstand und den Emotionen schwingt. Der Geist ist gemacht dafür weiter Raum zu sein, sagt man. Stille, weite Offenheit muss nicht erschaffen werden. Die ist vorhandeln und kann (wieder) etabliert werden im sich einschwingen, entspannen und (aus)ruhen. Es kommt nicht darauf an was ich mache, sonderen darauf, dass ich mich in dem was ich mache entspannen kann. Die Wahrheit liegt im Entspannen!

Wenn ich keine Kraft mehr habe, habe ich keine Wahl mehr. Energie ist alles. Wenn ich keine Energie habe, kann ich das Wissen ebenso wie das Gewünschte nicht realisieren und anwenden. Es braucht Energie und Kraft, um Konditionierungen zu verändern. Die Alternative zur Tyrannei der Solltes ist es jederzeit bereit zu sein Angst zu fühlen. Heilen ist eine große Aufgabe. Wenn wir Schicht für Schicht das Fundament freilegen, geschieht Veränderung automatisch. Wachstum entsteht von alleine. Jeder Versuch der Veränderung bewirkt das Gegenteil. Also „nur“ Behinderungen und Lügen aus dem Weg räumen und der Wahrheit den Raum halten.

Manchmal betritt Gott selbst den Raum und dann ist es wichtig das seine Präsenz bemerkt wird. Im Moment des vollständigen sich Anvertrauens passiert das Unvorstelbare. Große Freiheit ich sterbe in dich hinein, verschenke meine Wunden, Sehnsüchte, Wissen, Leere, Lasten, Ängst, Süchte, Liebe hinaus in das was ist.

Mir ist viel klar was ich nicht will und wenig was ich will. Fast nichts lockt mich ins Tun.

Mich erwartungslos in Ruhe lassen und die Zeit geben die es braucht. Der einzige der etwas von mir will ist mein Verstand. Also jedes „du musst“ hinterfragen und ihm mit Gewahrsein begegnen. Wahrnehmung der Welt sein als meine momentane Menschenaufgabe. Das Sein als Basis nehmen und immer wieder meinen Blick entspannen. Zu mir ist die selbe Bewegung wie zu Gott. Gott findet sich, wenn ich in mir bin.

Die subtile Traurigkeit kommt von der Grundüberzeugung verlassen zu sein (von Gott) und verlassen worden zu sein (von Mutter, Unterstützern, Missbrauchern, Gott). Diese Grundüberzeugung bedingt ein mich aus Überfordernung, Schmerzvermeidung und Todesangst abwenden. Ein Teufelskreis voller isolierendem Unheilsein. Das Zurückziehen, um Verletzungen zu vermeiden, verletzt mich. Mein Leibesschoß im Liebesschloss! Das Verlassenheitsgefühl kommt nicht von Gott. Er hat mich zuerst geliebt, bevor ich überhaupt lieben konnte. Selbst wenn mein kleines Herz mich verdammt, darf ich darauf vertrauen, dass Gottes Herz größer ist. Gott kann über mein Interesse für mich, mich zurückführen zur Wahrheit und sich darin strahlend selbst verwirklichen. In dem ich mich vor Gott schütze entziehe ich der Liebe das vertrauen. Die Idee, ich wäre im unter Menschen sein nicht beschützt von Gott, ist eine Lüge. Gott schützt mich auch im Schmerzerleben.

Ist es möglich sich sicher zu fühlen nicht durch die Abwesenheit von Leid, sondern durch die Anwesenheit von Gott? Nichts ist determiniert, er weiß einfach alles. Es ist unsere Wahl uns durch Verletzlichkeit und Verbundenheit zu erlösen. Es kann nichts schief gehen im sich Gott hingeben (im Gegensatz zu Menschen nutzt er nicht aus und missbraucht auch nicht). Die dunkle Seite kann alles was die lichte Seite kann, nur eines nicht: Andauernde Liebe! Weil Liebe Licht ist und damit andauernde Liebe in die lichte Seite kippt, oder als vorgetäuschte Liebe sich enttarnt und als dunkle Seite zeigt.

