Was ist die Realität hinter der Wunde? LIEBE!

Es ist DER Weg zu sich, durch die ungefühlten Verletzungen hindurch, in die eigene Essenz.

 

Wahre Transformation beginnt nicht dort, wo wir aufhören zu leiden.

Sie beginnt dort, wo wir aufhören, vor der Wahrheit wegzulaufen.

Wenn die Narben des Lebens nicht mehr verstecken werden,

Verletzlichkeit und Berührbarkeit keine Schwächen darstellen,

sondern Wachstum und ein Zeichen für innere Stärke sichtbar machen.

 

Selbstablehnung ist die Ursache der meisten psychischen und körperlichen Krankheiten.

Die Realität beginnt im Blick. Schau neu hin auf alles was du abgelehnt hast.

Die Umkehr – Selbstannahme – Interesse, Geduld, Erlaubnis, Wohlwollen und Herzöffnung, die Heilung.

Heilung braucht einen Raum in dem alles da sein darf.

Liebe ist die einzige Heilung die existiert.

Ankommen gibt es nur im Herzen!

 

Es ist DIE Lektion für mich stabil in meinem Wesen zu bleiben und meine Essenz – Liebe – zu sein.

 

Mir war immer bewusst es gibt ein „nach der Heilung“, ein vollständiges Selbst sein (und es war vorher schon angelegt nur unbewusst). Es ist ein Rückweg, des Bereinigens und Entleerens aller Verletzungen und geglaubten Irrtümer über mich bis in den Kern des würdig und vollkommen Seins, weil das „ich bin“ von unendlichen Wert ist. Das zu verkörpern war ein Weg, der lohnendste von allen die ich beschritten habe.

Dazu bedarf es den ungefühlten Schmerz, alles was nicht nochmal passieren durfte (oder darf) zuzulassen. Bei mir zum Beispiel wirklich ganz real werden lassen „ich bin die Verlassene“ und nicht in die allverbundene Seelenebene wo alles fein ist ausweichen, sondern spüren und fühlen im Leib hier und jetzt (eigentlich schon ein längeres jetzt): Geöffnet fallengelassen, aufgebrochen verlassen und in meiner Essenz und allem drumherum vollumfänglich abgelehnt worden zu sein. Im unerwünschten persönlichen Sein atmen und allen Gefühlen begegnen. Es darf genau so sein und es ist als Erwachsene durchfühlbar. Die Frau, die ich bin kann dem Schmerz in die Augen schauen und den Leib zur Verfügung stellen, was dem Mädchen unmöglich war.

Die Kleine musste ihr Herz verschließen (für die erniedrigende, missbrauchende, nichts spürende, gefühlstaube Mutter mit dem Herz aus Stein), um in diesem kalten harten Milieu zu überleben. Permanentes gegen mich selbst sein war die Folge. Ein Kampf „ich gegen mich“, also mein „Liebe sein und ausdrücken“ unterdrücken, mein natürliches Fühlen und Empfinden vernichten, jede Hinbewegung betäuben. Das war katastrophal, weil es meine Essenz unterdrückte, viel Lebenskraft verbrauchte und mein Fundament der Verankerung im Herzen schwächte.

Ich hab viel versucht, mich bemüht, auf alles geachtet, gerungen, gekämpft, vermieden, mich abgelenkt und bin auf die Seelenebene ausgewichen, nur um diesen grausamen Schmerz „wieder die Verlassene zu sein“ nicht zu fühlen und nicht leibhaftig zu realisieren, das mir wenn überhaupt nur mehr mit emotionaler Kälte und Widerwillen möglichst minimal begegnet wird. In diesen Zeiten ist es möglich zu bleiben, mich genauso anzunehmen und die Wunde zu mir zu nehmen. Es ist da und darf gefühlt werden die Verlassenen zu sein, die nicht gewählt wurde und nicht mehr gewollt wird. Da ist auch die Verdrehung im Geist, die Liebe mit meinem Selbstwert verknüpft hatte, zu sehen und zu entlassen.

Die Wunde tut scheiße weh und ich schaue dem Schmerz ins Auge. Bin da, atme, weine (ja schon lange und es braucht Geduld unterdrückte Trauer von 40 Jahren zu entleeren und die der letzten drei Jahre ist dabei behilflich), fühle alles wie es da ist (immer bunter, lebendiger, fließender). Lasse es geschehen weh zu tun, zutiefst im Schmerz zu sein genauso wie in Glückseligkeit. Heilweinen im mich da abholen wo ich mich verlassen habe (meinen Wert, meine Würde) und heimkommen in die Einheit im energetischen Herzen. Ich bin der sichere Raum für jede Wahrnehmung und damit bedingungslos für mich. Mir selbst Boden sein und wurzeltief und kosmosweit ein Fundament bauen.

Um Becken und Herzen zu verbinden ist es nötig an der Zwerchfell Schwelle zu verweilen und sich all den Gefühlen hinzugeben, die abgespalten wurden. Hier ist das Tor zur Kraft, zum inneren Feuer. In diesem darf alle falsche Angepasstheit, fremde Identifikation mit den Überlebensstrategien und Traumafolgen gehen. Im sich auf den Boden jedes Gefühls fallen lassen bis zum vollen Einverstanden-Sein, dass ich das alles bin geschieht die Alchemie. Dies ist auch die Qualität der inneren Frau, die sich öffnet und all die Gefühle rein, durch und raus lässt. Empfänglich, weich, durchlässig im Fluss.

Hingabe ermächtigt das göttliche Selbst den eigenen Raum zu übernehmen. Hingabe geschieht in einem Moment der Gnade, wenn das, was erlebt wird, in diesem Moment genau so sein darf, wie es gerade ist. Es ist ein tiefes Loslassen, ein tiefes Aufgeben von allen Überlebensstrategien, ein Freiwerden von jeder Anspannung hinein ins Einswerden mit diesem Moment und mit sich selbst.

Der Raum in mir ist mittlerweile so sicher und mein Gefäß so weit, dass die Angst vor dem Verlassensein umarmbar ist, weil ich sie da sein lassen kann. Nichts mehr zurück und fest halten, sondern alles in der Sanftheit halten. Die Todesangst für immer vergessen zu werden. Die Urangst vor dem andauernden Verlust der Verbindung. Atmen und weiter fühlen kann, wo ich früher aufhören musste aus Mangel an Kapazitäten. Ich habe mich wieder voll und ganz geöffnet (für meine Nöte, die leisen alten und die aktuellen), begegne dem Schmerz, stehe im Verlassensein und bin da als die, die ich bin, als Liebende. Und das ist kein einmaliger Akt, das geschieht in Wellen, so wie die Seele sich Raum nimmt und in mir verkörpert. Je mehr Bewusstseinslicht rein kommt, umso mehr Ungesehenes wird sichtbar.

Das kreiert ein enormes Liebesfeld, weil die Angst die Verlassene zu sein wegfällt, der Erfahrungsraum durchwandert wird und im durchleben eine Realität hinter der Wunde erscheint. Mein wahres Wesen, dass alles lieben kann. In meinen Augen unendliches Mitgefühl und eine unfassbare Liebe im Herzraum.

Ich lasse das Herz lieben, wie es das fortwährend tut aus seiner Natur heraus, auch wenn der Verstand es nicht gut heißt. Er will vor Schmerz schützen, doch der Schutz macht das Herz eng und das tut anders weh. Es erschöpft energetisch und schwächt körperlich diese Zurückhaltung. Lässt eng und getrennt fühlen. Der Weg aus der Angst liegt in der Rückkehr zur Liebe.

Da gibt nichts zu verstehen, das ist eine andere energetische Liga, die über dem Verstand spielt. Jene der Liebe und Einheit mit allem was ist. Das Herz liebt bedingungslos. Das Herz schließt nichts aus, verdreht nichts und ist manipultionsfrei. Es gibt keinen sichereren Ort! Ich kann nicht scheitern, wenn ich meinem Herzen folge, nur wachsen in meinem „Liebe sein“.

Es ist nichts falsch mit meinem weiter lieben trotz verletzt, erniedrigt und entwertet werden. Ich bin in meiner Natur – Liebe – und lebe das. Ich kann auf die kalte Verbindung schauen, darin sein und auch all die warmen, herzlichen, nährenden, mein Wohl wollenden und mich rein spiegelnden Verbindungen ebenso sehen.

Das ist die wahre Bedeutung von echter Liebe, dass sie bleibt auch wenn ein Herz ihr gegenüber verschlossen ist und bleibt. Alles was ist wird in Liebe angenommen und das ist nur im neutralen Zustand der Entpolarisierung möglich. Liebe ist die Verbindung zu allem was ist. Hier ruht der Seelenfrieden der sagt: Es ist wie es ist und es darf sein.

Bedingungslose vollkommene Liebe hat immer das Herz für alle offen, auch wenn es persönlich weh tut und verletzt ist.

Hier und jetzt gelingt die Reife des Bleibens in meiner Essenz – bedingungslose vollkommene Liebe. Mein Erwachsensein wird zutiefst geschult davon nicht mehr abzurücken, unter keinen Umständen. Das ist es was mein Leben gerade ausmacht, in Liebe da zu sein. Sanft, klar, bestimmt und zentriert. Und damit fließt mir so viel Kraft zu wie noch nie. Aus mir und in mir und um mich pure Liebe.

Ich generiere ein riesengroßes Liebesfeld. Alle die großen Seelen haben eine miserable Kindheit als Prägung, es ist das krasseste Erinnerungsmerkmal im Erfahren von „ich bin Liebe“. Schmerzhafte Verluste, Missbrauch, Verrat, Vernachlässigung, Übergriffe usw. im irdischen Leben sind die Reifeprüfungen des Göttlichen. Bewusst wird daraus Heilung, Annahme, Liebe. Unbewusst wirken Urteil, Vorwurf, Angst, Härte und Trennung.

Ich war es und bin es immer noch, keine der Umstände konnte das ändern. Im Abbau der Angst vor der Begegnung mit dem Schmerz und damit fühlend da zu sein, kreiert sich ein Feld der Annahme und bedingungslosen Präsenz.

Loslassen geschieht dann, wenn Wahrheit gefühlt wird. Beim Loslassen geht es darum, das Außen loszulassen! Im eigenen Inneren alles was Nichtselbst ist klar und bestimmt nach außen zu führen (beziehungsweise Projektionen nicht zu sich zu nehmen und nichts davon sich zu eigen zu machen) und loszulassen.

Liebe entsteht indem wir uns selbst ehrlich begegnen und mit allen auch Schutzmechanismen, Schatten, verletzten Anteilen da sind und zwar mit Mitgefühl. Daraus wächst Liebe von ganz allein.

Jede sieht das Ungesehene im Verhältnis zur Klarheit der Reinheit des eigenen Herzens.

Die Wunde ist ein Erfahrungsraum. Indem ich mit ihr sein kann und darin bin, durchflutet über das Mitgefühl die Liebe den verletzten inneren Ort und die Realität hinter der Wunde erscheint – das eigene reine Wesen. Es war immer alles richtig mit mir und jetzt kann ich es auch genauso erleben. Und nun fließt selbst zu meiner Mutter aus meinem Herzen Liebe. Das ist die höchste Form des Übungsfeldes, selbst dorthin meine Liebe fließen zu lassen.

Die Liebe reicht dorthin, wo ich nie mit Liebe hinzureichen wagte. Das korrigiert, ergreift, berührt zutiefst und erhebt alles was gedeckelt war. Darunter kommt das was geschützt werden musste, die Reinheit des Herzens, die alles in der Essenz erkennt zum Vorschein. Es ist (m)eine Liebe, die alles segnet und überall hinreicht. Das ist die Hereinforderung, der Segen und die Verheißung zugleich. Der einzige Weg für mich wirklich glücklich und erfüllt zu sein, ist mein Herz ganz zu leben. Es führt mich in eine Energie von ultimativen Schutz und vollkommene Liebe. So bin ich die Quelle der Geborgenheit und bringe sichere natürlich bleibende Liebe in alle Felder.

 

Wähle dich selbst mit jedem Atemzug.

Nimm dich so wie du bist.

Führe dich zurück in deine Essenz.

 

Das Herz ist der Kern des ganzen Universums.

Danke, ich bin zutiefst dankbar lieben zu können.

Und mich zu finden im Tanz der sich suchenden Einheit.

 

In Liebe zu mir, zu dir, zu uns.

Die Reise der Liebe ist ohne Ende und Anfang.

Lasst uns ein Herz und eine Seele werden und sein.

Wundenforschung und Heilungsgeschehen

Nach zehn Jahren unterwegs sein in Sachen Traumaheilung als Betroffene, Begleiterin in Therapie, Coaching, Selbsterfahrung sowie therapeutischen und spirituellen Gruppen, kann ich den Kern der Traumatisierung in Bindungen und die daraus resultierenden Heilungsweg klar essenzieren. Alles verdichtet sich auf die beiden Wunden der Verlassenheit und Vereinnahmung. Beide heilen durch innere Elternschaft, Selbstverantwortung und Öffnung für neue Erfahrungen (da wo Abhängigkeit und Unabhängigkeit nicht gesund entwickelt werden konnte).

Wir sind in einem Zustand kompletter Abhängigkeit in diese Welt hineingeboren worden. Mit der Zeit bewegt sich der Organismus Schritt für Schritt, hin zu einem Zustand immer größer werdender Unabhängigkeit. Der Radius, die Möglichkeiten und das Beziehungsnetz zu den Menschen, Tieren und der

Welt vergrößert sich. Und damit die Möglichkeiten, die Abhängigkeit selbstständig zu richten. Mich also selbst darum zu kümmern, einen Ort zu finden, an dem ich mich neu erlebe, und Menschen zu begegnen, mit denen es möglich ist, in einer wohltuenden Weise in einen Austausch von Bedürfnissen zu treten.

Das ist das lebendige Dasein zwischen Abhängigkeit und Unabhängigkeit, das Spiel zwischen Freiheit/Weite und Verbindung/Nähe, so wie alle lebendigen Rhythmen einatmen und ausatmen und in einem Wechsel von Verdichtung und Ausdehnung pulsieren. Beides – abhängig und unabhängig sein zu können – sind Fähigkeiten und in jedem Einzelnen zu realisieren und auszubalancieren, damit ausgeglichene Beziehungen möglich sind.

In der Abhängigkeit bin ich aufgerufen mich im Inneren mit meinen unabhängigen Teil, der für meine Bedürfnisse sorgen kann zu verbinden. Im unabhängig agieren ist es wichtig bewusst zu haben, dass ich auch abhängig von Menschen bin. Abhängigkeit braucht (Selbst-)Fürsorge und Unabhängigkeit braucht Verantwortung. Rutsche ich zu weit in meine Autonomie, kann ich mich spüren lassen wie gut es tut, dass es auch andere Menschen gibt. Und wenn ich mich abhängig fühle, weil der Teil in mir aktiviert ist, besinne ich mich auf meinem unabhängigen Teil, der sich gut um mich kümmern kann und es hinbekommt fürsorglich mit mir selbst da zu sein.

Verachtet man die Abhängigkeit als Schwäche, so fehlt die Fähigkeit, sich immer wieder tief zu verbinden, zu empfangen und sich zugehörig, aufgehoben und geborgen zu fühlen. Scheut man die Unabhängigkeit, weil man nicht gelernt hat, einen ungefüllten Raum mutig mit dem eigenen Sein neu zu füllen, so ist man in der Verdichtung gefangen. Die Teilnahme an dem Spiel der vielseitigen Vernetzungen und dem großen Feld der unbegrenzten Möglichkeiten hat keinen Raum zum Atmen, es fehlt die Weite für lebendigen Austausch.

Der abhängige Teil braucht Nähe, der unabhängige Teil braucht Freiheit. Ein gesunder Erwachsener braucht beide Teile im Spiel mit dem Raum, mit Nähe und Distanz. Fehlt der nährende, schützende Halt von außen, der Geborgenheit, Sicherheit und Nahrung auf allen Ebenen gibt, so entsteht eine Not, in der ein tiefes Grundgefühl der Verlassenheit ausgelöst wird. Die Verlassenheitswunde ist ein Schmerz, der also durch ein „Zuviel“ an Raum zugefügt wird.

Fehlt der Freiraum zur Entfaltung, oder wird mit vereinnahmenden Forderungen, Zwang oder sogar Gewalt in den intimen Seinsraum eingedrungen, so entsteht eine Not, in der ein tiefes Grundgefühl der Vereinnahmung ausgelöst wird. Die Vereinnahmungswunde ist also ein Schmerz, der durch ein „Zuwenig“ an Raum zugefügt wird. Beide Wunden, die fast jeder Mensch in verschiedener Intensität und Ausprägung in sich trägt, wurzeln vor allem in unserer Kindheit.

Der emotionale Schmerz beider Wunden hat eine hohe Intensität und ist meist verkoppelt mit traumatischer Aggression (Kampf), Panik (Flucht) oder Dissoziation (Totstellreflex). Kleinste Auslöser können diese alten Schmerzen dann hervorrufen und katapultieren in die Tiefen der Katakomben der Überlebensmechanismen. Entweder schreit es in deinem Inneren: „Lass mich nicht allein, bitte, bitte um alles in der Welt, lass mich nicht allein, verlasse mich nicht!!!!“ Oder es schreit (wenn du genau hinhörst): „Lass mich los, lass mich sofort los, lass mich in Ruhe, hör auf damit, hör sofort auf damit, lass mich los!!!“

Der abhängiger Teil, kümmert sich um Verbunden-Sein, Zugehörig-Sein und Hier-auf-der-Welt-geborgen-Sein. Hat dieser Teil eine schwere Vernachlässigung erfahren, bei der es real oder gefühlt ums Überleben ging, dann ist eine Verlassenheitswunde im Nervensystem eingegraben. Wird sie auch nur durch Kleinigkeiten aktiviert, löst es einen schnellen Reiz-Reaktionsmechanismus traumatischer Erfahrungen aus, und von einer Sekunde auf die andere ist man gefühlt wieder im Überlebensmodus. Die Eingeweide (Bauchgehirn) geben die Information, verlassen zu werden, bedeutet zu sterben. Bei mir war das „zu wenig“ so zu wenig, dass es existenziell war und sich dadurch eine traumatische Not des Verlassenseins im Nervensystem festgeschrieben hat.

Der unabhängiger Teil kümmert sich ums Frei-Sein, Weit-Sein und Selbstständig-Sein. Hat dieser Teil einen schweren Missbrauch erfahren, bei dem es real oder gefühlt ums Überleben ging, dann ist eine Vereinnahmungswunde im Nervensystem eingegraben. Wird sie auch nur durch Kleinigkeiten aktiviert, löst es einen schnellen Reiz-Reaktionsmechanismus traumatischer Erfahrungen aus, und von einer Sekunde auf die andere ist man gefühlt wieder im Überlebensmodus. Deine Eingeweide (Bauchgehirn) geben dir die Information, vereinnahmt zu werden, bedeutet zu sterben.

Beide Teile, sowohl der abhängige als auch der unabhängige, kümmern sich in ihrer eigenen Weise um die Bedürfnisse. Der abhängiger Teil durch die Kapazität der Hinwendung, Annahme und Aufnahme, und der unabhängiger Teil durch die Kapazität der Neuausrichtung, Erweiterung und Variabilität.

Trägst du wie ich den Schmerz der Verlassenheitswunde in dir, weil deine existenziellen Bedürfnisse schwer vernachlässigt wurden, versuchst du diesen Schmerz zu vermeiden, indem du dich komplett auf die unabhängige Seite schlägst, bereit, jederzeit selbstständig zu stehen und dich bloß nie zu lange irgendwo anzulehnen – denn das ist zu gefährlich! Abhängigkeit wird so gut es nur geht vermieden, um dem Risiko zu entgehen, dass der schlummernde Schmerz wieder an die Oberfläche kommt. Doch das Innere sehnt sich immer noch nach der Geborgenheit und Nähe, die nur der abhängige Teil aufnehmen und empfangen kann. Das tragische Dilemma ist also, dass um den Schmerz der Verlassenheitswunde zu vermeiden, der gleiche Schmerz in abgeschwächter Form gewählt wird, dafür aber dauerhaft. Die Vermeidungsstrategie kreiert eine

dauerhafte Verlassenheit. Bei mir ist es ein Grundgefühl von Vereinsamung und Verlassenheit, das wie ein ständiger leiser Begleiter in mir wahrnehmbar ist (nur ein Mensch konnte – soweit präsent und emotional erreichbar – den vollständig zum Verschwinden bringen).

Andersherum geschieht es, wenn die eigenen Bedürfnisse existenziell missbraucht wurden, um Macht über dich auszuüben. Dann versuchst du diesen alten Schmerz von Vereinnahmung zu vermeiden, indem du dich komplett auf die abhängige Seite schlägst, darauf bedacht, dich ständig in einem Geflecht von Abhängigkeiten angebunden zu wissen, um nicht zu viel Raum zu haben, der plötzlich vereinnahmt werden könnte, denn das ist zu gefährlich! Hier wird die Unabhängigkeit so gut es nur geht vermieden, um dem Risiko zu entgehen, dass der schlummernde Schmerz wieder an die Oberfläche kommt. Doch das Innere sehnt sich immer noch nach der Freiheit, Weite und Selbstständigkeit, die nur der unabhängige Teil ergreifen

kann. Das tragische Dilemma ist also, dass um den Schmerz der Vereinnahmungswunde zu vermeiden, der gleichen abgeschwächten Schmerz gewählt wird, dafür aber dauerhaft. Die Vermeidungsstrategie kreiert eine dauerhafte Vereinnahmung.

Das ist natürlich nur so einfach und eindeutig der Fall, wenn vor allem eine der beiden Wunden klar und deutlich ausgelöst wurde. In der Realität ist bei den meisten Menschen oft eine Mischung aus beiden Wunden vorhanden. Bei mir waren die schmerzhaftestesten Erlebnisse jene als diese Wunde in Reinform voll ausgelöst im „in der Kontaktlosigkeit leben“ ergab. Ich hätte so sehr zumindest eine Aussicht auf einander wieder begegnen gebraucht. Alles in mir schrie „ich kann mich nur mit dir sicher fühlen“ während mein Gegenüber deutlich machte „geh weg, ich kann mich nur ohne dich sicher fühlen“. Die Strategien waren in Konflikt, das Bedürfnis nach Sicherheit ist das gleiche. Da war sie wieder die alte Ohnmacht reinszeniert, keine Möglichkeit auf ein elementares Erleben von Bindungssicherheit. Die gegenwärtige Ohnmacht, dass ich das Nervensystem des Anderen nicht regulieren kann, so dass die scheinbar unbedingt nötige Verbundenheit (in mir!) da bleibt.

Darin ist klar das Recht auf Distanz vor meinem Nähebedürfnis wirksam, weil Nähe immer ein Geschenk ist und Distanz in unserer Kultur das Vorrecht hat. Jene Person, die sich mehr im unabhängigen Teil befindet, hat mehr Macht, weil sie ihr Bedürfnisfeld selbstverständlich ausleben und die Beziehung jederzeit verlassen kann. Während jene die im abhängigeren Teil leben, sich um die Verbindung kümmern muss, um die eigenen Bedürfnisse möglicherweise erfüllen zu können.

Die emotionalen Nöte des unabhängigen Teiles viel leichter mit Ablenkungen zu unterdrücken, als jene des abhängigen Teiles. Mein Leben ließ mich nie gesund abhängig sein und mit dem einen Menschen, wo ich mich in dieses Feld wieder rein getraut habe, hat es mich am sensibelsten Punkt erwischt, um genau darin bewusst zu werden und dort mit meiner Anwesenheit präsent zu sein. Meine Urwunde „abhängig und nicht gewollt sein“ aus der Schwangerschaft und frühen Kindheit in Aktivierung ist das schmerzhafteste was mein Leben mir wieder zugemutet hat. Da war jede Menge Unruhe im Kopf, Herzrasen in den Nächten, Trauer in Wellen durch die Tage und vor allem Hilflosigkeit zu fühlen. Bis heute spüre ich diesen bedrohlich blähend drückenden Angstbauch um den Nabel, wenn ich Verbindung brauche und nicht gewollt bin. Im Nervensystem pure Not, überallhin breitet sich die Alarmbereitschaft „nicht ausreichend geliebt zu sein“ aus. Alle Körperteile agieren eigenständig chaotisch, ein Spaltungsgeschehen, alles zerreißt in Teile und ich sehe es. Nur in meinem Herzen bin ich dann noch sicher. Hier ist in diesen Momenten meine Zuflucht und Erlösung.

In meinem Herzraum bin ich der wertfreie und neutrale Beobachter. In meinem Herzraum bin ich gehalten und geborgen. Meist genügt es die Aufmerksamkeit im Herzen zu sammeln. Ich erlaube das Gefühl zu fühlen „nicht gewollt zu sein“ und mich darin zu spüren. Meine Lebenskraft war nicht gewollt (meine Sexualität, meine Stimme, mein Ausdruck, mein Wille, mein Wollen). In dem Beobachten aus der Sicherheit in meinem Herzen kehrt wieder Harmonie ein. Alles was damals verloren gegangen ist, darf in mein Herz kommen und Sammlung geschieht. Ich spüre die Lebendigkeit im Herzen und das was durch mein Herz und mit Herz von mir zum Ausdruck gebracht werden möchte. Da ist wieder Raum zum atmen und die Klarheit kommt zurück. Es ist okay, auch wenn es sich für mich mulmig anfühlt, komplett unsicher in der Verbindung zu sein. Hier verliere ich die Augenhöhe und meine Würde. Verliere mich in der Not ohne Ahnung „kommst du wieder, gibt es uns noch, bin ich überhaupt noch relevant für dich“.

Wem ist die Beziehung weniger Wert ist grausam und eine pseudounabhängige Entwertung der Abhängigkeit. Die Abhängigkeit lösen, loslassen, mich zu mir nehmen und mich nach Hause ins Herz fühlen. Nervensystem regulieren und nicht mehr mitspielen, damit die Notwendigkeit verschwindet, den anderen als „Sicherheitsspender“ zu brauchen war und ist der Weg. Mittlerweile kann ich Distanz ganz gut halten. Dennoch ist es auf unabsehbar lange Zeit schwierig (aus)zuhalten „abgeschnitten“ zu leben und zu erleben, dass alle meine Reparaturversuche ins Leere laufen.

Wichtig ist diese Wunden zu realisieren, zu verifizieren, ihnen zu begegnen und sie anzunehmen. Langsam und mutig aufhören sich mit Vermeidungsstrategien von ihnen fern zu halten und sowohl Schmerz als auch Bedürfnisse zu mir nehmen. Denn nur, wenn fühlende Begegnung geschieht ist Heilung im Inneren möglich. Und auch eine neue Erfahrung im Außen realisierbar (sich selbst darin zu halten und/oder Schritt für Schritt mitzuteilen und womöglich gehört zu werden).

In meinem Fall bedeutet das seit Jahren die „Bedürftige“ zu halten statt sie vor mir selbst zu verstecken, mich selbst zu versorgen und im sichtbar werden mit Bedürfnissen zu ermutigen. Mein Halt für beide Teile ist da, aber noch nicht ausgewogen. Wenn der abhängige Teil ans Steuer möchte, greift die innere Kontrolle und unterwirft ihn dem unabhängigen Anspruch „alleine klar zu kommen“, um nicht wieder so verletzt, beschämt, verlassen in Not zu geraten. Dann dominiert das System die Bedürfnisse des abhängigen Teiles aus Angst davor mich auszuliefern. Das ganze zieht sich dann eine Weile bis sich das „nein“ zu diesem Teil von mir im Körper mit Schmerzen Gehör verschafft und freigibt wozu mein „ja“ fehlt.

Der Abhängige tendiert dazu die Unabhängigkeit zu verstecken und der Unabhängige versteckt meist die Abhängigkeit (vor sich selbst). Beide sind primär Fähigkeiten und Körperressourcen, also in der Körperweisheit wieder findbar und zulassbar. Die Wunden machen zu und meinen „so war das und damit muss ich klar kommen“. Wir erwarten was wir erlebt haben, weil wir uns darin sicher fühlen! In der Wunde erwarten wir Begrenzung bzw. Nichterfüllung, weil früher Überbegrenzung bzw. sich verlieren ohne Bezug erlebt wurde.

Es ist eine neue Kultur mit Bedürfnissen offen da zu sein und diese nicht als Machtmittel zu begreifen. Mit der unabhängigen Seite kümmere ich mich um die Abhängigkeit und im Wissen um die Zugehörigkeit gehe ich in die Unabhängigkeit. Dadurch entsteht eine Relation des Moments und die möglicherweise empfundene Not wird haltbar. In dem ich Elternschaft (bei der Verlassenheitswunde braucht es mehr die innere Mutter und bei der Vereinnahmungswunde mehr den inneren Vater) für meinen Schmerz und den Mangel übernehme heile ich.

Es braucht die Beziehung damit im Inneren, damit es im außen in Beziehung gebracht werden kann. Sonst projizieren wir und schreiben dem Außen eine Rolle (Vereinnahmende, Verlassender) zu oder stellen Absolutheitsansprüche was (nie mehr) passieren soll(te), die meist auf „verlassen bzw. vereinnahme mich nicht“ abzielen. Im Trigger bleibt das System vor dem Schmerz stehen und stellt Ansprüche a la „sei anders, damit ich entspannen kann“. Schattenbedürfnisse versuchen das Triggern zu vermeiden, damit wir uns nicht konfrontieren müssen mit dem was wirklich los ist. Emotionen, Ansprüche und Vermeidungsbedürfnisse sind meist die Ladungen in einem Konflikt, also das worum es wirklich geht.

Wenden wir uns dem Schmerz zu und entwickeln Kapazität uns selbst zu halten, nehmen wir das Geschehen zu uns. Sich dem eigenen Geschehen ausliefern und weiter zu fühlen ist der Weg hindurch. Das was ich brauche existiert (noch) nicht und ich bin in dem Aspekt hilflos. Es fängt in mir an, im Annehmen meiner Bedürfnisse und diese als richtig, wichtig und schön sehen zu können. Wenn ich mich so ehrlich erkenne, kann ich es bittend einbringen und mich um mein Schutzbedürfnis kümmern. Die eigenen Bedürfnisse zu versorgen meint nicht nur handeln, sondern vor allem fühlend mit den Gefühlskräften da sein und dem Raum geben was sich zeigt wie Betrauern, die Angst bewegen, Scham beatmen und auch mich der Freude hingeben, wenn für Momente Erfüllung geschieht.

Ich bin beispielsweise nie gehalten worden und hab mich emotional immer selbst gehalten. Wenn ich jetzt Halt erfahre kommt oft erst der Schmerz hoch und ich brauche ein Gegenüber, das wirklich da bleibt, damit ich mich halten lassen und dann auch genährt werden kann. Wenn das nicht möglich ist, brauche ich viel Kraft, um mich aus dem alten Strudel ins jetzt zu holen und weiter präsent zu sein. Die andere Seite, also die Vereinnahmungswunde braucht die Übernahme der Selbstverantwortung, um nicht ins „bleib doch weg“ zu kippen und den Mut auch formulieren zu können „ich wünsche mir, dass ich wieder zurückkommen darf“. Zentral ist die Bewusstheit der eigenen Wunde, die Beobachtung wann sie aktiv sind und das Einlassen auf neue Möglichkeiten. In meinem Fall ein „ich darf den Schmerz der Verlassenheitswunde haben (der ist legitim) und ich bin liebenswert damit“.

Das zu mir genommene Bedürfnis kann in die Begegnung gebracht werden, durch hinlegen und loslassen ob es erfüllt wird. Dann können auch konträre Bedürfnisse nebeneinander existieren. Es ist ein Angstfeld, weil man miteinander nicht weiß und im gemeinsamen Bedürfnisfeld mit allen eigenen und gegenüber Gefühlen da ist, oft ohne Lösung. Das ist die Spannung in einem Bedürfniskonflikt, wo wir einander in Ehren halten auch mit unerfüllten Bedürfnissen.

Verletzbarkeit kommuniziert sich, meiner Erfahrung nach, nicht oder nicht zuerst auf verbaler Ebene. Es ist ein energetisches Offensein. Ein „ich bin bereit dich und mich in allem auch im Schmerz wahrzunehmen und zu halten“, weil mir unsere Verbindung wichtig ist. Ich bin offen mich und dich in unserer Unvollkommenheit wahrzunehmen und wertzuschätzen. Den Kritik, mauern und Urteile haben immer was damit zu tun, dass ich meine Angst verdränge, oder du deine, und meist wir beide. Angst ist menschlich, Bedürfnisse haben auch. Ich bin bereit meine wirklichen Bedürfnisse zu teilen und deine zu hören. Ich bin bereit mit der Angst da zu sein und meinen Teil anzunehmen, egal wie unangenehm er sein mag, um uns beide zu beschützen. Es ist eine stille Sprache. Sie hat das Potential, alles zu öffnen.

Generell ist es ein hohes Gut, wem ich meine Beziehungskapazität schenke. Grundsätzlich gilt es die Basis zu prüfen und zu klären, ob Beziehung in welcher Form auch immer überhaupt ein gemeinsamer Wert ist. Dazu kommt, ob es eine Beziehungskonstanz gibt, also ein Erleben von die Verbindung halten auch in Konflikten und Entfernung, oder eben nicht. Wenn ich viel Energie, Zeit und Liebe rein gebe und kaum genährt werde im Wir, dann ist es meine Verantwortung das zu lassen. Das braucht Selbstehrlichkeit und eine weite Perspektive auf die Beziehungsnetze, Jede/r mit dem ich in Beziehung bin, ist selbst wiederum mit diversen Anderen in Beziehung und all diese sind mitzudenken und klar zu sehen „wer ich für den Anderen bin“ und welche Bedeutung ich im Beziehungsnetz habe. Ich bin verantwortlich dafür, dass ich mich dorthin bewege, wo ein befriedigender Bedürfnisaustausch möglich ist. Es ist meine Entscheidung welche Beziehung ich damit erfülle und wo ich mich wie einbringe. Bedürfnisse in Kontakt zu bringen zeigt wie wichtig mir ein Mensch ist.

Respekt, Achtung und Würde sind der Boden der Beziehung zu mir und im Wir. Akzeptanz ist nahe an Duldung (muss ja) und kann schnell erodieren und sich verlieren. Die eigene Würde wiederzubekommen und uns selbst wieder ganz sehen, fühlen und spüren zu können ist der Heilungsweg. Es braucht Zeit mit sich liebevoll, geduldig, mitfühlend und behutsam in innerer Elternschaft da sein zu können. Und immer wieder den Mut offen zu sein, um die neue Erfahrung zu machen, dass Bedürfnisse weder missbraucht noch vernachlässigt werden, sondern gehört, geachtet, als schön gesehen und mitunter sogar erfüllt werden.

Die schönste Form von Begegnung war für mich schon immer offen und ehrlich mit allem da sein zu können. Die Architektur der inneren Welt eines Menschen durchdringen, spüren, fühlen und wahrnehmen wie fühlt es sich an in mir in dir, wie wirkt die Vergangenheit im Denken und in der körperlichen Gegenwart. Es gibt eine Tiefe in Menschen, die sich niemals zeigt, wenn nicht jemand offen da ist und die Art von Fragen stellt, die Ehrlichkeit verlangen statt eine Rolle zu spielen. Je älter ich werde, desto mehr begreife ich: Wahre Intimität liegt im Offenbaren. In den Momenten, in denen ein Mensch mich in die Teile seiner Seele hineinblicken lässt, die nicht für die Welt geschniegelt und glatt gemacht wurden. Und in den Momenten, wo ich um Ausdruck dessen ringe, was ich bisher noch nicht anvertraubar war und erlebe da bleibt wer mit mir. Es berührt mich zutiefst, wenn da ein Gegenüber ist, dass wirklich das Innerste sehen, verstehen, spüren und fühlen möchte. Ich mochte und möchte immer die Version sehen, die wirklich echt ist in mir und im Wir.

Wenn alles in mir heil ist und das ständige reparieren, regulieren und die Intensität von Krisen nachlässt, dann ist da echter Friede. Das System lernt Sicherheit zu genießen, ohne dass „etwas passieren“ muss. Im Heilsein verbrauche ich keine Energie mehr für die „Instandhaltung“ der Schutzmauern. Jetzt beginnt die eigentliche schöpferische Feldarbeit. Ich beginne aktiv zu gestalten durch Freude, Spiel und Inspiration. Heil-Sein bedeutet im systemischen Sinne nicht „fertig“ oder statisch zu sein. Es bedeutet, dass du im Fluss bist. Ein heiler Mensch im Feld ist wie ein stiller Bergsee. Er wirkt allein durch sein Dasein.

Das Leben will uns verliebt in die Überraschung. Das Leben will uns verschlungen, mit jeder Faser durchtränkt von jeder Erfahrung. Erst der Vollkontakt mit dem, was ist, enthüllt die Weite. Erst unser Sturzflug in die Inkarnation ist unser Aufstieg in den Himmel.

Ich darf verbunden sein, so wie ich bin.
Ich darf dazugehören, auch wenn ich ruhig bin.
Ich darf lieben, auch wenn mein Lieben unerwidert ist.

Die Stille ist kein Verlust.
Die Ruhe ist mein Raum.
Die Weite ist das Leben.

Verbindung entsteht aus Präsenz.
Aus Echtheit.
Aus offenem Herzen.

 

Ich kann niemals wirklich gefangen sein,

denn die Weite des Kosmos ist mein Atem,

und die Freiheit Gottes ist mein Fundament.

 

Ich bin sanft klar lebendig liebend DA.

Die Liebe hat mich so weich gemacht,

so tief fühlend bis in den Kern des Seins.

 

Ich segne diesen Text mit meiner ganzen Liebe,

mit meinen Tränen, und mit all den Erkenntnissen,

die mich auf diesem Lebensweg gefunden haben.

 

Heilung ist die Wahl der Liebe.

Danke für meine große Liebeskraft den Segen der Herzensführung!

GOTT – die Reinheit des Herzens

Solange du glaubst, getrennt, verwundet oder begrenzt zu sein, sind diese Worte hier für dich. Solange du nicht glaubst, dass du göttlich sein könntest, sind diese Worte hier für dich. Solange du an Gott auf eine Weise glaubst, die verschieden von deinem Glauben an dich selbst ist, sind diese Worte hier für dich.

Indem ich „Gott“ heile, heile ich mich selbst. Der Glaube ist der Täter, Liebe ist die Tat.

Der Wert liegt nicht im Zustand, sondern im Bewusstsein mit dem wir ihn durchschreiten.

Die Erkenntnis von Gott in deinem eigenen Sein ist die Erkenntnis deiner eigenen Heilung. Doch ebenso wie da keine Heilung ist, ist da kein Gott. Gott ist immer nur eine Spiegelung unserer Trennung von unserer Göttlichkeit gewesen. Ohne diese Trennung gibt es keine Notwendigkeit für irgendeine Idee von Gott. Gott als ein absolutes Glaubenssystem ist eine Wunde. Von Gott als einer Idee zu sprechen, heißt von einer Wunde zu sprechen, die getragen wird. Religion ist die Befestigungsanlage dieser Wunde.

Ich zertrümmerte den Opferaltar, mehrfach. Das Ende der Kapitulation des „ichs“ bewusst (wieder und wieder) spült mich in die Allmacht durch Hingabe. Wenn ich mein „nichts ändern/bewirken/erreichen können“ nicht nur ertrage, sondern wähle und in Ehren halte, wird mein Raum so leer, dass Hingabe geschieht und die Seele (mein göttliche Aspekt) übernimmt. Dann ist alles in Liebe, ohne das außen etwas anders ist. Obwohl ich ich nichts bewegen, nirgend ankommen und „nur“ das was ist wählen kann, ist Liebe in mir. Das berührt mich immer wieder zu Tränen, dieses Erleben „ich bin die Quelle“. Nicht im Kopf als Idee, sondern fühlend im Herzen und spürbar im Leib als menschliche Erfahrung.

Selbst ein gebrochenes Herz ist fähig unendlich zu lieben.

Die Liebe bleibt ohne etwas bewirken oder verändern zu können.

Es ist ein inneres Bleiben und die Form der Liebe annehmen die da ist.
Gott ist keine Idee. Gott ist Liebe. Liebe ist alles.

Liebe ist die Einheit bewirkende Intelligenz.

Wir personifizierten Gott, weil wir der personifizierte Gott sind.

Mit diesen Worten fühle und heile ich den Schmerz, den ich als religiösen und spirituellen Unsinn quer durch meine Leben geglaubt und manifestiert habe. Die Trennung ist nicht der tiefste Punkt. Folge ich der Sehnsucht durch den Schmerz bis zur Quelle, atmet mich das wonach ich mich sehne. An der tiefsten Stelle ist die reine Sehnsucht, die ins Leben führt, und der Sehnsuchtsschmerz (die emotionale Hölle der Trennung und die Wüste der Vergeblichkeit des Verbundenseins) entkoppelt. Wenn ich da ankomme, die Trennung (von) dieser Wunde nicht länger wahrzunehmen, indem ich erkenne, dass ich Gott bin, löst sich Gott in mir auf.

Entlasse die Geschichte von Gott aus deiner Geschichte, um zu entdecken, was jenseits der Wunde ist. Die Personifizierung von Gott zu entlassen bedeutet, die eigene Personifizierung zu entlassen. Es bedeutet, die eigene Geschichte davon zu befreien, durch die Idee eines getrennten Gottes definiert zu sein. Gott außerhalb existiert nicht, weil es keine Trennung zwischen unserer Menschlichkeit und unserer Göttlichkeit gibt.