Je freier ich bin, umso mehr strahle ich Befreiung aus. Je mehr ich sein lasse, umso mehr erlaubt sich die Welt. Ich halte es aus nicht zu wissen, was mein Leben soll, was ich vom Leben will und was das Leben von mir will. Mein Freund das Leben erscheint manchmal mit hässlichen Fratzen. Mitunter erschüttert mich das Mysterium. Ich weigere mich nicht mehr gegen Heilung. Die Klagemauer bröckelt, ich darf empfangen. Ich verneige mich in absoluter Ohnmacht mit leeren Händen. Nichts zu wissen ist ein göttlicher Zustand. Gott ist. Gott baut wie zerstört meinen Weg. Manifestiert sich in meinem Herzen und macht mich weit für seine Welt. In der Liebe geht Gott atmend nach Hause. Die Essenz Gottes nimmt mich ein. Verbindet mich und führt mich an einen Ort der in Liebe wurzelt. Orientierungslos nichtwissend offen sein. Alles ist gegeben. Ich darf wünschen, erwarten und ergreifen.

Ja ich suche einen Raum in dem Liebe das Gestaltungsprinziep ist und darf zu allererst in mir diesen Raum (als Haltung zu mir) entfalten. Mein Sein pure Sehnsucht danach geborgen, durchdrungen und freie Liebe zu sein. Lieben müsen ist Stress, lieben können ist Freiheit!

Ich halte inne … warte … und wähle eine (neue) Freiheit.

Segen ist gegeben, um ihn entgegenzunehmen.

Endzeit meint, dass etwas zu endet und etwas Neues beginnt. Das ist doch ein Segen.

Jeder Herzschlag geschieht durch Gott.

Es gibt nichts zu tun, alles ist aus Gnade geschenkt.

Durch Gnade lebe ich. Durch Gnade werde ich befreit.

Durch Gnade gebe ich. Durch Gnade werde ich befreien.

Ich muss nicht ins Traumaland oder in die Dissoziation gehen, ich kann da bleiben.

Ich bin die ich bin und dort wo ich bin. Gott ist bei mir.

Gottes Seinsqualität sein.

Alles geschieht in Gott. Somit auch ich und er in mir.

Ich bin in Gottes Händen und Gottes Hand gleichzeitig.

Einfach nur (bei) Gott sein.

Es ist immer da das Ja zum Sein.

Das Leben selbst ist das Werk.

Nichts ist von mir.

Ich war noch nie und werde immer sein.

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Die dünne Haut der Schreibenden

Alles neu macht das zauberhafte Leben in der dünnen Haut der Schreibenden!

Der Zufall brachte am 13.1.22 eine Stipendienanzeige zum „passion writing“ zu mir…

die Einfälle flossen am Tag drauf in ein ehrliches Motivationsschrieben

Motivationsschreiben für ein Stipendium vom Kurier zur Teilnahme am Lehrgang „Passion Writing“ im Writersstudio