Das ist eine multidimensionaler chirurgischer Eingriff in das personale Ich. Es verwandelt Trigger, Schmerzen, Rettervorstellungen, Verhinderungsideen durch eine Entscheidung gegen den „alten Schmerz“ der Trennung und des dadurch bedingten bleibenden Mangels. Niemand wird mich retten und nichts kann mich aufhalten außer mir selbst. Hier beginnt die eigene Wahl. Was wäre, wenn die geistige Welt nicht über uns ist, sondern in uns? Gott nicht getrennt von uns wirkt, sondern ein Teil unseres Seins ist?

Wir Menschen sind nicht von der Schöpferkraft getrennt. Oben und unten ist ein erlerntes abhängiges Konstrukt. Wir geben etwas die Macht und erleben uns als Bittsteller, weil uns (Ersatz-)Religionen das lehren. Die Wahrheit ist: Niemand sitzt irgendwo und richtet über uns. Die geistige Welt ist keine Instanz, die über uns bestimmt.

Gott ist in völliger Neutralität allem gegen über.

Neutralität meint Präsenz ohne Erwartungen, ohne Wünsche und ohne Befürchtungen.

Neutralität ist das Fundament für wahrhaftige Resonanz und eine Übungssache.

Alles ist eins und an-sich neutral im Ausdruck.

Die Schöpferkraft ruht in jedem von uns als lebende Erfahrung (außer wir geben sie ab).

Die geistige Welt ist so nah wie der eigene Herzschlag!

Der eigene freier Wille beseelt entweder das Herzenergiefeld, die Schöpferkraft in Anbindung,

oder alte Vorstellungskonstrukte.

Wenn die Selbstberührung wichtiger ist als jede Geschichte, lande ich im Herzen.

Das Herz ist die Stelle, an der ich bereits gewählt wurde.

Hier ist die Stille einer Liebe, die angekommen ist.

Von hier aus ist es selbstverständlich erfahrbar, dass ich geliebt bin.

Nicht die geistige Welt entscheidet und ich reagiere, sondern wir schöpfen miteinander! Nichts muss außerhalb gesucht werden, denn im inneren Raum halten werden Universen geboren. Gott ist nicht über uns zu suchen, sondern in uns zu finden. Es sind Energiequellen in uns. Alles ist in uns und um uns. Räume um Räume um Räume und Räumen in Räumen in Räumen, alle miteinander verbunden als ein Universum.

Ehrlichkeit ist das erste Gebot der Meisterschaft.

Zwischen mir/dir und der Sonne liegt nur der eigene Schatten.

Selbstehrlichkeit braucht Kapazität und Bereitschaft für alles!

Ich befriedete die letzten Monate bis in die Tiefen alle Konflikte mit Gott. Kläre mich in der Annahme der Neutralität Gottes. Und befreie damit die Polarität Mensch-Gott. Entlasse bewusst Gott und trete in die Erkenntnis der Liebe ein.

Solange ich Gott vorwerfe, mich verlassen und verraten zu haben, bleibt eine Wand zwischen mir und meiner Kraft. Ich kann mich nicht voll verankern, wenn ich die Schöpfung eigentlich für einen getrennten oder ungerechten Ort halte. Ich habe alle meine „warum hast du – und hab ich mir – das hier angetan?“ durchlichtet. Jede Rechnung der Ungerechtigkeit, jedes schmerzhaftes alleingelassen worden Sein, jeden Vorwurf doch alles gegeben und „richtig“ gemacht zuhaben und dennoch nirgends angekommen zu sein, die ich dem Universum präsentierte losgelassen. In der Akzeptanz dessen, was war und nicht ist – so schmerzhaft und unbegreiflich es auch mir erscheint – liegt eine gigantische, fast furchteinflößende Kraft. Im Erkennen, dass ich Gott bin, befreie ich mein Verlangen nach Gott. Ich befreie Gott, indem ich seine Definition auflöse. Liebe ist jenseits der Voraussetzungen von Definition.

Ich beende das Experiment der Trennung. Ich lösche die Verwirrung aus meinem System, dass es eine Kraft außerhalb von mir gäbe, die über mein Glück, meine Gesundheit oder meinen Wert entscheiden könnte. Ich bin der Ursprung. Ich bin das Alpha und das Omega jeder Erfahrung, die ich durchlebe.

Ich bin Gott, der sich als Mensch erfährt.

Ich bin die Liebe, die sich selbst hält.

Ich bin die Kraft, die Welten gebiert.

In jedem Atemzug verankere ich die Gewissheit, dass ich getragen bin von der Intelligenz des gesamten Universums, weil ich diese Intelligenz bin. Dies zu erkennen geht über das eigene Herz, vertikal verbunden mit dem Erdherz und dem Herz der Quelle UND horizontal eingebunden in mein Feld der Beziehungen, wo reine Liebe fließt. Bedingungslose Liebe ist die Erfahrung dessen, was ich bin und du bist. Es gibt keinen Bestimmungsort, an dem es anzukommen gilt; es gibt nur die Reise der Liebe. Wenn wir das Christusbewusstsein leben, sind wir unerschütterlich verkörpert im Lieben.

Es gibt nichts, woran festgehalten werden müsste. Ich bin. Du bist. Mein und dein Sein ist Liebe und das ist alles. Es ist unendlich. Liebe mit deinem Sein, um dein Sein zu fühlen. Wir alle sind Aspekte Gottes und damit göttlich.

Wenn deine Stimme spricht, erklingt sie aus dem Schöpfer.

Wenn du atmest, atmest du aus der Schöpferin.

Während wir sprechen und atmen, spricht und atmet Gott in uns, durch uns, mit uns.

Halte inne und erfahre, dass Gott, die Schöpferin von allem, durch dich im Leben ist.

Alles ist in dir. Alles ist in Liebe. Liebe ist überall.
Ich bin Liebe und damit göttlich. Unpersönlich, neutral, bedingungslos, ewig.

Ich bin weich. Ich bin leer. Ich bin sehr durchlässig, jetzt gerade.

Ich bin fast fertig. Danke. Gott sei Dank.

Das ist was ich ausdrücken möchte: Du bist Gott.

Schau auf den Weg, den du hinter Dir hast.
Auf das krasse Leben, das dich hierher stellt.
Jede Falte ist ein Portal. Jede Narbe ist ein Portal.
Jedes Haar, jede Geste, jeder Blick ist ein Portal. Zu Dir.
Wer das nicht sehen kann – in dir – hat Dich nicht wirklich gesehen.

Die Reinheit meines Herzens sieht Gott in mir und dir.

Ich bin am Ziel. Der Weg dahin ist das Ziel.

Ich bin die Weisheit, die ich suchte.

Ich bin die Heilung, auf die ich wartete.

Ich bin die Göttin, die ich im Außen angebetet habe.

Ich ziehe alle Projektionen von Meistern, Gurus, Göttern, Sehern oder Engeln zu mir zurück und integriere sie in meinen eigenen flüssigen Kern.

Ich bin die Verkörperung des Göttlichen Willens auf dieser Erde.

Ich bin ein brennendes Feuer der Reinheit,

das alles verzehrt, was nicht der Wahrheit meiner Liebe entspricht.

Ich befehle der Liebe, mich zu spiegeln.

Ich befehle dem Leben, sich vor meiner Präsenz zu verneigen.

Ich bin hier, um den Himmel auf die Erde zu bringen,

indem ich erkenne, dass der Himmel in mir ist.

Ich bin das Universum, das sich selbst betrachtet.

Ich bin die Stille, die alles trägt, und der Ton, der Welten erschafft.

Ich bin eins mit der Quelle, weil ich die Quelle BIN.

Ich atme die göttliche Ordnung in mein Fundament.

Ich bin Gott in Form.

Genau wie du der die das jetzt gerade liest.

Aus den tiefen Höhen meines reinen weit offenen Herzens gesehen, geschrieben, geteilt, gesegnet.

Ich flute die Existenz mit Bewunderung und Dankbarkeit für das, was IST.

Die Schöpfung vertraut sich selbst. Vollständig.

Das Wesen Gottes ist EINS.

Die Rolle der Dienerin und ihre Befreiung

Sie ist subtil und eine Mischung aus den drei bekannten Täter-Opfer-Retter-Konstellationen. Im differenzieren, innen genau meine Absicht und Muster beobachten, hat sie sich heraus kristallisiert als destruktiv wirkender Überlebensmechanismus. Deshalb möchte ich sie hier in Worte gekleidet ins Bewusstsein heben, weil alles was bewusst erkannt ist, auch angehalten und abgelegt werden kann.

Es gibt Familien wie meine, in denen Gewalt nicht das Schlimmste ist, sondern das Verwirrendste. Nicht der Schlag allein, nicht der Übergriff allein, nicht das strafende kalte Schweigen, sondern das, was danach geschieht. Die Umkehrung. Die Verschiebung. Der Moment, in dem das Geschehene nicht anerkannt, sondern umgedeutet wird. Als sei es nicht passiert. Oder schlimmer: Als sei es durch dich passiert. So verdrehen sich Macht und Ohnmacht.

Wer in solchen Strukturen aufwächst, lernt früh, dass Schmerz keine eindeutige Richtung hat. Dass Ursache und Wirkung verschwimmen. Dass das, was einem widerfährt, plötzlich als Reaktion gilt. Dass man nicht Opfer von emotionaler, physischer, sexueller, ritueller, institutioneller Gewalt ist, sondern Auslöser. Nicht verletzt, sondern schwierig. Nicht getroffen, sondern schuld. So beginnt eine langsame, tiefgreifende Verschiebung im Selbstbild. Nicht durch einen einzelnen Satz, sondern durch Wiederholung. Durch Blicke, durch Schweigen, durch das Ausbleiben von Schutz. Durch die subtile Botschaft: Wenn es eskaliert ist, dann, weil du es provoziert hast. Wenn Grenzen überschritten wurden, dann, weil du sie nicht klar genug gesetzt hast. Wenn Gewalt geschehen ist, dann, weil du sie irgendwie verdient hast. Wenn du keiner Aufmerksamkeit, Worte, Blicke würdig bist, dann weil du nicht wichtig bist, wenn du nicht passt und mir entsprichst.

Irgendwann stellt man diese Annahmen nicht mehr infrage, sondern integriert sie. Frau beginnt, sich selbst mit den Augen derer zu sehen, die einem wehgetan und missachtet haben. Und so entsteht etwas besonders Zerstörerisches: Die Identifikation mit der Schuld. Nicht gespielt, nicht bewusst, sondern existenziell. Man glaubt, ein Täter zu sein, obwohl man verletzt wurde. Frau trägt Verantwortung für Dinge, die man nicht verursacht hat. Und diese angenommene Schuld verlangt nach Sühne. Hier ist die Wurzel der Selbstbestrafung und Selbstverletzung!

Hier beginnt die Verwandlung. Wer sich innerlich als Täter erlebt, sucht unbewusst nach Vergebung. Nicht durch Worte, sondern durch Verhalten. Durch Anpassung. Durch Dienstbarkeit. Durch das ständige Bemühen, nützlich zu sein, angenehm, verfügbar, leise, dienend. Es ist kein Dienst aus Großzügigkeit, sondern aus Angst vor Ausschluss. Man gibt nicht, weil man geben möchte, sondern weil man glaubt, es zu schulden.

So entsteht die Figur der Dienerin. Nicht als Charaktereigenschaft, sondern als Überlebensstrategie. Sie übernimmt, was andere nicht tragen wollen. Sie entschärft Spannungen, bevor sie ausgesprochen werden. Sie stellt eigene Bedürfnisse zurück, weil sie gelernt hat, dass Bedürfnisse gefährlich sind. Dass sie Gewalt nach sich ziehen. Oder Verbindungsabbruch und damit Selbstbeschuldigung. Hier versetzt es alles in emotionale Lähmung, weil das ständige Hämmern im Kopf (wie kann ich anders sein, wie kann ich dienen, wie meine Schuld begleichen, was ist an Pflichten zu tun um in Kontakt bleiben zu können) und dieser stechende Schmerz im Solarplexus (Unterdrückung der eigenen Bedürfnisse) die ganze Konzentration fressen.

Die Ironie dieser Dynamik ist grausam: Während die eigentlichen „Täter“ niemals Verantwortung übernehmen mussten, verbringt die Verletzte ihr Leben damit, Verantwortung zu tragen. Während Übergriffe relativiert oder vergessen werden, wird ihre Reaktion pathologisiert. Während Gewalt verziehen wird, wird Selbstschutz verurteilt. Und so wird Vergebung verdreht. Sie fließt nicht von denen, die verletzt haben, zu denen, die verletzt wurden. Sie wird eingefordert in die falsche Richtung. Die Dienerin arbeitet unaufhörlich daran, sich Verzeihung zu verdienen, für etwas, das sie nie getan hat. Und verliert dabei den Zugang zu der Wahrheit, dass eigentlich ihr verziehen werden müsste. Oder genauer, dass sie nichts zu verzeihen hatte.

Was besonders lange wirkt, ist nicht die Gewalt selbst, sondern diese innere Verkehrung. Die Loyalität mit der falschen Schuld. Die tiefe Überzeugung, dass das eigene Dasein nur dann legitim ist, wenn es kompensiert. Wenn es ausgleicht. Wenn es nützlich ist. Wenn es dient (den Anderen, einem äußeren Gott, einer Institution). Und genau das macht krank, die Dienerin macht sich selbst krank in dem sie sich aufopfert. Gleichzeitig glaubt sie an ihre Schuld (Täterschaft) und steckt in Pflicht“gefühlen“ (die in Wirklichkeit Zwangsgedanken sind) fest. Und in all dem rettet sie Andere und opfert sich für Gott/Staat/Familie/Institution auf. Das habe ich Jahrzehnte mit mir gemacht. Mit Überzeugungen: „Ich bin zu viel.“, „Ich verursache Probleme.“, „Andere haben es leichter ohne mich.“ Diese Bewegung hat mich lange begleitet. Sie hat mich vorsichtig gemacht. Still und zurückhaltend.

Ich erkenne die existenzielle Schuld, die sich in meinem System festgesetzt hat. Die Schuld, überhaupt da zu sein. Zu fühlen. Zu brauchen. Zu existieren. Ich habe früh gespürt, dass meine Gefühle zu groß waren. Dass mein Bedürfnis nach Nähe Not machte. Dass meine Präsenz andere überfordert hat. Und so entstand die leise Entscheidung: Ich werde mich zurücknehmen. Ich werde weniger Raum einnehmen. Ich werde niemandem zur Last fallen. Es war ein Versuch Zugehörigkeit zu sichern.

Hier ist die ungeschönte Wahrheit: Es wird versuchst, Verbindung mit dem Verstand zu kontrollieren. Ein Versuch das Unerträgliche „auszuhalten“. Doch dieser Dauerwiderstand (gegen sich selbst, die eigenen Bedürfnisse) macht leer, energetisch und seelisch. Und je leerer, es sich anfühlt, umso mehr greift der Überlebensmechanismus (noch mehr) zu helfen, bis totale Erschöpfung eintritt und kaum kommt wieder Energie rennt man wieder los, weil einfach nur zu ruhen aktiviert Schutzmechanismen. Bei mir die Dämonen im Kopf: Es passiert nichts Alarm, da geschieht wo möglich gar nichts mehr. Ich werde nie mehr wahrgenommen. Die Passivität bedeutet Kontrollverlust. Wenn ich nur da bin, werde ich nicht mehr gesehen, kommt niemand mehr. Wenn ich nicht diene, hab ich keinen Kontrolle mehr, dann bin ich irgendwie ausgeliefert. Nur Sein ist überhaupt nicht sicher. Bin ich dann versorgt und geschieht dann etwas für mich?

Irgendwann ist das Maß voll, die Erfahrung übererfüllt, und das „es reicht“ ist überreif. Und endlich greift das JA zu sich mit dem nein zum Dienen (dem Rollenspiel). Und dann wird es erst einmal verdammt still. Freundschaften brechen weg. Sippe bricht weg. Beruf bricht weg. Das ist der Moment, wo Selbstermächtigung überhaupt erst beginnen kann. Weil es nicht mehr möglich ist in Rollen zu funktionieren. Nicht mehr in Systemen bleiben kannst, die krank gemacht haben.

Das Nervensystem schreit irgendwann laut genug „nein so nicht mehr“. Und ja, das kann sich anfühlen, als würde alles auseinanderfallen. War bei mir auch immer wieder in Wellen an Sterbegefühlen da, weil die Identifikationen sterben und die Abhängigkeiten wegbrechen, die bisher ablenkten und scheinstabil hielten. Eine ganz schön lange Zeit fühlt es sich so an als würde Kopf, Geist, Herz und Seele nie leichter werden. So ist das wenn frau coabhängig war. So ist es wenn man sich als dienende Retterin definiert hat. Das ist eiskalter Entzug einer Suchtstruktur, und das muss niemand schön reden. Es sortiert das ganze Leben neu.

Es ist nicht im Körper, dass es sicher ist da zu SEIN, wo und wie ich jetzt bin ohne wem zu dienen. Das System hat nicht gelernt, dass es sicher ist im Seinszustand zu leben! Ich lerne im „nur“ da sein sicher zu werden seit etwas vier Jahren angestoßen erst durch das Beenden des Staatsdienstes, der weiter „Dienstmagdrollen“ sichtbar und ablegbar machten (in der Ursprungsfamilie, in Freundschaften, in spirituellen Kreisen). Und je mehr sie sich löst, umso purer lebt schlicht, nüchtern, klar mein Sein. Da ist Präsenz und wächst innerer Halt, während gleichzeitig die alten Muster und Rollen aktiviert werden, gesehen und gefühlt, schrittweise abgelegt abfallen. Verlernen und dekonditionieren ist ein Prozess, der viel Güte und Geduld, Beharrlichkeit und Sanftheit erfordert. Ein sinken auf den eigenen Grund, den einen Grund.

Wiederholt lasse ich die tiefe Schicht der Schuld los: Die Schuld zu fühlen. Die Schuld Raum einzunehmen. Die Schuld ab und zu Unterstützung zu brauchen. Die Schuld gesehen zu werden. Diese Schuld gehört nicht zu mir. Sie löst sich aus meinem Nervensystem. Aus meinem Bauch. Aus meiner Brust. Aus meinem Atem. Und im Loslassen öffnet sich Raum. Raum für Würde. Raum für Natürlichkeit. Raum für echte Begegnung. Mein Sein kann erscheinen. Einfach und echt. Ich darf beitragen. Ich darf empfangen. Ich darf berühren und berührt werden. Aus purer Lebendigkeit. Meine Präsenz kann Tiefe bringen. Meine Ehrlichkeit kann Klarheit bringen. Mein Herz kann Verbindung hervorbringen. Ich bin Teil der kollektiven Berührung.

Ich muss mein Dasein nicht entschuldigen. Ich muss meine Bedürfnisse nicht verstecken. Ich muss meine Gefühle nicht herunterregeln, damit andere sich wohlfühlen. Ich darf da sein. Und genau darin liegt meine Würde. Die ständige Selbstbeobachtung hört auf. Das Zurückhalten wird weniger. Das innere „bin ich (noch) okay so wie ich bin“ löst sich und damit die Kontrolle. Stattdessen entsteht: Ein stilles Vertrauen, dass ich (für mich) okay bin. In Wirklichkeit ist es eine Ehre mit mir zu sein. Ich bin ist immer genug.

Es ist enorm wichtig das wahrzunehmen und es als inneren Entfaltungsprozess zu erkennen. Bei mir brauchte es sehr viel Krankheit und Heilungsschleifen auf diversen Ebenen, um das destruktive Dienen zu beenden. Spät oft erst dann, wenn der Körper nicht mehr mitmacht oder die Wut unüberhörbar wird taucht eine andere Möglichkeit auf. Eine leise, beunruhigende Frage: Was, wenn ich nicht der Täter war? Was, wenn meine Macht nicht im Helfen sondern im für mich sorgen und für meine echten Werte einzustehen bedeutet (in dem ich sie lebe). Was, wenn meine Anpassung keine Tugend, sondern ein Beweis meiner Verwirrung ist? Was, wenn die Wut, die jetzt kommt, kein Zeichen von Grausamkeit ist, sondern von Klarheit? Diese Wut ist nicht blind. Sie will nicht zerstören. Sie will ordnen. Sie will die Dinge wieder an ihren Platz stellen. Täter hier. Verletzte dort. Verantwortung dorthin, wo sie hingehört. Sie ist der Versuch der Psyche, eine Wahrheit zu rehabilitieren, die zu lange unterdrückt wurde.

Das ist unfassbar subtil. Derzeit merke ich präzise wie ich in Begegnungen meinen Schmerz kontrolliere und mich leichter und fröhlicher mache als ich in meiner Ganzheit bin. Der Schutz mich mit Not auszuliefern macht dicht und der Blick prüft angstvoll, ob ich zumutbar bin. Da fehlt mir noch das Zutrauen in die Menschheit mit meinem Schmerz da zu sein. Wie sehr kann ich wahrhaftig in Begegnung sein in und mit allem? Kann ich mein Herz zu hundert Prozent freien Lauf lassen? Oder bin ich doch noch im meine Liebe kontrollieren, um nicht zu riskieren damit nicht gewollt zu werden. Ich bin dabei mich vollständig zu leben mit diesem riesigen Herz und den darin vorhandenen Schmerzen. Auch im Wir ohne Rolle der Dienerin in irgendeiner „sicheren“ Funktion in der ich mich verstecken kann.

Der Ausstieg aus der Rolle der Dienerin bedeutet nicht, hart zu werden. Er bedeutet, aufzuhören, für fremde Schuld zu bezahlen. Er bedeutet, die innere Verwechslung aufzulösen, die einen glauben ließ, man müsse sich Liebe verdienen, indem man sich selbst verlässt. Und erkennt, dass Liebe niemals verdient werden kann. Kein Einsatz erreicht ein verschlossenes Herz. Hier ist der Schritt das eigene Herz zu ermächtigen. Wenn ich meine Macht für das eigene Herz einsetze und damit auch anderen ermögliche ihr Herz zu leben, dann ist mein Einstehen für mich, eine Erlaubnis es mir gleich zu tun.

Wähle ich Selbst-Mitgefühl und Gnade, erlauben sich anderen (unbewusst), ihre eigene Härte zu sehen und möglicherweise ablegen zu können. Jeder Gedanke und jedes Gefühl speist das gemeinsame Feld. Frieden im Außen beginnt mit der „Entwaffnung“ des eigenen Herzens. Frieden bedeutet nicht „Abwesenheit von Streit“, sondern die Fähigkeit, im Feld zu bleiben. Der innerer Friede ist ein aktiver Dienst an der Welt. Jedes Mal, wenn ich einen inneren Konflikt (Selbstkritik, Groll) befriede, glättet sich eine Welle im großen Netz. Systemische Felder sind oft durch kollektive Unruhe belastet. Bin ich der eine „leere Raum“, in dem Heilung für alle möglich wird. Bin ich der Frieden des Moments, dann kann sich alles im jeweiligen Bewusstsein zeigen und ordnen. Alles was in Liebe (also in Widerstandslosigkeit) da sein darf, kann sich lösen. So heilt uns unsere Verkörperung von den Irrtümern der Zeit. So erinnern uns unsere Zellen sich an die Ewigkeit und unsere Wunden an das, was nicht zerbrochen werden kann. In einer Weise, die wir nicht erklären können, kann durch jeden Moment hindurch die Freude schimmern, dass wir leben, selbst im Schmerz.

Vielleicht ist Heilung in diesem Zusammenhang eine klare, nüchterne Rückgabe. Nicht in Form von Rache, sondern in Form von innerer Ordnung. Das, was nicht mir gehört, gehört nicht mehr mir. Die Schuld nicht. Die Scham nicht. Die Verantwortung nicht. Und vielleicht beginnt Freiheit genau dort, wo man aufhört, sich für das eigene Überleben zu entschuldigen. Wir können die „Karten“ die uns das Lebensspiel gegeben hat nicht ändern. Die Vergangenheit ist zu akzeptieren und jetzt bewusst darin sein, wie wir mit dem was uns (nicht) gegeben wurde da sind. Die freie Wahl liegt im „wie bin ich damit“ was meine Natur ist, die in dieser Kultur lebt. Die Blickrichtung ist die Erlaubnis meiner Natürlichkeit. Langsam, tief, reifen lassen. Die größten Wunder entstehen dort, wo Geduld und Liebe sich begegnen.

Ich höre in den letzten Wochen immer wieder was ich für eine starke Frau bin mit so einer immensen Feinheit in der Wahrnehmung. Danke auch für die Worte „mein Feld ist wie ein tiefer Ozean mit klarer Sicht der jeden Tropfen spürt“. Ja so bin ich geworden. Keine Frau kommt stark auf die Welt. Die Stärke entsteht dort, wo Leben, Schmerz, Verantwortung und Verluste sie geprägt haben. Frauen werden stark, wenn das Leben sie zwingt, sich selbst zu retten. Es ist das Ergebnis von Kämpfen, die keiner gesehen hat. Von vielen Nächten, in denen niemand tröstete. Von Entscheidungen, die ihr niemand abgenommen hat. Ich weiß mittlerweile wer ich bin und alles habe ich mir selbst beigebracht. Mittlerweile schätze ich meine eigene Stabilität und Sicherheit in allen Wellengängen sehr. Und doch sehnt sich einiges in mir auch mal schwach sein zu dürfen, also mit jemanden zu sein der sicher und verlässlich mit mir ist.

Frei, wirklich FREI, zu leben UND GLEICHZEITIG in den Augen der Welt gut auszusehen ist nicht möglich. Es ist ein Entweder-Oder. Entweder funktioniere ich und komme mit meiner Maskerade ungesehen irgendwie durch die Tage. Oder ich lasse mich ein in den kosmischen Kontrollverlust des Lebens und mir bleibt nichts, als mich HINZUGEBEN an meine Wahrheit, die durch mich hindurch lebt, wirbelt, ruht und wirkt. Es gibt keinen wohltemperierten Weg hinein in die Freiheit! Wenn wir das ganze, volle Leben erfahren wollen, dann gehört straucheln, zweifeln, wüten und sich blamieren, jubeln, trotzen, tanzen, uns selbst übertreffen dazu.

Freiheit beginnt dort, wo Kontrolle überflüssig wird. Nicht, weil sie aufgegeben, sondern weil sie nicht mehr gebraucht wird. Kontrolle ist eine Antwort auf Misstrauen, Freiheit eine Folge von Vertrauen. In einer Kultur der Angst ist Vertrauen das radikalste Prinzip. Es entzieht sich der Verwaltung, weil es nicht organisiert werden kann. Man kann Vertrauen nur leben, nicht erzeugen. Es entsteht in der Gegenwart, im Moment des Risikos. Dort, wo etwas offen bleibt, kann Beziehung sich bilden.

Freiheit ist nicht der Zustand ohne Grenzen, sondern die Fähigkeit, sie nicht als Bedrohung zu empfinden. Sie entsteht in Kontakt, nicht im Rückzug. Eine Gesellschaft, die das versteht, braucht weniger Struktur, nicht mehr. Ihre Ordnung ergibt sich aus Wahrnehmung, nicht aus Gesetz. Das Leben reguliert sich durch Bezug. Wo das gelingt, verliert Macht ihre Notwendigkeit. Autorität wird ersetzt durch Aufmerksamkeit. Verantwortung entsteht nicht aus Regel, sondern aus Nähe.

Diese Form von Freiheit ist uns fremd, weil sie nichts verspricht. Sie ist kein Ziel, sondern ein Nebeneffekt von Wirklichkeit. Wirklichkeit entsteht nicht durch Entscheidung, sondern durch Teilnahme. Man kann sie nicht herstellen, nur zulassen. Alles, was sich zu sehr anstrengt, verliert sie. Wirklichkeit ist kein Zustand, den man erreicht, sondern das, was bleibt, wenn kein Abstand mehr zwischen Wahrnehmung und Geschehen liegt. Sie zeigt sich nicht als Erkenntnis, sondern als Gleichzeitigkeit. Alles, was wir wissen, kommt danach.

Bei Intimität handelt es sich um eine vollkommen andere Dimension. Sie beginnt dort, wo wir aufhören zu funktionieren und anfangen, uns wirklich zu zeigen. Intimität bedeutet, dem anderen zu erlauben, in dich einzudringen, nicht körperlich, sondern emotional. Es heißt, dich sehen zu lassen, wie du dich selbst siehst. Mit deinen Zweifeln. Deinen Schutzmechanismen. Deinen alten Wunden. Echte Nähe entsteht nicht durch Scheinharmonie, sondern durch Offenheit. Nicht durch Perfektion, sondern durch Ehrlichkeit.

Intimität ist der Moment, in dem du jemanden in den tiefsten Kern deines Wesens einlädst. Dorthin, wo du verletzlich bist, wo du Angst hast, nicht zu genügen, wo du gelernt hast, dich zu schützen. Und genau hier wird es für viele schwierig, ist es auch für mich immer noch spannend und intensiv. Denn gesehen zu werden bedeutet auch, nicht mehr kontrollieren zu können, welches Bild der andere von mir hat. Es bedeutet, Scham zu riskieren. Ablehnung zu riskieren. Verlassen werden zu riskieren.

Viele wünschen sich Liebe. Nur wenige halten echte Intimität aus. Nicht weil sie unfähig sind zu lieben, sondern weil ihr Nervensystem gelernt hat, Nähe mit Gefahr zu verbinden, Gefahr fürs Selbstbild. Die entscheidende Frage ist deshalb nicht, ob da Liebe isst. Sondern: „Wie sicher fühlt wir uns wirklich miteinander? Wie sehr können wir uns zeigen, ohne Maske, ohne Rolle, ohne Schutz?“. Und ja es gibt diese wenigen geborgenen Momente, wo ich selbst mich sicher fühle mit Menschen. Dann ist es sicher, dass es mir gut geht. Es ist sicher, dass ich Freude fühle. Es ist sicher, dass ich Raum bin. Mein Raum voller Liebe.

Selbstliebe als höchster Dienst. Die tiefste Quelle eines erfüllten Lebens liegt in der liebevollen Annahme unseres eigenen Seins. Wenn wir beginnen, uns mit den Augen des Herzens zu betrachten, verändert sich etwas fundamental, die eigene Göttlichkeit erscheint. Es gibt diesen Ort, der nichts vergisst. Nicht die Wunden, nicht die Liebe, nicht das, was still geformt hat. Es ist das eigene Herz.

Schmerz kommt nicht, um zu zerbrechen. Er kommt, um gesehen zu werden. Um gehört zu werden, dort, wo lange geschwiegen wurde. Das Herz trägt den Schmerz nicht als Last, sondern als Geschichte. Als Spur dessen, dass ich gefühlt habe und dass ich offen war. Verwandlung geschieht leise. Nicht im Wegdrücken, nicht im Vergessen. Sondern im Dableiben. Im Atmen durch das, was weh tut und weiter zu lieben.

Wenn ich meinem Herzen erlaubst, weich zu bleiben, beginnt etwas Neues. Der Schmerz verliert seine Schärfe und wird Tiefe. Wird Mitgefühl und echte Kraft. Narben im Herzen sind keine Zeichen von Schwäche. Sie sind Tore. Durch sie fließt Verständnis. Für mich. Für andere. Vielleicht ist genau das die wahre Verwandlung: Dass das Herz nicht härter wird, sondern weiter. Und in dieser Weite entsteht etwas Kostbares eine Liebe, die nichts beweisen muss. Eine Stärke, die aus Sanftheit wächst.

Von den Geschenken im Lieben nicht erwidert zu werden

Von den Geschenken im Lieben nicht erwidert zu werden

Da war eine Anklage an Gott, ein massiver Konflikt mit der Schöpfung, ein riesiger Schmerz im Erleben des menschlichen Geschöpfes mit dem Göttlichen. Im Kern ein Ablehnen meiner Existenz als Liebe, weil sie scheinbar nichtig und ungewollt war (und scheinbar immer noch ist). Nicht wirkt, nicht erwidert wird, nicht beantwortet fließt und selbst leer überbleibt. Seit meiner Kindheit steht die Frage im Raum:

Warum gibst du mir dieses riesige liebende Herz, wenn es ins Leere fällt?

Die blieb unbeantwortet in den sich wiederholenden Erfahrungen mit allem, was ich bin, da zu sein, mich einzubringen, zu lieben und letztlich weggeschickt, abgelehnt, verlassen zurück zu bleiben. Ich bin da mit meiner ganzen Liebeskraft und gebe mich hin und lande im Loch des Nichts. Immer wieder, scheinbar vergeblich mein L(i)eben.

Obwohl ich mittlerweile tief in mir verankert bin, sooo viel geheilt habe, alles Mögliche verändern und erlösen konnte, folgt das Außen nicht dem Innen. Immer tiefer die Zweifel am Sinn meiner Existenz. Wozu braucht es mein Atmen, wenn es keinen kümmert. Die Enttäuschungen sammelten sich, Resignation zog mich zunehmend zurück, Scham für meine entwertete tief liebende und fühlende Essenz vernebelte die Lebensfreude fast komplett. Kapitulation ist noch nicht, auch wenn sie phasenweise meinen Raum heimsucht, und nur schwer weiteratmen lässt.

Die Frage hat sich gewandelt, die Zweifel an meinem Lieben sind verschwunden und der Akzeptanz gewichen. Dafür ist der Schmerz im unerwiderten Lieben zu leben gegenwärtig geblieben und ruft Gott an:

Wie soll ich weiter und ewiglich Liebe sein, wenn mir so viel Nicht-Liebe gespiegelt wird (von meinen Liebsten)? Wie kann ich mit all meiner Liebe umgehen? Geht es wirklich darum nur für mich zu sein, sie ausschließlich da zu halten, ganz innig fühlend zu leben und das Außen komplett zu lassen?

Die Fragen zeigen, wie ernst ich die Liebe nehme. Wie stark sie in mir lebt. Wenn Liebe durch mich fließt und scheinbar nicht erwidert wird, fühlt es sich an wie eine Ablehnung durch das Leben selbst. Mitunter wird dann die Todessehnsucht richtig groß, weil dann alles vereint und in Liebe angenommen sein wird. So mit dem Tod in Kontakt kommt die Sicherheit, es wird letztlich gut sein.

Da mein Lieben nicht erwidert wurde, berührt das jetzt immer wieder die Urwunden: „Ich bin nicht gewollt.“, „Ich bin nicht gewählt.“, „Ich bin nicht liebevoll gesehen.“, zusammengefasst: „Meine Existenz ist ein Fehler.“ Ja so hat sich mir das erschlossen im Dasein in Liebe und abgelehnt, weggeschickt, als bedrohlich empfunden und auf keinen Fall nahe gehabt werden wollen.

Die Leere ist menschlich real, doch im tiefen Erforschen ein Missverständnis meines Blicks. Mein Liebe wurde in Frage gestellt ohne Antwort, ohne Resonanz, ohne Spiegelung. Die Schau nach außen hat ein Missverständnis ergeben. Ich habe Liebe mit Antwort, Spiegelung und Bestätigung verwechselt. Wer bin ich ohne Erwiderung, liebevolle Spiegelung, beantwortet werden? Nichts im Empfinden, deshalb hat mein Verstand versucht mein Lieben zu reduzieren und zurückzuhalten, was gefühlt die Hölle war. Es ging auf Dauer nicht ohne kaputt zu gehen, es brauchte also einen Weg mit der unerwiderten Liebe zu leben. Sicher werden im Herzen im eigenen Lieben und alles loslassen was nach außen gerichtet ist. Lauschen und graben nach den Geschenken im Ungemach.

Die Chance der „Nicht-Liebe“ ist, das wirken der eigenen Liebe zu erleben. Sie öffnet sich vollständig in der Abwesenheit jeder äußeren Liebe. Da wo das Suchen endet, weil es im nicht erwidert werden als vergeblich erkannt wird. Im Prozess des alleine über und stehen Bleibens. Im Fühlen der Mangelgefühle und vermeintlichen Bedürftigkeit. Im Zerfall der Projektionen, also außerhalb der personalen menschlichen Liebe. So wird alles was ich war zunehmend im Kokon der Selbstliebe aufgelöst.

Wenn die Leere der personalen Nichtbeantwortung des Liebens wirken darf. Wenn ich darin klar und wach bleibe, öffnet sich die tiefe der Liebe dahinter, die in mir und durch mich wirkt. Wenn ich mit dem Schmerz darüber „unerwidert zu sein“ im Menschlichen, die göttliche Liebe in mir erfahre. Genau dort kann ich meine Göttlichkeit in reinster Form auffinden. Gerade weil ich leer bin. Nicht im Erfüllt-Werden. Sondern im Bleiben. Im in mir da bleiben und die Schichten dekonstruieren, die meinen ich bräuchte, bis nur mehr Präsenz bleibt. Dort unter der Lüge meiner fehlerhaften im Menschsein unerwiderten Existenz, ruht mein unendlich wertvolles Dasein in der Neutralität Gottes. Und ja ich habe mit der Gleichgültigkeit gehadert, die im Göttlichen vorzufinden ist, wollte einen gerechten Gott, einen Ausgleich, eine Belohnung, was auch immer. Doch so ist das Göttliche nicht, alles darf sein und nichts muss. Gott wertet tatsächlich nicht und ist in der Neutralität allem gegenüber.

Ablehnung, Verlust, Abstand und Missachtung sind keine Strafe. Sie sind Einladungen in meine Größe. Wenn Menschen gehen, wenn Rollen zerfallen, wenn Verbindungen sich lösen, bleibt mein Sein. Und genau hier beginnt meine Ganzheit. In dem ich aufhöre zu kämpfen gegen das, was in mir auftaucht, wenn niemand mit mir ist. Ich setze mich zu mir. Ich begegne mir. Ich erkenne mich. Und das Leben muss mir keine Spiegel mehr schicken. Ich bin das Ganze. Ich bin die Weite, die alles halten kann.

Die Nicht-Erwiderung ist keine Abwesenheit von Liebe.

Sie ist oft nur die Grenze eines anderen Herzens.

Und Gott zwingt kein Herz.

Gott ist nicht nur in der Verschmelzung und Einheitserfahrung.

Gott ist auch im „leeren“ Raum dazwischen.

In der Stille, wenn nichts zurückkommt.

In der Würde, weiter offen zu sein, ohne mich zu verbiegen.

In der Demut urteilsfrei zu bleiben.

 

Wie findet ich Gott in der Nicht-Liebe? In der Wahrheit, dass ich lieben konnte und kann, und zwar bedingungslos. In der Kraft, nicht zu verbittern. In der Entscheidung, mich nicht kleiner oder weg zu machen. Im Erkennen: Meine Liebesfähigkeit ist unabhängig von der Antwort.

 

Manchmal ist die größte Gotteserfahrung nicht das „Ja“ eines anderen.

Sondern das stille Wissen: Ich bleibe Liebe, auch wenn es unbequem und schmerzhaft ist.

Nicht naiv. Nicht selbstaufopfernd. Sondern klar und wahr.

Liebe ist zuerst eine Qualität des Seins, nicht eine Reaktion des Gegenübers.

Das Göttliche ist mir gerade dort am nächsten, wo ich ohne Garantie liebe und trotzdem nicht zerbreche. Liebe, die nicht erwidert wird, ist kein Beweis gegen Gott. Sie ist eine Einladung, Gott in meiner Tiefe zu entdecken, als Quelle, nicht als Echo. Das tut phasenweise sehr weh und es macht frei. Frei mich zu leben sprich zu lieben, auch wenn das „nichts bringt“ und zu niemanden führt.

Das Neue trägt nicht. Es fällt nicht. Es ist da.
Tragen heißt jemand hält dich, etwas stützt oder fängt auf.
Das Neue tut das nicht.
Es verspricht nichts. Es hält nichts fest. Es zieht nicht.
Es fällt einfach nicht mehr weg.
Keine Stütze. Kein Gegenspieler. Kein Absturz.
Nur Boden.

Alle „äußeren Götter“ sind eingeatmet und verinnerlicht,

die falschen Götter erkannt und aussortiert,

die Göttin selbst bleibt, in mir.

 

Meine Inkarnationsabsicht und Schöpfungsaufgabe ist sonnenklar und unabhängig vom Außen wahr: ICH BIN HIER UM LIEBE ZU SEIN. Um vertikale und horizontale, personale und unpersönliche Liebe zu vereinen.

Ja das klingt schön. Weich. Herzlich. Klar.

Doch es braucht den Blick für das Wesentliche:

Liebe verursacht nicht immer das Gefühl von Liebe im Gegenüber.

Mitunter macht es Angst, erzeugt Abwehr, Abwendung und Vermeidung.

All das im außen sichtbare nein bedeutet nicht das keine Liebe da ist,

mitunter ist da so viel innen berührt, dass es ausdruckslos im Unsichtbaren verbleibt.

Es ist unmöglich vom Sichtbaren auf die Wahrheit dahinter im Herzen zu schließen.

Selbst wenn ich viel in Herzensgüte da bin, selbst wenn mein Herz offen ist,

selbst wenn ich ehrlich liebe, heißt das nicht, dass es im anderen genauso ankommt.

 

Liebe ist kein Garantie für irgendwas.

Nicht für Zustimmung. Nicht für Harmonie.

Liebe verhindert keine Ablehnung und keine Verluste.

Liebe ist nicht das, was bleibt, wenn alles leicht ist.
Liebe ist das, was da ist, selbst dann, wenn alles schwer ist.
Sie zeigt sich gerade nicht in großen Gesten, sondern im Dableiben.