Ein Anfang. Eine eröffnete Tür ist diese Ausschreibung in der Kurierbeilage für mich . Seit eineinhalb Jahren schließen sich in meinem Leben die Türen jene zur Gesundheit, die zur Teilhabe am Arbeitsleben und damit auch zu vielen Beziehungen. Mit der körperlichen Schwäche und im Rückzug ohne Aussicht auf was Neues, da wo alles Alte nicht mehr geht stehe ich am Gang des Lebens und versuche mich zu orientieren. Schwierig ohne Rolle und Funktion mitunter identitätslos in Beziehung zu sein. Ich war mal so Einiges in der Welt. Im Moment gerade zurück von zwei Monaten Reha bin ich ein Niemand. Gekündigt, ausgeschlossen, arbeitsunfähig sind die formalen Daten. Lebendig, nichtwissend, immer noch schreibend bin ich offener Empfang. Und so kam es, dass ich die Kurierbeilage las, obwohl ich doch schon lange nicht mehr die Leitung der Berufsorietierung am ehemaligen Standort überhabe. Die Augen bleiben hängen am Bild mit Stift und Schreibblock, die beiden waren seit ich die Kulturtechnik des Schreibens trotz meiner Legasthenie erlernte mein Halt. Alles konnte und kann aufgeschrieben werden, jede innere Regung für die niemand Zeit und Interesse hat(te), jede äußere Beobachtung die das Bewusstsein einfängt. Was bleibt wenn alles zerfällt und wegbricht. Für mich ein Stift und Papier dort darf ich mit allem sein wo auch immer ich bin.

Herzklopfen und es ist wieder da das etwas Wollen, ja ich will dieses Stipendium zum „passion writing“ Lehrgang. Die Seele ruft laut, der Geist meldet Zweifel an. Letzterem habe ich viel zu lange zugehört und mich zu allem Unmöglichen getrieben, um wo dazu zu gehören (sogar zum Mathematikstudiumabschluss). Mehr und mehr leidenschaftslos das weitervermitteln was ich kann und das damit verursachte Leid(en) der jungen Menschen (an der höheren Mathematik wie am strukturell gewaltsamen Bildungssystem) mittragen. Bis es nicht mehr ging, bis selbst Zwang und Überwindung meinen Körper nicht mehr bewegte. Und jetzt ist es endlich vorbei, ich bin frei (bis auf ein paar Erkrankungen und existentielle Nöte), frei für meine Leidenschaft das Schreiben. Ja, ich möchte dabei sein und habe im letzten Jahr gelernt zu bitten. Es kostet immer noch ein paar aufgeregte Momente und es tut wirklich jedes Mal weh abgelehnt zu werden. Dennoch ist es besser als gar nicht gefragt zu haben und aus vorauseilender Enttäuschung im Stillen mein Nein zu ertragen. Deshalb frage ich hier um das Stipendium an.

Was ich vorzuweisen habe? Hmmm vollgefüllte mit Zusatzblättern beklebte Tagebücher der letzten 32 Jahre, einen Blog seit vier Jahren, der bei Interesse wie ein paar andere Impressionenn meines Lebens unter www.innenweltreisen.at eingesehen werden kann, eine erste Veröffentlichung in der Austellung höhere Mächte des Kunsthistorischen Museums, durch den Gewinn des Schreibwettbewerbs vor etwa einem Jahr und eine zweite im aktuellen TAUmagazin mit einem Mix aus Gedicht, Poetry Slamartigem und unmittelbaren, unzensurierten Schreiben. Das wars und was kommt ist offen. Weit offen. Vielleicht darf ich durch die Tür zum „passion writing“ Lehrgang schreiten.

Jetzt ist da Freude und eine zarte Träumerei: Wie wäre es wenn einmal in Rehaeinrichtungen kreatives Schreiben Einzug halten würde. Sicher so erhebend wie die erlebte Maltherapie. Der Lehrgang kann eine Tür zur Realisierung sein. Ich gebe mich der neu geborenen Vision hin und bedanke mich für erlesene Aufmerksamkeit!

Barbara Klaus

Wien, 14.01.22

… der Glücksfall bescherte mir am 17.1.22 ein mit dem Lehrgang beschenkt Werden…

… und der Vorfall mündete in der Teilnahme beim ersten online Modul von 20. bis 23.1.22.

Daraus möchte ich mit euch teilen… erst ein Gedicht:

Was beschützt meinen Atem?

Noch höre ich ein geatmet werden,

Nichtwissen im stehen und sehen der Apokalypse,

ohne Grund gehe ich unter.

Das Land hinter mir im Rücken,

noch sehe ich den elenden Weg,

realisierend mein Weg ist am Ende.

Was bleibt als Grund fürs weiterleben

über den endenden Weg hinaus

in das feuchte Unbekannte?

… und dann einen sehr persönlichen Essay dem vorangegangen viel Zeit und Raum zur Erforschung der eigenen Überzeugungen mit den daran klebenden und daraus erwachsenden Lebenserfahrungen gewidmet war. Hier erfasse ich wie die ersten warmen Tage nach einem lange eisigen innere Winter die Gewissheit des Wandels in mir spürbar macht(e). Es ist noch kalt aber der Frühling ist riechbar. Eine grenzenlose, unendliche Danksagung an meine Seelenmama.

Ich glaube, dass ich Hilfe brauche.

Für so ziemlich alles in meinem Leben habe ich Unterstützung gebraucht. Es fing schon beim Geborenwerden an, viel zu früh, zu schnell, gewaltsam geholt umgeben von Blut. Dann beim Atmen so oft habe ich Hilfe beim Atmen gebraucht. Atemnot ist ein meiner Kernnöte der Kindheit. Dann war da noch die Not nicht reinzupassen, anders zu sein, zu empfindlich, zu kränklich, zu sensibel, zu spürig. Ich brauchte also Hilfe, um eine einigermaßen schützende Haut aufzubauen, wiederzuerlangen und zu behalten. Dann brauchte ich Hilfe beim Singen, Schreiben, Lesen, Rechnen, Schwimmen, Skifahren, Volleyball- und Tennisspielen lernen. Tja und dann die viele Hilfe, die ich brauchte um Fremdsprachen zu lernen. Selbst beim Lernen lernen bedurfte es eines Buches meines Vaters, um irgendwie durch die Klassen zu kommen. Ich brauche Hilfe mit meinen vielen Ängsten, selbst meiner Mutter kann ich ohne Angst bis heute nicht begegnen. Alle Therapie und Methoden sind nur Peanuts für den hungrigen Angstwolf in mir, der so sehr verletzt wurde. Am meisten Angst habe ich vor mir selber, vor meinen Wahrnehmungen, Bedürfnissen und der tauben, starren Ohnmacht.

Später Jahre der Ausbildung und Übung um eine hilfreiche Helferin für andere zu sein. Aus-, Fort-, Weiterbildungen ohne Ende nur um weiter mir selbst gegenüber hilflos zu sein. Anderen konnte ich richtig viel helfen nur mir nicht. Nichts ging mehr. Ich konnte mich nicht mehr zwingen zu gar nichts. Erschöpfung bis auf die Knochen. Wieder reaktivierte Viren aus meinem Knochenmark entzünden Leber, Bauchspeicheldrüse, Darm, Zentralnervensystem. Ich brauchte Hilfe, um mich nicht im Entzünden von innen zu verbrennen. Löschzüge an Cortison und Monate der Schonung gepaart mit großer Disziplin im nur essen was ich noch verdauen konnte.

Dann brauchte ich Hilfe, um den Alltag zu bewältigen, um irgendwie mit meinen Schmerzen, dem Fiebern, der offenen Haut, all den Aufwallungen aus dem Unterbewussten und den unzähligen Tränen zu sein. Viele versuchten mir zu helfen, doch nichts half. Immer noch glaubte ich an die Hilfe von außen, aber nur mehr schwach. Hoffnungslosigkeit breitete sich aus und nahm das verzweifelte Hilfesuchen in seine erlösenden Hände. Aufgeben dürfen, da sein bedürftig ohne Hilfe. Zerfall ist nicht aufzuhalten, nichts was gehen will ist haltbar, jedes Festhalten vergeblich. Am Nullpunkt in der großen Leere im Niemandsland alleine bleiben.