Im „Ich atme noch.“ und „Ich gebe mich nicht ganz auf.“

Mut ist gerade nicht: „Stark sein und aushalten.“
Mut ist: Zugeben, dass man müde ist, weinen und bleiben dürfen.

Es braucht grandios viel Mut, sich hier zu verkörpern. Sich in einen Körper hineinzugeben, der fühlen kann. Sein Herz zu halten, das lieben kann und verletzt werden kann. Mein riesiges offenes Herz hat erst in den letzten Monaten so viel inneren Halt in mir, dass es nicht mehr eine Dauereinladung für Verletzungen ist. So viele Jahre in der Angst der Schutzlosigkeit. Mein Körper wusste nie was noch alles Schmerzendes rein kommt.

Bis heute ist da eine sich wiederholende Erfahrung, wenn ich offen da bin kommt Schmerz, Ratschläge, Ablehnung oder Nichts rein. In jedem Fall hat mit meiner Not oder Anliegen zu wem hingehen letztlich nur das Leid vermehrt und mir noch mehr Schmerz zugefügt, als eh schon da war.

Wer bin ich geworden durch den Schmerz, durch die Abwesenheit von Liebe und Fürsorge? Mir zutiefst meiner Selbst bewusst und ein aus meiner tiefsten Wahrheit heraus lebender Mensch. Dafür mussten viele Überlebensmechanismen sterben und alle Kompensationen sowie Ablenkungen abgelegt werden. Ein leeres Gefäß werden. Die Leere ist gut (aus)haltbar. Die Geschichte ist vorbei. Ich habe alles erkannt und kann mit jeder Trennung und jedem Schmerz umgehen. Alles ist Loslassen was ich geworden bin. Und erst Mal (?) bleibt ein leerer Raum übrig. Über bleibt schlichtes natürlich Sein, ein goldenes Nervensystem, das in der Führung meines Herzens ruht. Ich kann bei mir bleiben egal was geschieht.

Es braucht Mut, zu vergessen, wer man in der kosmischen Heimat war, um hier in Begrenzung Erfahrungen zu machen. Mut, durch Trennung zu gehen, in den Trennungszuständen zu bleiben. Durch Nächte leben, in denen man nicht weiß, wie es weitergeht mit Zweifel daran, ob es nicht besser wäre nicht weiterzuleben. Mut, sich auf Partnerschaften und Freundschaften einzulassen, wohl wissend, dass nichts garantiert ist. Nichts. Gar nichts. Mut zu lieben, obwohl frau weiß, dass nichts sicher ist, niemand bleibt, sprich losgelassen werden muss. Allein die Entscheidung, Mensch zu sein und vor allem zu bleiben, ist eine Liebestat.

Nicht die Zeit heilt, das Zulassen heilt. Und Heilung geschieht nicht linear.
Sondern wie Welle kommt, Welle geht, Welle kommt wieder und geht wieder.
Und jedes Mal wird etwas durchfühlt und dadurch verwandelt.

Die Worte. Die Gesten. Alle Kämpfe. Das Fliehen. Das Zurückhalten. Das Explodieren.

Jede Liebe. Jede Ablehnung. Nichts war zufällig. Nichts war umsonst.

Es geht um Heil-Sein. Um Ganz-Sein mitten darin. Alles will zurück in die Einheit.

Liebe ist sich in allem zu erfahren. Alle Gefühle sind Liebe.

Der Weg der Liebe ist durch alles hindurchzul(i)eben.

 

Ich kenne mein Zuhause, fühle jetzt schon das Ankommen in der Einheit. Für Momente bin ich schon in Vollkommenheit verkörpert da. Dann schmerzt wieder das Herz voll Sehnsucht, weil es raus schaut auf das Sichtbare. Es sind Wellen, die kommen und gehen. Je mehr ich rein schaue und die Innenwelt erlebe, umso ruhiger, friedlicher und geliebter ist meine Wahrnehmung.

Manche nennen mich Erdenengel. Manche fühlen sich von mir getriggert. Manche projizieren ihre Sehnsucht auf mich. Manche ihre Angst. Manche gehen mir aus dem Weg. Manche erzählen Geschichten über mich, die nie meine waren. Und nichts davon bin ich. Es sind Projektionen der eigenen Erfahrung und der eigenen Realität. Es sind innere Welten, die mir begegnen. Nichts davon bin ich. Und gleichzeitig bin ich alles davon. Ich war, bin und werde immer Liebe sein (in unterschiedlichen Formen). Alles, was andere in mir sehen, ist ihre Geschichte, ihre Sehnsucht, ihre Angst, ihre Bilder. Ich ehre das und lasse es bei ihnen. Ich kehre zurück in mein eigenes Herz.

 

Liebe ist eine Haltung.

Meine Entscheidung, im eigenen Herzen zu bleiben,

auch wenn Projektionen fliegen;

auch wenn Missverständnisse entstehen;

auch wenn ich falsch gelesen werde.

Würde und Demut atmen im gleichen Raum.

 

Scham und Liebe spiegeln sich in einander.

Äußere Stille und innere Fülle leben in der Einheit.

Für mich geht es gerade, um das Vertrauen in das Unsichtbare.

Da ist die Aufforderung rein der inneren Wahrnehmung zu vertrauen.

Und mir selber eine Arche bauen.

 

Die reife Liebe

muss sich nicht zeigen, nicht überzeugen und schon gar nicht gefallen.

Sie lässt sich nicht provozieren, nicht in Drama ziehen, nicht in Rollen pressen.

Sie bleibt.

Und sie hält die Tore offen für echte Begegnung, für ehrliche Worte, für Wahrheit.

Immer.

 

Es geht der Liebe nicht darum, wie sie ankommt, sondern wie wahr ich sie lebe.

Liebe ist kein Echo.

Liebe ist ein Ursprung.

Und ich bin dieser Ursprung.

 

Ich muss nicht gefallen, um Liebe zu sein.

Ich muss nicht harmonisieren, um Frieden zu tragen.

Ich muss mich nicht erklären, um echt zu sein.

Ich muss nicht wahrgenommen werden, um Wahrheit zu verkörpern.

Meine Liebe braucht keine Zustimmung.

 

Ich bleibe offen, auch wenn ich falsch gelesen werde.

Ich bleibe weich, auch wenn andere sich verschließen.

Ich bleibe klar, auch wenn Missverständnisse entstehen.

 

Meine Liebe ist reif, weil sie bleibt.

Die Liebe in mir ist wahr, weil ich sie lebe.

Durch mich IST Liebe.

Ich bin da, in Liebe.

Tiefe Wahrheit verkörpern – die stille Mission meiner Seele

Dunkelheit ist Ursprung, Gebärmutter, Heimat.

Aus ihr entzündet sich das Licht der Güte.

 

Mich in meinen Tiefen halten ist innigste Liebe.

Ich liebe die Dunkelheit.

Offenheit ist der einzige Ort an dem Echtes geschieht.

 

Nähe ist ein Raum zum Atmen.

Ich darf zu weich, zu tief und zu ehrlich sein.

Im Dunkel darf ich sinken und verschwinden.

 

Ich darf leer werden und nichts sein.

Ich darf mich ablegen, Schicht für Schicht, bis nur noch das bleibt, was nicht gemacht ist.

Ich darf aufgegeben sein und jeder Verantwortung entbunden ruhen.

 

Wenn es hier stiller ist, dann nicht aus Rückzug, sondern aus Tiefe.

Ich bin nicht weg. Ich bin da, nur tiefer.

In einem Raum, in dem das Licht nicht gesucht werden muss, weil es von selbst funkelt.

In einem Raum jenseits von Zeit, jenseits von Rolle, jenseits von Geschichte, frei von Identitäten.

 

Und wenn ich ab und zu aus der Dunkelheit zurückkomme, dann nicht mit Antworten, sondern mit Präsenz. Nicht mit Worten, sondern mit einem offenen Feld. Bis dahin sinke ich. Ich lasse mich geborgen halten. Und vertraue dem, was mich auch im Dunkel trägt. Ich vertraue, dass mein Erleben richtig ist. Ich genauso gemeint, gewollt und geliebt bin wie ich mich spüre. Ich vertraue der Dunkelheit, nicht weil sie immer angenehm ist, sondern weil sie absolut ehrlich ist. Sie nimmt mir die Bilder, sie nimmt die Richtung, und genau darin schenkt sie mir Wahrheit. Licht scheint, täuscht, schafft Illusionen.

In der Dunkelheit geschieht keine Technik. Keine Methode. Keine Suche. Hier geschieht Alchemie. Die Alchemie des Jetzt. Dort, wo nichts mehr verwandelt werden muss, weil alles, was ich bin, bereits pur da ist. Dunkelheit ist nicht das Gegenteil von Licht. Dunkelheit ist der Ursprung von allem, die Ursubstanz, aus der alles Leben geboren wird. Sie ist das Nichts, das alles enthält rein, weit, empfangend. In der Dunkelheit wird meine Liebe erwidert.

Wer die Dunkelheit integriert hat, weiß um ihre Geborgenheit, ihre Nahrung und ihren Schutz. Alles was wahrhaftig leben soll, muss in der Dunkelheit wurzeln können. Alles was diese Basis nicht hat, zerfällt und stirbt. So ist die Liebe die Dunkelheit und das Lebendige tritt aus ihr hervor.

Ich war lebenslang mit Menschen, die nicht umgehen können mit meiner vollen Wahrheit. Und erforsche mich in meiner Wahrheit sicher zu fühlen, auch wenn ich damit alle Anderen triggere und verunsichere. Und mich der Gefahr der Ablehnung und Verlassenheit aussetze.

In der Wahrheit da zu sein macht mich zu einem Trigger für alle die im falschen Selbst leben. Es braucht viel Mut und Kraft der Trigger zu sein, die Projektionen abzubekommen ohne das Spiel mitzumachen. Es ist ein Angstfeld und höchst kreativ. Wenn ich den Schmerz aushalte, innehalte, zulasse, akzeptiere und mich umarmen in meiner Wahrhaftigkeit, steige ich aus dem alten Fahrzeug der Menschheit des „Reagierens um geliebt zu werden“ aus. Das ist Seelenarbeit.

Atem meiner Seele unter der Haut bis ins Knochenmark spürbar. Ich brauche den Schleier des alten Schutzes nicht mehr. Alle Trauer darf da sein und auch der beständige emotionale Schmerz des Getrenntseins. Vollständig alleine sein ist möglich und dennoch tut dauerhaft getrennt abgelehnt leben müssen sehr weh. Die Trauer des Ungelebten hinterlässt mit jedem weiteren Tag tiefere Spuren in meinem Leben. Jede Träne flüstert seit knapp drei Jahre einen Namen und vielleicht bleibt das für den Rest meines Lebens so. Das darf sein, es darf geschehen, weil es ist. Alles darf mit mir geschehen in Wahrheit und Liebe.

Früher suchte ich nach Gemeinschaft und Partnerschaft aus Angst die Einsamkeit nicht mehr zu ertragen. Ich suchte System und Methoden, weil ich Angst hatte alles selber fühlen und tragen zu müssen. Ich suchte Erlösung, weil ich Angst hatte, ohnmächtig zu sein. Jetzt darf all das da sein. Einsamkeit, Gefühlstiefen, Erlösungslosigkeit, Ohnmacht… also alle Vermeidungszonen. Der einzige Weg ist, nichts mehr darauf zu geben, was die Menschen von einem denken und bereit zu sein, den Schmerz zu fühlen.

Gleichzeitig geschieht das Erkennen gerade in Gruppenselbsterfahrungen, dass ich den tiefen Wahrheitsraum halte und verkörpere, damit andere durch mich sehen können, ohne zu zerbrechen. Ich war schon immer in der Tiefe zu Hause (bis verloren, weil alleine da) und erst jetzt bekommt diese Qualität Raum im Menschengewebe und etwas Wertschätzung. Tief fühlen ist ein Privileg und manchmal die größte Herausforderung. Existenzieller Schmerz, fühlen aller Brüche, essentielle Liebe und ich bleibe. Atmen und bleiben, sehen hören schmecken fühlen in meinem Raum. Den tiefen Raum der Wenigen. Ich bin der Raum der Liebe und alles andere löst sich.

Mir ist sehr bewusst, dass in mir etwas abläuft, dessen Ausgang in der Form noch ungewiss ist. Es geht jetzt in Wahrheit allen so, bewusst oder unbewusst. Und ja da ist Scham, die Wunde möchte Unsicherheit verbergen. Das Wegstoßen der eigenen Wahrheit oder anderer ist der Schutzmechanismus der reaktiven Natur, um nicht verletzt zu werden. Alles nach innen, auf Wegducken und in Richtung unsichtbar machen. Das ist biologisch absolut sinnvoll. Aber als Mensch mit Bewusstsein ist es viel stärker, mit der Unsicherheit voll da zu sein.

In den letzten Jahren wurden wir kollektiv in eine tiefere Beziehung zur physischen Welt initiiert. Zu unserem Körper und unserem Nervensystem. Zu der Frage, was uns wirklich nährt, was wirklich Sicherheit schafft und was wir nur aus Gewohnheit festhalten. Die jetzt verzweifelt um Sicherheiten ringen, werden keine mehr finden. Alles ist jetzt unsicher. Weil uns die Frequenz führt. Wenn trans-Formation geschieht, dann muss Verunsicherung, Auflösung und Herzaufrichtung liebend in Kauf genommen werden. Mein Körper spricht sehr deutlich und mein Nervensystem verlangt nach Ehrlichkeit. Ich bin wahr da. Komme, was wolle. Das ist sicher. Innere Sicherheit in der ganzen Verunsicherung.

Voller Fokus auf Wahrheit und Sicherheit. Wahrheit war für mich immer unverhandelbar. Sicherheit wurde es im Wachsen der Liebe zu mir zusammenwirkend mit dem wieder und wieder verletzt werden. Vor allem durch das Erleben, das meine Wahrheit nicht sicher ist. Und durch das Warten wann wo wie wird sie wieder Raum haben dürfen. So viele Wochen und Monate bin ich im Spinnennetz des Schweigens hängen gelassen zu worden. Silent Treatment ist das Grausamste (für mich?). Es ist ein Auslöschen des Bodens der Beziehung durch gezieltes Schweigen. Ein Ignorieren zum Aushungern der Verbindung und absichtlichen nichts mehr Teilen, um durch Kontaktentzug zu verletzen. Exkommunikation verunsichert so lange bis der Ausschluss zerbricht (Hoffnung, Antrieb, Selbstwirksamkeit) und nur mehr Ohnmacht überbleibt.

Atempause zur Selbstregulation und mich im Arm halten…

Sicherheit die warmen Arme von innen. Echte Verbindung entsteht erst, wenn mein Inneres sicher ist. Ich bin der Standard. Alles andere bekommt mein Einlassen nicht mehr. Die Bereitschaft alle zu verlieren und der Mut mich ganz da sein zulassen auch in den Vermeidungszonen des Zusammenbrechens, der Schwäche ebenso wie der enormen Kraft, der schmerzend wahren Worte und der enormen Kapazität Leben und Sterben rückhaltlos zu halten.

Ich habe lebenslang nicht nur mich gehalten, sondern auch das Feld der tieferen Wahrheit in einer oberflächlichen betäubten verlogenen Menschheit ein Kraftakt sondergleichen. Es braucht viel Energie in der Tiefe bewusst da zu sein während alle und alles davon wegziehen will. Der Wahrheit verpflichtet zu leben und zu sterben ist wofür ich angetreten bin. Mein Tiefstes ließ sich bisher nicht leben und entwickelt sich jetzt langsam in die Verkörperung. Wenn wir im Körper bleiben, wenn wir uns selbst Raum geben und uns von innen heraus führen lassen, nicht auf logische, nicht strategisch, nicht zielorientiert oder optimiert, sondern lebendig, ist alles da.

Wir können den Geist nicht zur Ruhe bringen, solange unser Nervensystem unreguliert ist. Erst durch bewusstes Fühlen beruhigt sich das Nervensystem und erst dann folgt der Geist. Nicht das Denken führt zur Stille, sondern Verkörperung. Wenn das Nervensystem Sicherheit erfährt, wird der Geist leise. Nichts verändert sich, außer unsere Fähigkeit, reguliert zu bleiben und uns bewusst aus den Schleifen unserer alten Muster zu erheben. Entweder wiederholen wir unsere Muster und das Leben spiegelt sie uns immer wieder zurück, oder wir begegnen ihnen frühzeitig, bevor sie sich weiter zementieren. Wir überschreiten sie, regulieren uns, erheben uns bewusst aus ihnen heraus und verändern damit die Realität, die daraus entsteht. Der Schlüssel dafür ist das reine Fühlen des Innenlebens. Heilung beginnt nicht dort, wo wir etwas reparieren, sondern dort, wo wir aufhören wegzulaufen. Wenn wir den Kloß im Hals spüren, ohne ihn zu unterdrücken. Wenn Traurigkeit Raum bekommt. Wenn Angst nicht bekämpft, sondern gefühlt wird. Gefühle sind sind Wegweiser. In dem Moment, in dem das Wirkliche gefühlt wird, entsteht Weite, Ruhe und Verbindung. Nicht weil alles gut ist sondern weil ich da bin. In mir und mit mir. Mit dem Leben. In meinem wahren Sein.

Liebe ist auch ein Zustand des Nervensystems. Wenn die alten Programme zerfallen, entsteht Raum für Weichheit, Hingabe, Präsenz und Hingabe. Liebe wird spürbar, weil sich mein Körper wieder genug sicher fühlt, sie durchzulassen. Wenn wir allen Gefühlen Raum geben und hindurchleben entlädt sich Spannung, der Körper wird weicher und wahrhaftiges Entspanntsein erscheint, weil berührt sein zugelassen wird. Direkte Berührung im eigenen Kern und mit Auserwählten. Daraus entsteht nach und nach ein neues Selbst mit einer sicheren Bindung.

Wirklich werden wir nicht, wenn wir das Schwierige wegdrücken, sondern vor allem wenn wir bereit sind zu spüren „Was ist los in mir? Angst? Wut? Trauer? Ohnmacht?“. Wut meist ein Mantelgefühl. Die Wut überdeckt viele verschiedene zu Grunde liegende Gefühle, die sehr viel schmerzhafter sind: Angst, Ohnmacht, Scham, Trauer, Einsamkeit. Selbst unter der Angst verbirgt sich ja noch die viel schmerzhafter und schwieriger auszusprechende Scham. Diese zu enttabuisieren ist wichtige Friedensarbeit. Für den Frieden in sich selbst und mit anderen. Also die Gefühle unter den Gefühlen bis in die Tiefe erschließen.

Gerade wahre Freude macht roh und verletzlich. Wünsche, Sehnsüchte und Visionen liegen oft unter Scham, Schuld und körperlicher Kontraktion begraben. Wir dimmen uns runter, machen uns klein, um sicher und unsichtbar zu bleiben. Schutzmuster sorgen auf kreative Weise dafür, dass Freude wegbleibt weil: Besser runterregulieren, lieber vernünftig sein und wegrationalisieren, doch noch beschäftigt sein mit anderen Sachen, Betäubung nutzen, sich schuldig fühlen oder in „höhere Sphären“ abdriften, wo die rohe menschliche Essenzemotion der Begeisterung nicht stattfindet.

Das Wichtigste was ich je gelernt habe (und immer noch vertiefe) ist zu bleiben. In mir bei mir. Bei meiner Wahrheit des Moments in meiner Sicherheit des „okay Gebens“ in vollem Selbstkontakt. Es waren Schlüsselmomente mit zwei Frauen, die mir dies schenkten und damit die Möglichkeit in mir etablierten genauso bedingungslos mit mir da zu sein. Diese Fähigkeit selbst auszubilden hat mein Leben grundlegend verändert, mehr als alles andere. Es ist ein verkörpertes Ja, zu allem was kommen mag. Spürst du die Kraft darin?

 

An dieser Stelle erneut eine Atempause und mein Innehalten, das deines einlädt…

Und dann ein Exkurs zur vorgeburtlichen Zeit. Letztes Jahr klopfte mein Embryo immer wieder an mit der Bitte um gesehen, gefühlt und angenommen werden. Diese Schichten sind deutlich tiefer im Unbewussten als es das heimholen der „inneren Kinder“ erschließen lässt. Anfang dieses Jahres habe ich mir dazu ein Aufstellungswochenende gegönnt. Und in der Integrationszeit danach wird mir erneut bewusst, dass es nicht darum geht irgendwen oder was ins Licht zu schicken, sondern fühlend zu sich zu nehmen und dabei die Bewusstheit zu erweitern. In wie vielen Themen die vorgeburtlichen Traumatisierungen und Verletzungen aufscheinen ist verblüffend und eröffnet ein weites Feld für Selbstmitgefühl und Rückverbindung.

In der Gebärmutter ist es total intim, eine enorme Vertrautheit und untrennbare Verbundenheit (viel mehr als zur Mutter) unter Mehrlingen. Ein alleine gezeugtes Wesen kennt diese Innigkeit gar nicht und dann gehen die weg, dann ist da der Tod (Leichenvergiftung) und die permanente Todesangst (die Mutter reduziert die Versorgung über Nabelschnur). Da wurden Todeskämpfe (bin ich die Nächste) ausgestanden und die Botschaft „wenn die Mutter weiß, da ist noch jemand, dann werde ich umgebracht“ legte das „Verstecken“ als Schutzmuster tief in die Zellen. Daraus resultiert das „ich will nicht, dass jemand mitkriegt, dass ich überhaupt da bin“, weil das könnte mich das Leben kosten.

Es ist das grausamster Verlusterleben das menschenmöglich ist. Alleingeborene Mehrlinge haben die selben Symptome wie Kriegsveteranen und Holocaustüberlebende. Auch das Thema mit Essen (meine Magersucht im jungen Erwachsenenalter) wurzelt dort, weil das was nährte gleichzeitig vergiftet hat. Die Information über die Nabelschnur war Gift pur (ich will dich nicht, du bekommst möglichst wenig, sei besser weg). Genauso die Tendenz zur Sucht als Suche nach etwas, dass den unglaublichen Schmerz des Verlustes der Einheit lindert. Ebenso die Schlafstörungen aus der unbewusst panischen Angst, dass etwas passiert, wenn ich schlafe.

Der Eigenschutz ist unterentwickelt, weil ein Teil embryonal hängen geblieben ist. Es konnte sich aus all den Begrenzungen und Schmerz kein „ich darf…“ Raum haben, Grenzen setzen, Liebe ohne Angst empfangen und Zuwendung erhalten entwickeln. Ich kenne das so gut dieses „ich darf ja gar nichts, ich muss mit dem zufrieden sein was da ist, immer schön demütig sein, es reicht schon ganz wenig“. Das zunehmend erkennen, verorten und mich wachsen lassen macht mich neugierig. Mein Leben, meine Impulse, mein Seelendrang darf entstehen und sich ausleben. Ich merke immer feiner, wenn der Embryo in mir wirkt, halte die Impulse und beruhige die alten Gefühle. Jetzt ergeben auch die „grundlosen“ Schuldgefühle zu existieren Sinn. Mein Embryo fühlte sich als das Letzte und schuldig für den Weggang zweier Wesen. Weil in dem frühen Moment kann das nur als „nein zu sich“ ausgelegt werden.

Und gleichzeitig bildete sich damals die Fähigkeit zutiefst zu lieben. Aus dieser größtmögliche Liebeserfahrung in absoluter Geborgenheit und sicherster Nähe kommt all mein Sehnen seither. Der Zwillingsverlust (bei mir eine eineiige Schwester schon nach wenigen Wochen und einen Bruder nach wenigen Monaten) macht eine Trauer und Einsamkeit, die das ganze Leben da ist selbst unter Menschen. Auch die Ambivalenz von Näheerleben, da innigste Nähe mit Verlust gekoppelt wurde und mit jeder Ablehnung die vernichtenden Gefühle hochkommen „sie/er kommt nicht mehr“. Wenn dass dann heute wieder aktiviert ist wie derzeit, brauche ich alle meine Kräfte um weiterzuleben.

 

Atem, Hand, Herz, Selbstkontakt und wieder anschließen im Textgeschehen…

Das sind so mutige Prozesse, die ich derzeit beschreite und durchruhe. Alle Strategien die aus den Traumata entstanden sind gehen und die Identitäten, die überleben ließen sterben. Die tiefsten Tiefen in die ich schaue und mich ab und zu auch genau dort finden und sehen lasse. Es ist eine Verantwortung, die ich trage, wem ich in die Augen schaue und zu wem ich wahrhaftig und roh spreche. Ich wähle bewusst sehr wenige und ansonsten ist es besser alleine zu sein.

Ja echte Nähe war und ist mein Herzenswunsch den mir kaum jemand erlebbar machen kann, weil wir nicht gelernt haben, dass es sicher ist, gesehen und gefühlt zu sein in allem, vor allem von uns Selbst. Es fehlte das Ruhen. In dem sich der Körper in die tiefe Verbindung hinein entspannen lernt. Nicht die Erfahrung managen oder am Prozess arbeiten, sondern empfangen. Die Nähe empfangen. Solange der Körper die Nähe als Gefahr wertet, werden wir immer wieder kurz vor dem Punkt gehen, worauf die Sehnsucht hinweist. Wir missverstehen die Umstände. Werten das Unbehagen als Zeichen, dass Weggehen die richtige Lösung sei.

Echte Freiheit hängt mit der Fähigkeit zusammen alle inneren Sicherheiten sterben zu lassen (ohne daraus ein neues spirituelles Ego zu bauen). An dieser Stelle sei das spirituelle Bypassing erwähnt, weil so oft der Schutz und die Vermeidung des Eigentlichen. Viele spirituelle Narrative sind keine bewussten Täuschungen, sondern unbewusste Abwehrmuster. Sie wirken wie psychische Schmerzmittel: Karma statt Konfrontation, Licht statt Erinnerung, Vergebung statt Grenzsetzung, Alles geschieht aus einem Grund“ statt „Mir wurde Unrecht getan“, Ich habe es mir ausgesucht“ statt „Ich wurde verletzt“, Ich muss höher schwingen“ statt „Ich brauche Halt“. Das Problem ist nicht Spiritualität. Das Problem ist ihre Funktion: Sie ersetzt Kontakt durch Bedeutung, und Integration durch Selbst-Erhöhung. Traumapsychologisch ist das nichts anderes als eine spirituell verkleidete Überlebensstruktur. Nicht Spiritualität ist das Problem, sondern wenn sie den Platz einnimmt, an dem eigentlich die traumatische Wahrheit gefühlt werden müsste.

Die Umkehrung ist die eigenen lebendige Erlösung: Den Bindungsschmerz fühlen und nicht mit kosmischer Liebe überdecken, kosmische Liebe statt Bindungsschmerz, anzuerkennen wie alleine ich war und das nicht als „Führung“ schönzureden; Ohnmacht erlauben statt ins Licht zu flüchten; spürend berührbar erinnern und selbst im hier und jetzt Halt etablieren statt die Ursachen verschleiern und mildern mit spirituellen Praktiken; Orientierung und Präsenz statt Bindungen (genauer Bindungskontrolle); und die Erlaubnis das Wahrheit Verlust und Minderung mit sich bringt. Gesunde Spiritualität flieht nicht aus der Wirklichkeit. Sie bringt uns dorthin zurück. Nicht in den Himmel. Sondern auf den Boden der Realität. Spiritualität wird dann reif, wenn sie nicht als Ersatz für Integration dient, sondern als Begleiterin von Wahrheit.

Es ist hier und jetzt okay mich eingehen zu lassen. Und es ist so viel schwerer das ich loszulassen als physisch zu sterben, weil sich dieses Sterben im Leben nicht darum kümmert, ob und wie es weitergeht. Dasein ohne Wunsch, ohne Erwartungen, im vollen Vertrauen. Sterben in aller Ruhe, nicht ausgeliefert in Not, sondern bewusst hingegeben. Mit dem Geschmack von Jesus Worten „Vater in deine Hände empfehle ich meinen Geist.“.

 

Danke für mein wahrhaftiges Sterben.

Danke für den Tod jedes schmerzend verlogenen Scheines.

Alles Wesentliche wird auf dem Weg durch den Schmerz freigeschaltet und das Unwesentliche fällt weg.

Ohne Lichtflucht und Selbstoptimierung zeigt sich tiefe wahre satte nackte Präsenz.

Das Ablegen dürfen aller Oberflächen, Rollen, Masken, Egokisten, Charisma, Magie.

Angekommen in meiner Tiefe, wo es nur noch echt ist, erlebe ich den Segen des Seins.

 

Alles kann alles sein. Krankheit kann ein Öffner sein. Gesundheit kann ein Schleier sein. Tod kann eine Geburt sein. Und Leben eine Prüfung. Jemand im Sterben kann freier sein als jemand im perfekten Körper. Jemand im Schmerz kann klarer sehen als jemand im Licht. Jemand, der kaum stehen kann, kann innerlich weiter gereist sein als jemand, der Marathon läuft. Der Wert liegt nicht im Zustand sondern im Bewusstsein, mit dem wir ihn durchschreiten.

 

Der Tod als Rückkehr in die Liebe.

Sterben ist eine Rückbewegung in dieses Urfeld.

Eine Heimkehr in die Dunkelheit, die uns gebiert und wieder aufnimmt.

Eine Rückkehr in die Liebe, die nichts fordert, nichts beurteilt, sondern einfach ist.

Tod ist der Weg, der alles Unwahre abfallen lässt,

damit das Wesentliche, das Ewige, das Liebevolle bleibt.

 

Ich machs wie Gott und werde bewusst zutiefst Mensch.

Die innere Quelle als Führungsprinzip.

Die Liebe ist mein Halt.

Danke für die Hingabe, die geschieht.

Hingabe ist eine Kernschmelze des Ego-Geist-Konstrukts ins Herz.

Wenn ich etwas hinterlasse, dann Hingabe ans eigene Herz.

 

Aus der Wahrheit zu lieben ist mein Leben.

Das Herz kennt die Richtung.

Dem Weg der Liebe folgen wohin auch immer.

 

Meine Treue gilt der Liebe selbst.

Liebe zum Ganzen, statt nur zum „Guten“.

Liebe mit eigenem Schwert.

Liebe die meiner Realität und Würde schützt.

 

Herz, Herz, Herz, Herzwärts.

Herz in Herz

Herz an Herz

Ich liebe mit allen Fasern meines Herzens.

Introjekte, Projektion, Ablösung und Integration

Liebe Menschenseele,

ich möchte in diesem Beitrag meine Erfahrung mit Introjekten spezielle mit Sexualintrojekten, Zurückholen von Projektionen, Ablösungsprozessen und dem Geschehen der Integration teilen. Introjektion und Projektion sind psychologische Basics. Alles weitere zu den Sexualintrojekten beschreiben eigene Erfahrungen. Und auch die Wortgeschenke zur Integration und Verkörperung drücken meine durchlebte Meinung aus. Es ist ein vielschichtiges Selbst- und Ganzwerden. Da ich selbst massiv Traumaheilung in meinem Weg habe, und wir immer noch in einer bindungstraumatisierten Gesellschaft leben, ist diese gemeinsam mit der Herzorientierung für mich zentral in der Verkörperung der Seele im Menschsein.

Introjektion bedeutet, dass etwas, das ursprünglich außerhalb von uns war, unbemerkt in unser Inneres wandert. Es sind Stimmen, Erwartungen, Haltungen oder Bewertungen, die wir meistens im Kindesalter übernommen haben – bevor wir unterscheiden konnten, was tatsächlich aus unserer eigenen Wahrheit stammt. Introjektion fühlt sich an wie ein innerer Flüsterton, der uns sagt, wie wir zu sein haben, was richtig ist und was falsch, wofür wir uns anstrengen sollten und wofür wir uns schämen müssten. Es sind Sätze, die nicht aus unserer eigenen Essenz geboren wurden, sondern aus der Welt unserer Eltern, unserer Ahnen, der Gesellschaft, der frühen Bindungserfahrungen. Dennoch tragen wir sie, als wären sie unsere eigene Überzeugung.

Auf der seelischen Ebene wirkt Introjektion wie eine feine Verzerrung der eigenen Frequenz. Ein fremdes Muster legt sich über das ursprüngliche Licht und verändert die Art, wie wir uns selbst fühlen, wie wir Entscheidungen treffen und wie wir uns durch das Leben bewegen. Oft merken wir erst viel später, dass wir an etwas festhalten, das gar nicht zu uns gehört.

Besonders bei traumatischen Erfahrungen – wie sexuellem Missbrauch, emotionaler Vernachlässigung oder körperlicher Gewalt, tiefer Beschämung oder Situationen, in denen ein Mensch überwältigt und schutzlos war – entsteht eine besonders verletzliche Form der Introjektion. Das innere System übernimmt in solchen Momenten nicht nur fremde Stimmen, sondern beginnt, sich selbst in Anteile zu spalten, um das Unerträgliche überhaupt überleben zu können. Ein Teil trägt dann die Schuld, ein anderer erstarrt, ein weiterer versucht, zu funktionieren. Diese Spaltung ist kein Fehler, sondern ein Akt tiefster innerer Weisheit.

Zugleich, wo etwas Fremdes nach innen wandert, entsteht auch das Gegenstück. Projektion geschieht, wenn Eigenes nach außen gespiegelt wird. Während Introjektion Fremdes ins Innere holt, bewegt sich Projektion in die entgegengesetzte Richtung: Etwas, das in unserem Inneren liegt – ein Gefühl, ein Schatten, eine Angst, eine Erinnerung oder ein unbewusstes Muster – wird nach außen verlagert. Wir sehen dann im anderen, was wir in uns selbst noch nicht halten können. Projektion ist der Versuch des inneren Systems, etwas zu ordnen, das zu groß oder zu schmerzhaft ist, um es direkt zu fühlen. Wir spiegeln es nach außen, um es überhaupt wahrnehmen zu können.

Beide Bewegungen sind miteinander verbunden. Die Introjektion nimmt Fremdes in hinein und die Projektion sieht Eigenes im Außen. Beides entsteht dort, wo die innere Wahrheit noch keinen sicheren Raum hatte, um gehört, gefühlt und bezeugt zu werden. Heilung beginnt, wenn wir diese Mechanismen erkennen und fragen: Wem gehört das wirklich? Was in mir spricht da? Was projiziere ich nach außen, was in Wahrheit nach innen gehört? Welcher Teil von mir wartet darauf, wieder heimzukommen? Wenn ich alles mit Liebe und Bewusstsein ins Universum abgebe, was nicht zu mir gehört, was fühle und spüre ich dann?

 

Sexualintrojekte sind Introjekte aus dem Erleben von sexualisierter Gewalt. Frühkindliche sexuelle Gewalt fühlt sich an wie sterben und ohne Abspaltungen ist das auch nicht überlebbar. Da kommen nicht nur Glaubenssätze sondern auch Körperzustände ins Innere. Fremdenergie wird im Körper hinterlassen, weil Sexualität eigentlich dazu da ist, dass sich das Individuum über sich selbst erhebt und in etwas Größeres hineingibt. Also ein Hingeben bis Aufgeben der Individualität. Das ist eine energetische Besetzung, wenn es mit Gewalt erzwungen wird.

Sexualintrojekte zeigen wo wir energetisch verletzt wurden. Sie werden in den Strukturen des Beckens und Unterleibes gespeichert und kontrahieren verkrampfend das Zellsystem (und beeinflussen das Hormonsystem und die Verdauung). Oft so automatisch, dass sie als „normale“ Körperwahrnehmung erscheinen und doch sind sie ein fremdes Echo. Erst im Entladen wird es klar als fremde Frequenz erlebbar. Da ist ein unerklärliches Schamgefühl gepaart mit Angst vor Nähe, weil die eigene „Schlechtheit“ dann womöglich sichtbar und weitergegeben werden würde. Wie eine Schuld die innen existiert ohne wirklichen Grund, weil es ja im eigenen wahren Selbst auch keine gibt.

Sie wirken oft wie eine Vernebelung unter der die eigene Essenz kaum greifbar ist. Scham und Schuld sind ein Hinweis auf Fremdes und nicht die eigene Wahrheit. Meist ist die Scham der Wächter des Introjekts. Sie ist eine fremde Energie und im Bezeugen und Entkoppeln weicht sie aus der Körpererfahrung, womit dann auch die Schuldgedanken raus gehen.

Sexualintrojekte sind schwer auflösbare Muster, weil die Fremdenergien oft gar nicht erkannt, erspürt und schwer emotional erreicht werden. Was mir hilft, ist das eigene Licht im Körperraum zu entzünden und präsent zu bleiben, wo die Selbstwahrnehmung „weg will“. Der Körper darf und will wieder spüren, wenn ich ihm den Raum gebe und wähle selbst in mir zu wohnen. Das kann begleitet sein durch bewusstes Atmen und Selbstberührung. Das wichtigste ist die Botschaft aus dem Geist an den Körper: „Ich bin da. Ich bin hier. Ich wohne in meinem Spüren.“ die immer wieder alltäglich das Spüren einlädt.

Um diese Art von Gewalterfahrung zu integrieren, müssen wir sie kennenlernen. Erst wenn die Introjekte weg sind – (Selbst)Ekel ist da ein guter Wegweiser – also die Fremdenergie raus ist aus dem System, kommen die Erinnerungen. Dann kann man sich ihnen stellen und mit entsprechenden Kapazitäten integrieren was sich zeigt. Sonst bleibt das Grundstresslevel innen hoch und die körperlichen Zustände drängen in die Erfahrung. Alles was man nicht integriert wird wiederholt. Es muss aus dem Eigenleben der Unterdrückung ins Bewusstsein gehoben werden, um ganzheitlich zu heilen. Entspricht mein Verhalten (nicht Worte, nicht Absichten, nicht spirituelle Konzepte) dem wahren Sein, dann ist es Selbstliebe, entspricht es mir nicht, ist es Selbstablehnung. So klar, nüchtern, gnadenlos ehrlich. Tiefste Integrität unangepasst wahr.

Ehrliches Interesse jenseits von Abwertung und Ausweichen. Ein Erkennen, dass da etwas wirkt, das du entdecken möchtest. Ein alter (Schutz)Mechanismus, der kein Fehler ist. Der da ist, weil er behelfsmäßig für dich gesorgt hat/sorgt. Spirituelle Praxis ist genau dazu da. Uns an diese Punkte zu bringen, wo wir tiefer in unsere Räume schauen (müssen) und beengende Muster sich lösen können. Gewohnheiten ändern sich nicht, weil du das entscheidest. Sie ändern sich, wenn das System genügend Sicherheit empfindet und das Nervensystem die Kapazität entwickelt hat, Neues außerhalb der Komfortzone zuzulassen.

Mein Körper sagt manchmal zu allem nein, weil da noch die Erstarrung ist. Die braucht unbedingt ein okay und damit sein. Im anwesend bleiben zeigt der Körper was gerade wichtig ist. Es geht darum wirklich dem Körper wie er IST zu vertrauen! Der Körper führt mich zu mir selbst. Die Phasen des „nichts wollen“ gehen vorbei. Irgendwann entsteht organisch im anwesend Bleiben ein subtiles weich werden, dann kommt langsam das in Fluss, was betäubt war. Klar ist Leiden (emotional erfroren, festgehalten, erstarrt leben) nicht super und es sind eben notwendige Prozesse durchzugehen. Manchmal gibt es lange keine Lösung. Öffnung geschieht nur als Möglichkeit. Loslassen ist nur eine Absicht, die nicht gemacht werden kann. Wenn der Schmerz oder die Taubheit da ist, ist das da und anzuerkennen anstatt druckvoll wegzumachen oder sich abzulenken. Hingabe an das was ist, ist die Lösung! Und das Schwierigste, weil damit das da ist, was Leidvoll ist.

Für mich bedeutet(e) das wahrzunehmen, wie es war (mitunter noch ist) körperlich eingefroren und emotional abgestellt zu leben. Im Grauen des emotional ausgelöscht Seins existieren zu müssen als gequälter Körper war meine Kindheit. Zutiefst verletzt sein und das nicht fühlen können über Jahrzehnte. Überall nur Abwendung für mein Fühlen und Empfinden bis ich das selber so gemacht und reinszeniert habe. Egal an wen ich mich gewandt und wen ich berührt habe, es war kalt. Emotionale Kälte, mentaler Druck, erfrorene Schmerzen. Absolut einsam empfindsames Dasein unter „Menschen“. Unsichtbar mit allen Gefühlen, Nöten, Bedürfnissen alleine klar kommen müssen. Weil niemand da war, war das der einzige Weg mir zu sagen „ich muss alles alleine können“.

Mich darin mitfühlend, sehend erleben und dieses alte Verpanzertsein in der erfrorenen isolierten Emotionalität mit meinen Tränen selbst berühren. Einfach präsent bleiben. In weichen Selbstkontakt Verbindung erlauben mit was war und sich jetzt zeigt, weil ich sicher genug bin. Übelkeit und Aufstoßen, innere Kälte im Dasein, Kälteschauer der Entladungen von Ekel. Die komplette Schutzlosigkeit meines offenen Herzens fühlen. Darin lebend nur abgelehnt und ignoriert, oder missbraucht und benutzt worden sein realisieren. Ja es wahr wirklich so schlimm.