Lange alleine bleiben und auf Reha gefunden werden von Eva. Der ersten Frau die mich weinend an ihrer Brust geborgen hält, bei der ich wehrlos sein kann, die verlässlich da bleibt und wiederkommt, in deren Sein ich mein zurückgezogenes Wesen wieder vorsichtig ausprobieren kann, die mir in die Augen schaut und meine Tränen erlaubt ohne sie erklären zu wollen, die mehr mit mir wahrnimmt als ich glauben kann, die mir absolut ehrlich und persönlich begegnet, für die es ausreicht, wenn ich atme und mir sogar dabei hilft. Bei ihr ist es möglich mich ganz hinzugeben wie ein Kind, dass sich in die Arme von liebenden Eltern fallen lässt und bedingungslos vertraut. Danke Eva für alles und besonders fürs dich Lieben dürfen, mit meiner Liebe bei dir als meiner Seelenmama landen dürfen und zurückgeliebt werden so wie ich bin; hilflos. Die Hilfe bin ich los, weil mir geholfen wurde, als ich nicht mehr an Hilfe glaubte.

Zu guter Letzt eine Empfehlung, die mir im Erfahren ganz neu das Schreiben erfahren ließ: Nimm ein rohes Ei in die nicht schreibende Hand und halte es während du einen rohen Text von dir formulierst.

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Lebensfluss

https://1drv.ms/u/s!AgbKvr1W9yBqgZsOuGZlqyDHPdRPEw

Meine Worte zum Jahresabschluss 2021 aus dem tiefen Erfahren des Wasserelements in mir, auf mir und um mich.

2021 war für mich ein Jahr des Verabschiedens von Vielem (Sicherheit, Leistung, Arbeit, Gesundheit, Identifikationen, Verhärtung, Selbsterhaltung…).

Und durch all das Verlieren und Loslassen von Vorstellungen, wie mein Leben zu laufen hat,
kommt etwas zum Vorschein, das ich so noch nicht gekannt habe.
Ich werde durchscheinender, die Grenzen aufgeweicht.

Auf einer gewissen Ebene weiß ich weniger über mich und warum ich hier bin.

Je mehr ich verliere, umso allumfassender werde ich.
Umso mitfühlender. Umso mehr liebe ich.

Als würde ich nach Innen expandieren.

Vieles was das ICH ausmacht, wird dadurch weniger.

Das fühlt sich manchmal nach verlieren an.

Was auch immer du hinter dir lassen musstest in diesem Jahr, ich sehe dich.
Und der Schmerz kann so unglaublich sein, dass man glaubt,
die Sonne würde nie wieder aufgehen.

Doch sie tut es.
Geborgen im Weltenbaum,
schicke ich dir zartrosa Sonnenstrahlen.
Mögest du sanft ins Neue gleiten.

Auf ein Wiedersehen
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Engel erkennt man an den Füßen, Teufel haben nur Verstand.

Schreiben bringt Erfahren auf die Erde. Es lässt mich tiefer ins Leben sinken.

Das gelebte Leben ist der Sinn. Aufhören wem auch immer zu folgen und erkennen was in mir stattfindet. Ein fortwährend erneutes Anerkennen was ich erlebe. Wenn ich mir nahe bin, bin ich allem nahe. In dieser Nähe zum Selbst bin ich eins mit allem. Anschauen was kommt von außen und was es mit mir macht im Innern. So entdecke ich was im Moment wahr ist und wahrgenommen wird. Wahrnehmen was mich aus mir heraus zieht und wie sich zurückkehren anfühlt. Es geht um den Augenblick und wo ich jetzt bin. Aus dem Wichtignehmen der inneren Führung kann ich entspannter leben. Mich zwanglos im inneren Freiraum bewegen und entscheiden wem und was ich mich zu- wie abwende.