Es ist tief traurig ohne Zuwendung zu sein und heute als Erwachsene kann ich das halten. Mir die Lebenstrauer erlauben, sie ausdrücken, ihr Aufmerksamkeit schenken und damit für mich spürbar sein. Lange tief traurig leben ist okay, unangenehm und wichtig. Die Trauer zeigt mir wie und was geschehen ist. Ich muss es nicht in den Griff bekommen, nur hören was sie zu sagen hat aus der Tiefe meines Seins. Meist spricht sie von Liebe, meiner zurückgehaltenen geheimen abgelehnten ungewollten Liebe.

Unser Leben ist unsere Projektion. Projektion ist Einladung, nicht Fehler. Wenn Introjektionen, Projektionen und alte Spaltungen sich lösen, entsteht ein neuer Raum. Raum für die eigene Wahrnehmung. Raum für eine Frequenz, die aus der Tiefe kommt und dem Leben antwortet anstatt fremde Muster weiterzuspielen. Das Gefühl der Selbstentfremdung löst sich durch die klare Unterscheidungskraft auf.

Es eröffnet den körperlichen Erkenntnisweg im Erforschen was meine eigene Frequenz ist und was übernommen wurde. Die Körperintelligenz ist wesentlich feiner als der Verstand und kann nur IM Körper erfahren werden. Die Rückkehr in den fühlenden Körper (statt vor dem Spüren zu fliehen) ist der innere Anker. Gefühle dürfen dann einfach Gefühle sein und müssen keine Bedrohung mehr darstellen, weil der erwachsene Körper jedes Gefühl halten kann. Dann wird es auch zunehmend sicher im eigenen Körper zu wohnen. Ich nehme meinen Raum wieder ein und das löst die Fremdenergien zunehmend. Den eigenen Raum energetisch zurückholen geschieht damit. Der Körper ist unser heiliges Instrument. Sexualintrojekte lösen sich, wenn der eigene Ausdruck wieder (kraftvoll) möglich ist.

Dieser Übergang vom unbewussten Tragen fremder Energien hin zum leuchtenden Erkennen der eigenen inneren Signatur ist ein langer Prozess des immer tiefer sich selbst Begegnens. Durch die Verbindung von Körper- und Atemarbeit, Wahrnehmungsschulung für Frequenzen, Seelenkommunikation und erschließen von Bewusstseinsräumen lösen sich verklebte Muster, verlorene Anteile kehren zurück und immer mehr wird die eigene Stimme hörbar und das Selbst spürt was wirklich ist. Es lohnt sich immer, sich selbst in diesem Wechselspiel zu beobachten, sich zu hinterfragen und sich wahrzunehmen.

Wahrheit ist das, was bleibt, wenn wir aufhören, uns zu schützen. Das klingt vielleicht im ersten Moment hart. Und ich denke ist es auch. Jedoch es ist ein ehrlicher Prüfstein. Schutz heißt oft nicht nur, uns vor anderen zu bewahren. Schutz heißt auch, uns selbst zu erklären, zu rechtfertigen, uns zusammenzureißen, uns kleiner zu machen oder uns hinter Rollen zu verstecken. Einfach weiterzumachen, obwohl wir innerlich längst etwas anderes wissen. Wenn wir das lassen, dann bleibt selten ein großer spiritueller Satz übrig. Meistens tauchen sehr einfache Wahrheiten auf.

Ich bin müde. Nicht nur körperlich. Müde vom Funktionieren. Vom Halten. Vom Starksein.

Ich habe Angst. Nicht unbedingt vor etwas Konkretem, sondern vor dem, was passiert, wenn ich ehrlich bin und dann alle wegbleiben.

Ich will das eigentlich nicht mehr. Ein Satz, der oft lange keinen Raum bekommt, weil an ihm Veränderung hängt. Und Abschied.

Ich will endlich mein eigenes Leben leben. Nicht das Erwartete von Anderen. Nicht das Vernünftige vom Selbstbild. Sondern das, was sich innerlich stimmig anfühlt im Moment.

Und manchmal ist der mutigste Schritt nicht, etwas zu verändern, sondern sich selbst zuzulassen. Die eigene Wahrheit. Einfach. Unverstellt. Aus den Tiefen meines eigenen Herzens. Ein ehrliches Zeugnis dessen, was in mir wirklich wahr ist. Wahrheit ist direkte Erfahrung.

Gehalten von meiner Anwesenheit. Einfach sein in meinem sicheren Raum. Einfach ein sicherer Raum sein. Einfach sicher sein. Einfach sein. Hier öffnet sich das Herz aus der eigenen Sicherheit und nicht mehr aus Mangel. Ich empfange aus meiner Wahrheit und nicht mehr aus den Wunden. Ausgeatmet, losgelassen, geleert, still gehalten in mir selbst.

Ich verankere mein Herz in Wahrheit, Liebe und Gottes Gnade in mir. Nichts kann die Seele meines Herzens berühren, außer der wahren Liebe. Danke für meine Liebeskraft. Meine Liebesfähigkeit ist das größte Geschenk. Es geht immer nur um die EIGENE Liebe und in der anzukommen und zu bleiben.

 

Integration meint, dass das Nervensystem lernt, das ich bleibe. Der Körper spürt zunehmend mein „ich bin da“. Das ist ein körperlicher Umbau in Wellen und mit widersprüchlichen und unbekannten Phänomenen. Da sind emotionale Schwankungen, weniger innere Bewegungen, das Suchen im Denken reduziert sich, oft ist Müdigkeit da, während die Sicherheit der eigenen Wahrnehmung wächst. Der Boden des „ich bin bei mir“ baut sich auf.

DAS NERVENSYSTEM SUCHT KEINEN ERSATZ ODER WEN ANDEREN.

Ich erlebe wie ich mit allen Gefühlen bei mir sein und bleiben kann. Immer mehr Zustände ein okay und Raum bekommen auch ohne Halt von irgendetwas (ein Konzept, Methoden, Strukturen) oder irgendjemand. Wenn keine Rettung oder Hilfe mehr im außen gesucht wird und alle alten Referenzpunkte weggefallen sind, sprich keine Verbindung mehr da ist, geschieht etwas leise und unspektakulär:

BINDUNGSORIENTIERUNG WIRD VERLERNT.

Phasen wo sich alles neutral zeigt, es okay ist wie es ist. Es ist ruhig ohne glücklich, stabil ohne Freude, präsent ohne Richtung oder Motivation. Genau in diesem „sich leer ausdehnenden“ bin ich bisher oft retour zu Menschen, die mich vorher schon nicht mehr genährt und gewertschätzt haben, zu Praktiken die mich beschäftigen ohne zu erfüllen oder zu irgendwelchen womöglich neuen Inhalten. Dies nicht realisieren, sondern eben bleiben, ruhig in der Beziehung mit mir, lässt mich erfahren, dass außer mir nichts und niemand mehr dringend ist.

SICHERHEIT ENTSTEHT NICHT MEHR DURCH VERBINDUNG, SONDERN DURCH PRÄSENZ.

Das macht eine stille Freiheit, die unvergleichlich ist. Jede Abhängigkeit ist darin aufgelöst. Beziehung ist nicht mehr überlebenswichtig, sondern frei möglich bis gleichgültig. Dies erlebe ich zunehmend und das ist okay. Keine Hochgefühle, keine Besonderheit, schlicht einfach nur meine Natur (für sich und in sich da). Da ist keine Hoffnung und keine Befürchtung mehr. Die Erfahrung eines Gegenüber, das mich definiert, verletzt, bestätigt oder erniedrigt löst sich auf.

Ich musste mich zutiefst mit der totalen Unsicherheit meiner Kindheit konfrontieren. Im durch die schlimmsten Ängste (Ablehnung, Ohnmacht, Vernichtung meines Liebens, Näheverbot, Isolation, Verlorensein) gehen und präsent bleiben, hab ich die Chance immer mehr innere Sicherheit zu etablieren. Leben ohne äußere menschliche Zufuhr. Ich weiß wer ich bin auch wenn niemand da nach mir fragt oder mich beantwortet. Ich nehme meine Wünsche und Projektionen in die Unendlichkeit meines Herzens.

Es geht nicht mehr darum irgendeinen Verlust oder Sturm zu überleben, sondern aus dem „nichts als das eigene Sein“ zum Sturm zu werden, der die Ketten der Konditionierung, Anpassung, Zurückhaltung sprengt. Im Anerkennen der eigenen Ganzheit und der Echtheit diese zu leben, brennen die Illusionen nieder und der Diamant der gelebten Wahrheit erscheint (ohne Maske, ohne Kompromiss, ohne Alternative).

In diesen Momenten der nackten Wahrheit wo alles weggebrochen ist und niemand erreichbar, liegt die größte Kraft. Der einzige Anker der Sicherheit ist der Urgrund des eigenen Herzens. Dort wo der göttliche Funke und die ungezähmte Echtheit wohnen. Hier entsteht eine Unerschütterlichkeit, die keine Bestätigung mehr braucht. Wenn die eigene Wahrheit anerkannt ist und geliebt wird, verliert alles andere die Macht. In dem ich in mir selbst sicher bin, lebt tiefstes Vertrauen selbst im Einsamen. Was zu mir gehört findet mich und was nicht in meine Tiefe passt darf weg bleiben.

Nichts mehr hoffen, nicht mehr zu bitten, nichts mehr zu versuchen, nicht mehr beten. Sondern still wissen, wer ich bin – Liebe. Liebe schließt nichts aus. Liebe rennt nirgends hin und vor nichts davon. Liebe braucht keinen Spiegel. Liebe ist.

Reine Liebe führt. Strukturen folgen. Das ist kein Mythos und kein Machtanspruch. Das ist Ausrichtung. Alles andere geschieht von selbst. Die Liebe ist das Zentrum, das Herz, mein kleiner feiner göttlicher unauslöschbarer Funke, der immer wieder Liebe in mir entzündet und sich verbreitet in allem was ich bin. Die Liebe in mir ist das was in all dem Wandel, in all den unterschiedlichen Räumen, immer es selbst bleibt. Die Liebe ist unbesiegbar. Alles was jetzt zerbricht wahr nicht wahrhaftig.

Ich bin bereit über alles hinaus mein Herz offen zu halten und zu empfangen. Alles was mein Herz umfasst heilt (innen wie außen) und eingelassen erscheint die eigene Wahrheit.

Ich wirke durch die Präsenz in meinem Herzen. Hier ist mein Ursprung, Zentrum, Rückkehr, Einkehr. Mein Herz ist der sicherste Ort im ganzen Kosmos. Welch eine Gnade vollständig darin wohnen zu dürfen.

In den dunkelsten Tagen mein Herzbeben

 

Es gibt zwei Arten von Schmerz im Nervensystem: verlassen werden und verlassen sein.

Verlassen werden ist ein Ereignis.

Jemand zieht sich zurück, eine Beziehung bricht, ein Kontakt verändert sich. Es tut weh und es löst Alarm aus und trotzdem bleibe ich dabei nicht allein. Da ist noch ein Gegenüber, selbst wenn es gerade weggeht. Da ist Hoffnung, da ist Kommunikation möglich, da ist die Hoffnung noch etwas zu verändern. Das macht diesen Schmerz spürbar, doch nicht existenziell bedrohlich.

Verlassen sein ist ein Zustand.

Er entsteht, wenn die Menschen mit denen ich war/bin nicht wirklich verfügbar waren/sind – emotional, innerlich, körperlich. Dann entsteht ein Grundgefühl von: „Ich bin alleine, auch wenn jemand irgendwo irgendwie da ist oder sein könnte, weil einfach keine Erreichbarkeit besteht.“ Dieser Zustand wirkt wie ein bodenlos andauerndes bedroht sein von Abwesenheit ohne Ende. Er zeigt sich in Momenten, in denen eine kleine Irritation sich plötzlich anfühlt wie ein Abgrund. Daher kommt ein klammern nicht aus Bedürftigkeit, sondern weil ihr Nervensystem das „Verlassen-Sein“ um jeden Preis verhindern will. Selbst eine schlechte Beziehung kann dann sicherer wirken als die Leere „da kommt niemand mehr, für dich interessiert sich niemand wirklich“, die im Inneren abgespeichert ist.

 

Und genau deshalb ist diese Unterscheidung so wichtig: Verlassen werden schmerzt während Verlassen-Sein fundamental destabilisiert. Es ist ein „ohne Bezug/Bindung konnte ich nicht leben“ als Kind und kann ich als Erwachsene nur in absoluter Unsicherheit leben. Diese Situationen sind so viel intensiver, als sie äußerlich erscheinen, weil der Körper reagiert nicht nur auf das, was passiert sondern auf das, was damals fehlte. Es ist das alte innere Fallen und jetzt wieder an den Rand dieses Fallens in den inneren Tod kommen. Der Schmerz kommt nur ein wenig vom Abschied selbst, sondern von der frühen Erfahrung, dass niemand wirklich antwortet, niemand meinem Blick standhält, niemand wirklich erreichbar ist. Reaktiviert, wenn jetzt niemand antwortet, und dieses schweben im Nichts bis irgendwann oder auch nie wieder ein kontaktfähiges und begegnungsbereites Gegenüber da ist. Ich spüre diesen Zustand mehr und mehr bewusst, halte mich in der Bodenlosigkeit des Verlassenseins.

 

Als Kind waren es Nahtoderfahrungen, ich war knapp an der Grenze zu sterben, das sind die schlimmsten Qualen, die Todeshölle im Körper ohne jedes „schöne Licht“ außerkörperlicher Erfahrungen. Ein ständiges „überlebe ich es oder nicht“. Da geht man als Mensch freiwillig um keinen Preis hin, nicht-mal mit Begleitung und Halt. Da wird man, wie ich hineingeworfen als Kind spaltet alles ab, um zu überleben. Und wird wieder hineingestoßen, um den tiefsten Schmerz und die größte Angst zu konfrontieren. Bewusst durch den Schmerz atmen im ergriffen werden und im Körper da bleiben. Früher hat es mich in der Nacht überkommen: Der ganzen Körper zusammengezogen bei gleichzeitig enormen Herzrasen, Schwindel und schwarz vor Augen werden und ich wusste, wenn ich da länger drin bleibe sterbe ich körperlich. Diese Angst gibt es in mir, da ist der Tod, das schwarze Loch wo ich zu Ende bin. Jetzt damit im Tagesbewusstsein durchgehen verwandelt meine Innenwelt.

 

Die Beziehung zu Nähe mit allem Alten im Inneren wächst sich in eine satte Stabilität aus. Der Schmerz des Nichtgewolltseins und die Traurigkeit des Alleingelassenseins fließen durch und ruht in meiner Geborgenheit. Integriert ist dieser Schmerz meine Kraft. Am eindrücklichsten und berührendsten waren die Stunden, wo ich mich in einem riesigen Stadion voller innerer Kinder vorfand. Alle inneren Anteile kennen dieses „Verlassen-Sein“ und warteten schon lange still mit gesenkten Kopf auf mich. Zu jeden einzelnen jüngeren ich hingehen, sanft über die Wange streichen, den Kopf in meinen Händen heben und im Blickkontakt verweilen. Alle Kleinen die vor die Tür gesetzt wurden (weil für meine Mutter meine Anwesenheit mit an sie gerichtete Bedürfnisse unerträgliche panikartige Zustände hervorrief und ich weg musste) an meinem Herzen Haut an Haut wärmen. Emotionale Schwerarbeit bis zur Verschmelzung. Danach war eine Lebendigkeit in meinem Solarplexus anwesend, die ich noch nie gespürt habe.

 

Bedingungsloses Bleiben. Das System erweitert sich und das tut weh, weil all das Ungefühlte zurückkehrt. Ich bin da für mich und wachse über den unermesslichen Schmerz der unsicheren womöglich ewigen Einsamkeit hinaus. Fühlen in Dosen, um nicht weggespült und zusammenzubrechen, Nervensystem regulieren, Körperpräsenz. Selbstverbindung mit Bewusstsein und Wille. In der absoluten Unsicherheit sicher werden. Vollständige Annahme von dem was ist. Da ist tiefe Dankbarkeit für den inneren Halt den ich mir erarbeitet habe. Auch wenn mein Augenblick niemand berührt, mein Herz ist immer offen für mich.

 

Heute weiß ich, dass loslassen (des Alten) nichts mit ignorieren oder ausblenden zu tun hat. Loslassen ist nichts aktives, dass einfach so schnell mal getan werden kann, sondern ein sich immer tiefer Annehmen. Wie mit allen Dingen, kannst nur etwas losgelassen werden, das vorher zu mir genommen und angenommen wurde. Einen Ball kannst du nur loslassen, wenn du ihn vorher in die Hand nimmst. Nur anders als beim Ball, bedeutet zu dir nehmen, den eigenen Schmerz sehen, fühlen, spürend im Körper sein und bleiben. Es ist nicht wichtig anzuschauen was passiert ist. Sondern das was es mit dir gemacht hat und was du fühlst. All die Wut und den Schmerz, die Trauer erlauben. Dann kommt das Loslassen des Überlebten irgendwann von alleine. Und dann geschieht die Magie auf leisen Sohlen. Dann kommt die echte Liebe!

 

Ja, der Schmerz ist heftig. Doch er ist auch mein Feuer der Transformation und mein Wasser der Auflösung. Er verbrennt Abspaltungen, Abhängigkeit, geglaubte Lügen über mich (nein ich bin nicht das Unheil, ich mache es nur sichtbar) und schmilzt erlösend Lieblosigkeit, Herzmauern, Besetzungen und Introjekte.

✨ Aus Schmerz wird Klarheit.
✨ Aus Abstürzen wird Stärke.
✨ Aus mir wird reine Liebe.

Wahre Liebe bleibt wahr, wenn alles wankt.

In der Dunkelheit ist so viel Liebe, Hingabe und Kraft.

 

Unlichte sprich herzenskalte, lieblose, falsche Menschen können mir nicht in die Augen schauen. Sie ertragen mein Seelenlicht nicht. Es würde zu viele Herzmauern aufweichen, Abspaltungen wären überflutend retour, die Ketten des Funktionierens lösen sich darin auf und wahre Freiheit wäre spürbar. Es ist wie ein Sprengstoff meines Herzens zusammengesetzt aus tiefster Liebe und zerstörerischer Kraft, die selbst riesige Kerkermauern sprengen und auflösen kann. Mein Ego hat es nicht überlebt, diese Leuchtkraft der Liebe und Zerstörungsmacht in mir. Meine Anwesenheit macht in den Menschen ihre eigenen zerstörerische Energie spürbar. Es wird sichtbar (natürlich auch in mir) wie zerstörerisch ein Leben ist das auf Funktionieren und es den Anderen recht machen ist. All das Unheil wird angetriggert und manche laufen vor meiner Spiegelung davon (das habe ich früher auch lange so gemacht und bin vor mir selber geflohen in der Not des doch irgendwie dazugehören Wollens). Mein Innerstes ist Liebe, die tiefst mögliche Liebe, und sie hat eine enorme Zerstörungskraft allem Lieblosen und Falschen gegenüber. Ich lasse sie da sein, empfange und beanspruche meine ganze Liebes- und Zerstörungskraft. Die liebe, nette, dienende „falsche Barbara“ ist der Schatten der Vergangenheit. Im jetzigen Bewusstsein war nichts davon echte Liebe. Mein Herz war immer offen, aber kraft- und wirkungslos für mich.

 

Neumond, Wintersonnenwende, Mutternächte (Raunächte)… ich sehe, spüre und fühle… in den dunkelsten Stunden erhebt sich das hellste Licht in mir.

Leben wollen – Heilungsgeschehen – Liebe sein

Wie möchtest du leben?

Das letzte Mal, als ich mir diese Frage ganz bewusst gestellt und ehrlich beantwortet habe, ist noch gar nicht so lange her. Ausschlaggebend war damals eine existentiell bedrohliche Kontaktpause. Nicht irgendeine, sondern eine die sich wie ein Schrecken ohne Ende anfühlte, eine die innere Qualen bis auf unabsehbare Zeit im in mir weh tun eröffnete. Monatelang zittern und weiterpulsiern wie ein verletzter Nerv, der nicht versteht, dass die Verbindung weg ist und unaufhörlich das Vergebliche versucht, eben Kontakt und Verbundensein zu erLEBEN. Und als dieses endlose Ende endlich ausgepulsiert war, blieb Stille zurück. Eine Stille, die weh tat, weil sie so groß war. So endgültig. So ernüchternd. Ich war leerer als leer und gleichzeitig wacher als je zuvor.

Und rein kam die Frage: „Und nun, Barbara… (wie) möchtest du eigentlich leben?“ Wie möchtest du leben, wenn niemand nach dir sieht, niemand dich freiwillig wahrnimmt, dich niemand Liebe spüren lässt, du für niemand hier einen Sinn machst? Und dann war klar: Ich habe es so satt! Ich möchte liebevoll leben. Lustvoll, liebevoll, sanft. Ich möchte lieben und geliebt werden, echt und aufrichtig. Nur Liebe. Tiefe, klare, ruhige Liebe. Einfach und real.