Wiedergeburt ist ein fortwährendes Ereignis. Jeder, der sich nach Liebe sehnt, ist in der Lage Liebe zu geben. Idealerweise da anfangen wo es am nächsten liegt, bei sich selbst, bei der Herzöffnung für sich selbst, bei der guten Selbstbeziehung durch das Annehmen des Selbst wie es ist. Mich mir selbst nahe fühlen, mir den Schutz des eigenen Raumes geben und bei mir bleiben im Schmerz, der Freude, dem Loch, im Sterben mitten im Leben; so komme ich immer mehr in mir an. Im Mangel, in der Hilflosigkeit, im tiefen Schmerz geht durch ehrlich da seind etwas auf, dass die Quelle der Liebe ist.

Wo Licht da auch Schatten, beides gehört zum Leben und darf bewusst integriert werden, sonst sind wir nur zum Teil hier. Mein Leben als Brückentänzerin weder im Trauma noch im Paradies gefangen, um aus dem innersten Kern wahrhaftig zu leben. Dazu gehört ein mich echt in Beziehung zu bringen und wahrhaftig da zu sein. Dann kann der Körper Spannungen loslassen, die mich zurückhalten, und der Verstand kann von Programmen loslassen, die darauf abzielen mich zu beruhigen. Körper und Verstand trauen mir in dieser Daseinshaltung zu für mich einzutreten durch das Mitteilen der eigenen Bedürfnisse und Grenzen. Es kostet mich jedes Mal Überwindung mein Wollen zu spüren und mitzuteilen. Ein neu lernen da zu sein statt mich zurückzuziehen und aus der Beziehung zu gehen. Es erleichtert mich von der Anstrengung der Selbstunterdrückung und befreit vom nachherigen Groll. Die wahrhaftige Beziehung zu mir aufrecht halten zeigt meine diversen Ausweichstrategien in Kontakt. Wie automatisch läuft die Selbstablehnung, um zu vermeiden von Anderen nicht gemocht zu werden. In der Aufgabe der Angst liegt die Freiheit.

Aus der Entscheidung mich zu mögen werden ungeahnte Ängst bewusst. Angst vor zwischenmenschlichen Beziehungen und, wenn sie bestehen, Angst vor Ablehnung. Vor unerwiderter Liebe habe ich mehr Angst als vor der Liebe selbst. Im Lieben zurückgewiesen werden tut unfassbar weh. Diesen Schmerz zu fühlen vermeiden isoliert mich. Das was ich zurückhalte spiegelt mir das Außen. Wo kann mein Schmerz ebenso wie meine Liebe landen? Darf ich Hunger haben? Aufrichten des zerfallenen Selbst und zaghaft wieder riskieren und den Mut aufbringen zu meinen Gefühlen und Bedürfnisen zu stehen. Es wieder wagen zurückgewiesen zu werden, nicht gemocht zu werden und in zwischenmenschlichen Beziehungen wieder verletzt zu werden. Warum? Um das Leben im Modus des verletztwerden Vermeidens aus Angst zu verlassen. Beziehungen beinhalten Verletzungen und ich kann und möchte nicht alleine Leben. Deshalb stelle ich mich der Angst wahrhaftig tatsächlich zu lieben herzoffen und vollkommen verletzlich. Lernen im Schmerz genauso wie in der Liebe weich zu werden. Das einzige was mich stützt ist die Liebe. Mich mit allem und allen Energien erden im Herzen. Nur das Herz kann Paradoxien halten. Nur Lieben kann meine inneren Konflikte (aus)halten. Das Herz kann mich einen, wenn es mein Zentrum bildet. Die ganze Unendlichkeit wird in die Endlichkeit gepackt.

Ich darf den Schutz der Männer und die Fürsorge der Frauen in Anspruch nehmen und mir erlauben nur da zu sein. Als Möglichkeit mit offenem Ausgang. Ich bekenne tiefe Erschöpfung aus den Jahrzehnten der Angstladungen halten (die Todesangst vor meiner Mutter projiziert auf Menschen generell). Nicht freiwillig, sie liegt unter der Autoanpassung und der Erstarrung. Mein Wollen bringt mich in Existenzängste. Ich bin darauf programmiert die Beziehung zu schützen durch Funktionieren aus Taubheit für die eigenen Bedürfnisse, dahinter die Todesangst vor Menschen und die große Not sie gleichzeitig zum Überleben zu brauchen. Bitte helft mir in der Angst vor Selbstausdruck im Kontakt mit euch Menschen und lass uns Räume öffnen und beschreiten wo wir uns zeigen können ohne Ablehnungsangstverstummen und Verlassenwerdenschmerzandrohungen. Ermutigt mich meinen Schmerz aus der Isolation in den zwischenmenschlichen Kontakt zu bringen. Mich gehen lassen erlauben können und selbstberührt dasein im Fremdkontakt danach sehne ich mich. Nach der Erfahrung mich leben zu dürfen ohne mich halten zu müssen.

Gibt es ein Zugehörigkeitsgefühl ohne Anpassung, Selbstunterdrückung und Betäubung?

Mir selbst zu vergeben ist tägliche Arbeit. Meinem Verstand vergeben für das was er meinem Körper antut. Ich umarme die wirren Gedanken, weise sie iebevoll in ihre Schranken und gebe mir Raum zum Wanken. Riskieren heißt für einen Moment den Boden zu verlieren, nicht riskieren heißt sich selbst zu verlieren. Also Geduld mit mir im Ringen um die Erde. Wieder und wieder Rückschritte vergeben und Rückverbindung erlauben. Ich suche Bewusstseinsräume wo ich mich mit mir tief und anhaltend in Beziehung setzten und öffen für Andere sein kann. Und wieder ist da die Angst. Meinen Selbstschutz anerkennen und damit bei mir bleiben. Wie sehr kann ich liebevoll bleiben, wenn ich mich in Kontakt zurückziehe? Wie gütig kann ich sein wenn nichts geht? Wieder das zerfallene Selbst aufrichten und selbst über den eigenen Wert entscheiden. Statt Anerkennug suchen mich selbst anerkennen. Das Ende des Liebe Suchens ist im Akt des selbst Liebens zu finden. Liebe ist ein Akt von Vertrauen. Sich lieben meint sich vertrauen und sich zu ermutigen. Liebe achtet meine Entscheidungen und meinen Willen. Das ganze Nichtwollen meines Lebens taucht auf. Auf dem Kopf stehen und meine Füße sehen. Engel erkennt man an den Füßen, Teufel haben nur Verstand.

Umfallen und schwach sein. Ich darf reglos, schwer, leer, erstarrt sein und als Vollblockade nichts wollen. Am Ende ist es egal wie oft ich (un)recht gehabt habe, es zählt nur wie tief ich geliebt habe. Gottes Liebe ohne menschliche Liebe flutet ein. Gott ist in meiner Schwäche mächtig. Es reicht zu sein. Von Gott kommen keine Handlungsaufforderungen! Im Nichtstun begegne ich Gott und plötzlich macht all das Nichtwollen Sinn. Wenn ich in mir in Liebe bleibe, bleibt Gott und ich in ihm. Gott gibt mir alles um zu sein.

Selbstvertrauen kann gemessen werden im Vertrauen zu Gott. Je näher man Gott kommt, umso dünkler wird es bis darin das Licht erscheint im Einlassen auf das was ist. Ja sagen mündet in ein unaufhörliches Gewandeltwerden. Die Anteilnahme am Frieden Gottes wird mit zunehmenden Bewusstsein immer vollständiger. Gottes Reich ist inwendig. Wir sind mit Gott und Gott ist in uns. Es gibt den Tag, da stehst du vor deiner eigenen Heiligkeit und dann geht es weiter oder auch nicht.

Gnade ist immer da wie ein unsichtbares Schwert. Der Machtwechsel muss in uns selbst geschehen. Die Gnade spürt den Wahrheitsgehalt des Seins und verschenkt sich, wenn man ist wie man ist. Der Weg zur Heilung ist Hingabe zu dem was ist und den Moment so annehmen wie er ist. Je tiefer der Glaube verankert ist, umso mehr kann L(i)eben fließen. Respekt bedeutet jemanden anzunehmen wie er ist (alles andere ist eine Mischung aus Angst und Totstellen). Mich zu respektieren bedeutet mich anzunehmen wie ich bin. Eine Aufgabe für mehrere Leben!

Mein Körper ist Erde und die Energieflüsse machen aus dieser Erde einen lebendigen Organismus. Trennen, betäuben, aus schließen und separieren ist traumabedingt. Alles kann nur heilen, wenn es sich zeigen darf und in Kontakt eine Verbundenheit erfährt. Im Kleinen in mir und im Großen außen in der Welt. Im Ganzsein braucht es keine Lehren mehr. Da ist ein seelisch, geistig, körperlich in allem sein und aus allem fühlen, spüren, sehen. Dazu führt im besten Fall die Spiritualität und der Glauben, weil sie das höchste Licht durch alles in die Erde bringt und (rück)verbindet.

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Leid ist das schnellste Pferd zu Gott. Meister Eckart

Leid bricht auf, vertieft, öffnet, zerstört, entwickelt, demütigt, gebiert, zerstückelt, nimmt auf, zerreißt, entleert, taut auf, verbrennt, fesselt mich, breitet vor auf den grenzenlosen Raum der bedingungslosen Liebe.

Das Leben unterstützt mich in seinem eigenen Tempo, weil es wirksam ist in mir.

Ich bin beschützt auch wenn niemand, inklusive mir, weiß was mit mir passiert.

Ich kann dem Leben vertrauen so wie es ist, auch dem Leben in mir.

Alles erforschen was in mir geschieht und mich jedem Zustand zuwenden.

In den Körper hineinbewegt alles spüren, auch wenn alles in mir flüchten will.

Der Sog nach oben weg zu gehen in der Unaushaltbarkeit schlägt um.

Die Kompensationsmechanismen brechen in sich zusammen.

Panik und absolute Hilflosigkeit treten miteinander in Beziehung.

Die tiefsten Ängste kontaktieren mich.

Meine Wahrheit findet mich.

Die Wahrheit benennen: Ich kann nichts mehr tun.

Kapitualtion im Nullpunkt wo alles in mir Finsternis ist.

Der Beobachter beobachtet sich selbst und löscht dann seine Existenz aus.

Das Leben vertraut mir! Ich darf einfach geschehen lassen.

Ein von Gott gelebter Mensch entsteht.

Ein neuer Leib der sich auf der Wahrheit gründet.

Frieden ist in mir. In mir mit allem da sein bemerkt sich der Unfrieden.

Im ewigen Frieden Gottes im Unfrieden verharren.

Ausblick und Einblick fallen zusammen.

Wachstum und Raum entstehen von selbst aus sich heraus, da braucht es keine Hilfe.

Ich bin aus dem Nichts gewachsen, so dass ich (über-)lebensfähig war.

Der Embryo wächst und die Gebärmutter dehnt sich aus.

Wenn das Leben es will, dann entsteht der Raum aus sich heraus.

Ich bin nie alleine, da ist etwas, dass mich trägt und hält, auch wenn ich es noch nicht spüren kann.

Meine Anwesenheit fehlt(e) mir.

Jetzt habe ich Zeit für mich.

Der Raum entsteht und wächst mit mir.

Es ist immer mehr Raum da als ich sehen kann.

Es ist genug Raum da.

In mir beginnt und endet der heilige Weg.

Auch das Dazwischen ist Gott.

So ist der Himmel, wenn er mir vergibt.

So legt sich Gott in mir frei.

Gott verfügt über mich.

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