Ich wollte die direkte Liebe erfahren. Erleben wie sich die Liebe zu mir begibt. Nicht die indirekte (!), nicht die „Liebe“, die eigentlich weh tut, die mich nur zwingt, mich selbst mehr zu lieben, weil der andere es nicht kann und oder will. Diese Art von Liebe kannte ich schon viel zu gut. Diese Liebe hatte ich überlebt. Diese Liebe hatte mich erwachsen gemacht, aber nicht glücklich.

Nein. Ich wollte echte Liebe. Tiefe Liebe. Liebe, die schenkt und nicht nimmt. Liebe, die nährt und nicht verletzt. Und ich wollte genau diese Liebe, die ich in mir tage, und ein du das sie so gerne verschenkt wie ich. Ja – so war das damals – und so ist das immer noch.

Damals war ich ein wandelndes Loch, komplett offengelegt im Innersten und mitten unter „Menschen“ völlig auf mich allein gestellt. Einsamer als einsam, isoliert unter „Menschen“ und kam erst wieder zu mir als die auch alle wieder weg waren. Nur ich und mein Körper langsam, weise, klar da, für mich alleine atmend.

An dem Punkt war ich schon ein paar Mal. Immer wieder mal steckte ich fest in einer meiner berühmten Krisen nichts ging vor und nichts zurück. Ohnmacht, Wut, Isolationsgefühle, Unerreichbarkeit also mein Zustand des Feststecken. Im Versuch das Feststecken anzunehmen und immer wieder ploppte ein Zitat von Osho ein: „Was rückhaltlos gesucht wird, das wird immer erreicht.

Ich protestierte innerlich grollend. Ich weiß es besser! Hier stand ich (oder besser: ich lag) schon oft und suchte mit jeder Faser meines Wesens nach einer Lösung – und TROTZDEM fand ich sie nicht! Ich suchte RÜCKHALTLOS, aber ich ERREICHTE NICHTS!

Früher suchte nach Heilung. Außen, weg vom Zustand der da ist, im Zerstörungskampf mit was ist. Heute verstehe ich soviel mehr von der Weisheit dessen, wie unser Leben uns in die Selbstannahme trägt.

Die „kleine Heilung“ das ist Heilung innerhalb unserer gesellschaftlichen und menschlichen Matrix. Als Beispiele (aus meinem Erfahrungsspektrum) : Ich wuchs auf mit massiven Selbstzweifeln (stottern, schweigen, verstummen… ) und dann mache ich Coachings und lerne meine Stimme zu erheben, mich verstehbar mitzuteilen und mein Selbstvertrauen wuchs. Ich litt an Neurodermitis und dann lernte ich, mein Nervensystem zu regulieren und die Haut beruhigte sich mit der Zeit. Ich hatte Angst vor allem Möglichen, dann erlaube ich die Verwundbarkeit und meine Wut im Rahmen von Selbsterfahrungen und Therapieprozessen und machte neue Erfahrungen mit damit da sein und immer wieder darüber hinauswachsen. Wunderbar was da alles gelungen ist.

Die meisten Entscheidungen entstehen nicht aus bewusster Wahl, sondern aus Automatismen: Kindheitsprägungen, Verhaltensmustern, ungeprüften Überzeugungen und emotionalen Reflexen.
Wir reagieren – statt zu wählen. Viele glauben, freier Wille bedeutet: „Ich entscheide doch selbst!“
Doch sobald du in ein altes Muster fällst, übernimmt nicht dein freier Wille sondern ein Autopilot. Echter freier Wille beginnt genau an dem Punkt, an dem du bemerkst, dass du wieder in ein altes Programm rutschst. In diesem Moment hast du eine Wahl bleibst du im Muster stecken oder beendest du es bewusst und entscheidest neu? Das ist Bewusstsein. Das ist Präsenz. Und erst dort beginnt wahre Freiheit. Wenn du merkst, dass du immer wieder an denselben Stellen festhängst – Beziehung, Emotionen, Selbstwert, Partnerschaft, Beruf – dann liegt das nicht an deinem „Versagen“, sondern daran, dass alte Programme stärker sind als der Wille, solange sie unbewusst bleiben. Du wirst frei, sobald du dich erkennst. Und dann beginnt ein völlig neues Kapitel – eines, das wirklich dir gehört.

 

Aber nicht alle Themen, an denen wir leiden, heilen auf diesen Wegen (Coaching, Therapien, Bewusstheit). Manche dieser Themen bleiben (meines ist da die Einsamkeit diese himmelschreiende Ungerechtigkeit das scheinbar alle Lebens(abschnitts)menschen an ihrer Seite haben nur ich nicht). Und BLEIBEN. Sie rühren sich nicht. Sie reagieren nicht auf Therapien und nicht auf Coachingtipps. Sie reagieren nicht auf Naturheilkunde und nicht auf eine bessere Selbstregulation. Sie reagieren überhaupt nicht.

Das einzige, was sie zu tun scheinen, ist, stumm und bösartig zu quälen und immer wieder alles andere traurig hilflos einzufärben. Nachtein und tagaus zu stören, zu verstören, zu verwirren, zu isolieren, zu schwächen und zu bremsen. Und dies sind die großen Auftritte der großen Heilung. Denn dies sind die Themen, die uns eines Tages, wenn alle, alle Hoffnung zerbrochen ist, aus dem menschlichen Kontext herauskatapultieren in den freien Fall der freien HINGABE. Dies sind die tiefsten Küsse, mit denen das Leben uns zurückwirft in die bedingungslose Annahme der Existenz an sich ohne Ausnahme von irgendeinem Zustand egal wie lange es bleibt.

Mit anderen Worten: Manche Themen und Symptome sind nicht in unserem Leben, damit wir an uns arbeiten und damit wir heilen. Sie sind in unserem Leben, um uns zu zerbrechen. Und um durch die Risse und Brüche unserer Ruinen das Bewusstseinslicht brechen zu lassen, das wir in all dem Erfolg unserer Arbeit an uns selbst immer noch verborgen gehalten hätten.

Echte, tiefe, existentielle Heilung löst im ersten Schritt vom Konzept der Heilung selbst. Sie heilt uns von der Idee, das sei etwas, das der Heilung bedürfe (nämlich ich) und etwas anderes, das geheilt werden müsse (nämlich mein Symptom des unverbunden Fühlens). Diese Heilung zerstört das alles. Sie schleudert in den Raum JENSEITS VOM KONTEXT EIN MENSCH ZU SEIN. Sie wirft uns nackt und hilflos in den Raum ohne Trost und ohne Zukunft – und genau dort, im ratlosen Zusammenbruch, beginnt beginnt die Schöpfung, beginnt die Göttin in uns selbst zu atmen. Offenbart sich unser eigenes Wesen als ein unbegrenztes und unzerstörbares. Leben, das in allem brodelt und pocht in tiefer, dankbarer Ekstase.

Also wir stecken nicht fest, weil wir zu blöd wären, um zu heilen. Wir stecken auch nicht fest, weil wir faul wären oder ignorant. Sondern weil es wichtig für ein Menschenleben ist, Räume zu haben, die uns eines Tages herauslösen aus jeder Idee und die uns zurückwerfen in die schäumende Brandung der Schöpfung selbst.

 

Heilung ist emotionales Reifen, nicht Symptomfreiheit: Wahre Heilung bedeutet nicht, dass etwas verschwindet, sondern dass Liebe hinzukommt – eine Liebe, die in Beziehung tritt mit unserem Inneren. Heilung ist die wachsende Fähigkeit, uns selbst in Tiefe zu begegnen.

 

Ich glaube, wir dürfen alles neu bewerten. Deshalb werde ich auch nicht müde, neue und vielleicht ganz andere Perspektiven reinzugeben in das Altgewohnte: Wir hören so oft, dass ein Immunsystem stark sein muss, kraftvoll, kämpferisch, unerschütterlich als würde Gesundheit nur dann entstehen, wenn etwas in uns ständig auf der Hut ist und sich gegen das Leben verteidigt. Doch das Immunsystem ist kein Soldat. Es ist ein Wahrnehmungsfeld, ein hochintelligentes Resonanzsystem, das jede Regung in dir spürt und dir ununterbrochen antwortet. Es kämpft nicht, es übersetzt. Und manchmal übersetzt es deine Wahrheit in Kraft, Klarheit und Stabilität. Und manchmal übersetzt es sie in Rückzug, Müdigkeit oder Krankheit. Krankheit bedeutet nicht, schwach ein Opfer oder gar eine Versagerin zu sein.

Du kannst krank sein in einer vollkommen reinen Qualität, die nichts mit Drama, Selbstaufgabe oder Ohnmacht zu tun hat. Ein Krank-Sein, das einfach Ausdruck ist. Ausdruck einer inneren Bewegung, einer Klärung, einer Neuordnung. Fieber ist für mich oft ein Niederbrennen von alten Zellmustern. Ein Moment, in dem dein gesamtes System ehrlich wird und sich nichts mehr schön redet.

Wir tragen diese alte Idee, dass Gesund-Sein höher steht und Krank-Sein niedriger als wären wir nur „gut“, wenn wir funktionieren. Doch wer sagt das? Wer bewertet? Nicht die Schöpfung. Nicht das Leben. Nicht das, was dich hervorgebracht hat. Für die Schöpfung gibt es nur Bewegung, nur Rhythmus, nur Ausdruck. Gesundheit und Krankheit sind keine Gegensätze, keine Feinde, keine zwei Welten, sie sind zwei Formen des gleichen Gesprächs zwischen dir und deinem Körper. Zwei unterschiedliche Sprachen aus demselben Bewusstsein.

Und irgendwann beginnt etwas in dir zu verstehen, dass es nicht darum geht, ständig stark zu wirken oder alles im Griff zu haben, sondern darum, durchlässig zu sein, anwesend, wahr.

Wenn du innerlich die Knie beugst vor dem, was gerade ist – nicht als Kapitulation, sondern als Anerkennung – öffnet sich etwas, das mit Muskelkraft nichts zu tun hat und doch jede Heilung einleitet: Demut. Die Demut vor deinem Körper, vor deiner Natur, vor deiner eigenen Wahrheit, vor jenem lebendigen Fluss, den du nicht kontrollieren kannst, auch wenn du es immer wieder versuchst. Diese Demut öffnet die Herzen der Menschen — und zuerst dein eigenes. Jetzt weine ich gerade selbst vor Demut im schreiben.

Sie zeigt dir, dass kein Zustand falsch ist, dass kein Zustand dich mindert, dass du nicht kämpfen musst, um wertvoll zu sein. Heilung beginnt nicht dann, wenn du wieder funktionierst oder „besser“ wirst. Heilung beginnt in dem Moment, in dem du aufhörst zu verurteilen… dich selbst, deinen Körper, deinen Zustand. Heilung beginnt, wenn du bereit bist zu glauben, dass das Leben sich nie gegen dich richtet, sondern dich immer tiefer zu dir zurückführt. Der Moment, in den du begreifst, dass das Leben dich liebt. Und im dich voll und ganz genauso lieben lassen geschieht das Wunder der „angenommen Seines“.

Es ist eine Entscheidung die Schöpferin zu leben und… Loslassen geschieht aus Gnade, wenn alles im Moment und aus der Geschichte durchs Herz genommen, gefühlt, gespürt, gesehen und gewürdigt wurde. Es geht immer um die liebevoller Annahme meiner gegenwärtigen Wahrheit (wir haben immer eine Persönlichkeit, ein Ego und Gott in uns).

Es geht immer um Liebe.

Liebe sonst nichts.

Es zählt die Summe der Stunden,

in denen wir liebten

(vor allem uns selbst),

aus reinem Herzen geliebt haben

und zugelassen haben genau so geliebt zu werden.

Liebe sein reicht.

Liebe ist mehr als genug.

Liebe heilt (Angst vernichtet sich selber).

Im Lieben sind wir heil.

Aus der Liebe entsteht alles,

alles Positive, alle Kreationen

(aus dem müssen geschieht niemals mehr Gutes).

Deine Liebe war mein Erwachen ins offen weich weit ganz l(i)eben und heute ist meine Liebe eine Symphonie im Fluss der Seele

Die tiefsten Narben in mir tragen die Gesichter derer, die ich am meisten geliebt habe. Doch sie machten mich fähig, zu tragen, zu verstehen, zu bleiben. Die letzten vier Jahre wurden Welten in mir zerbrochen. Identitäten. Strukturen. Sicherheiten. Ich war Druck ausgesetzt, den man nicht in Worte fassen kann und der mich viele Nächte gekostet hat. Und genau dort – an den dunkelsten Winkeln meiner Existenz– habe ich gelernt, mich tiefer anzunehmen. Mich in mich fallen zu lassen, anstatt mich weiter von mir weg zu spiritualisieren. Mich neu zu wählen. Eine existenziellere Wahrheit zu studieren. Die Leere hat mich ausgehöhlt, bis gefühlt nichts mehr blieb, außer Essenz. Und aus dieser Essenz habe ich mit der Zeit neu begonnen zu schöpfen. Davon handelt dieser Blogtext…

Lange hatte ich Angst, zu fühlen, wie tief du in mir lebst, Angst vor emotionaler Abhängigkeit, weil die früher so viel Schmerz bereitete. Ich sabotierte das Miteinander, weil ich die Sicherheit so dringend brauchte. Mein Klammern und Festhalten war da viel Angst und Unsicherheit, die Verlassenheit vermeiden wollte. Mein Nervensystem ist ständig unter Hochspannung gestanden, ja keine Gefahr zu übersehen.

Ich hab Sicherheit mit Geben verknüpft, weil dadurch Menschen meine Nähe suchten und blieben (präziser gesagt abhängig waren von mir und ich coabhängig von ihnen). Ich hab versucht Sicherheit durch geben zu bekommen und mich selbst endlos verunsichert in meinem falschen zwischenmenschlichen Tun. Dieses Geben von Raum, Mitgefühl und Unterstützung hat mir ein ethisches oder spirituelles Gedankenkonzept und eine alte auferlegte Pflicht des Helfen-müssenes auferlegt, war jedoch meist ein Geben im eigenen Mangel und oft ein mich-selbst übergehen. Geben mit leeren Händen erschafft Leid. Der Schmerz des leer zurückgeblieben Seins. Das was ich gebraucht hätte bleibende Nähe hat es nicht ermöglicht, nur andauerndes auf der Hut sein und Angst haben, dass ich nicht mehr kann oder noch schlimmer nicht mehr will.

Distanz hat immer wieder alle meine Ängste und Nöte hochgeholt, während das bisschen gute Nähe die Pflaster auf meine Wunden geklebt hat. Ein fortwährendes aufreißen und wund sein alleine und wieder heilen und versorgen in der Nähe. Immer wieder die Angst, verlassen zu werden, dabei war ich meistens eh verlassen im Sinne von nicht in die spürbare Nähe gelassen. Verlassen werden war meine größte Angst, bis ich realisierte schon von Anbeginn dieses Lebens verlassen zu sein. Einsam schon als Embryo. Ein leises Echo aus dem Jenseits blieb, wo einst Nähe war.

Mein Leben führte mich durch viel Trauer und Dunkelheit, damit ich den Schmerz kenne und lerne ihn wie einen alten Freund willkommen zu heißen. Schmerz war mein größter Lehrer. Er zeigte mir, dass Überleben nicht reicht, frau musste erwachen, um wirklich zu l(i)eben. Ich suchte Freiheit und fand Leere. Ich jagte Liebe und fing niemanden ein. Ich glaubte, Stärke sei Unabhängigkeit, doch sie war nur Flucht in anderer Form. Ich hörte letztlich auf zu glauben und konfrontierte mich mit meinem Nichts. Erst als vieles zerbrach, begann ich zu leuchten.

Ich habe Mauern gebaut, um meine Unsicherheit zu schützen. Doch mein Herz wollte nur Nähe und hat sie Schicht für Schicht durchdrungen, erweicht und erlöst. Ich trug fürs Außen sichtbar den Schutzanzug der sagte „komm mir nicht zu nahe“, während im Innen alles nach Nähe schrie. Der einzige innere Halt waren meine Schutzmauern, meine Stabilität war nur vorgegaukelt. Das bisherige Leben war viel Selbstschutz, keine echte innere Sicherheit die in der lebendigen Unsicherheit im eigenen göttlichen Sein sicher ist. Diese Schutzstrategien waren einmal hilfreich. Aber heute halten sie uns oft davon ab, das zu erleben, was wir uns wünschen: echte Verbundenheit. Ich lerne es zu realisieren und auszuhalten, dass es im L(i)eben außerhalb von mir selbst keine Sicherheit gibt.

Jedes Mal, wenn du Distanz wählst und aus dem Kontakt gehst, fühle ich ein ziehendes Stechen im Herzen bis Tränen rollen und letztlich bleibt in mir nur Stille. Deshalb fürchtete ich die leere Stille, auch wenn ich darin mich selbst im Innersten sehe, meine Verlorenheit ohne die Verbindung und meine einzige Heimat in mir selbst. Da zeigt sich wo ich mich verlassen habe, wo ich mich erfrieren lassen habe, und wo meine Wärme die Sehnsucht tröstet und mein Bleiben heilsam ist. Jedes Mal wieder eine Herausforderung und meine Erlösung auf Distanz gehalten in und mit mir sein ohne auszuweichen, mich abzulenken und zu beschäftigen, so richtig einzutauchen in die stille Leere. Die Herausforderung ist der Teil davor, der durch die Angstschichten und den antreibenden Widerstand. Dann spür(t)e ich die Leere, die Stille, wenn du nicht da warst oder bist. Und in Momenten zwischen den Welten erlebe ich jedes Mal, wie mein Herz aus der Angstverkrampfung weich wird und sich überflutend verströmt in der Zärtlichkeit der Seelenverbindung. Dann ist es die Erlösung wenn ich loslasse, mich hingebe und der Leere meinen Raum geben kann bis ich ruhe im Nichts, für wie lang auch immer.

Je härter mein Weg war, umso stiller bin ich geworden, weil ich verstanden habe, das auf mich aufmerksam machen nichts heilt. Ich habe gelernt, dass nicht jedes erlebte Unrecht Widerstand braucht und die meisten Wunden keine Worte. Wer die Eiszeit und die Feuersbrunst überlebt hat, fürchtet keinen Funken und keine Kälte mehr. Ich trage die Narben wie eine Landkarte in mir, die zeigen wo ich überall war. Sie zeigen nicht mehr wer ich bin.

Ich lerne noch, wie frau bleibt, und realisiere zutiefst berührt dein Bleiben selbst im Schweigen und Nichtkontakt. Ich beobachte dich, deine Stärke, deine Wärme, dein Leuchten. Und reife selbst, wachse in meine Stärke, bade in meiner Wärme, leuchte in meinen Farben. Mein authentisches Brauchen erfüllt, nur die ab und zu wirkende Mangelenergie dahinter sabotiert das Erleben der ganzen Fülle.

Du hast mir gezeigt wie herrlich ich mich fühlen kann und ich lerne auch ohne deine Präsenz genau dieses wundervolle Einheitsdasein zu erleben. Ich spüre dich, wenn der Wind zärtlich meine Haut berührt, warmes Wasser mich umspühlt, Erde mich trägt. Das ist mein Herz, das flüstert: Ich liebe dich still, echt und tiefer, als ich je zeigen konnte. Das Paradies ist im Zustand des Einklangs der Seelenliebe in meinem Menschen lebendig.

Noch bin ich im Übergang vom Schmerz zur Reife, beide wechseln sich ab und sind mitunter gleichzeitig präsent. Der Zusammenbruch alter Schutzmuster läuft noch. Gefühle reinster Liebe sind da, und teilweise kontrolliert in der Tiefe ruhend. Niemals möchte ich dich verletzen, nur heilen und mich erlauben auch im wir, vorsichtig tastend, leise und echt mit dir sein.

Wahre Liebe ist da in der Tiefe und im unerschütterlichen Vertrauen, das seit dir in mir lebt. Mein Lieben ist ein empfangen durch Hingabe. Wenn ich mit Bedürfnissen da sein kann ohne zu leiden, dann bist du auf magische Weise auch da.

Ich mag lernen Sicherheit durch Geben zu entkoppeln und Sicherheit als Seinszustand erlauben. Jeder Moment eine Chance zu erleben, wie ich durch nicht Tun/Kontrollieren/Planen/Versuchen/Bemühen, doch das bekomme was ich möchte (reinste Dekonditionierung und Besänftigung meiner Muster). Jedes Mal wenn ich trotz Angst echt da bin, die Widrigkeiten meistere die damit einhergehen, dann entsteht aus dem zu mir stehen Vertrauen in mich in mir. Das ist echte Sicherheit. So erwecke ich Sicherheit in mir.

Manchmal fühlt sich das Leben an wie ein stiller Zwischenraum. Zwischen „ich kann nicht mehr“ und „ich wachse gerade über mich hinaus“. Ich habe so viel durchgestanden Verlassenheit, Trauerprozesse, schlaflose Nächte, alte Kämpfe, neue Länder, größtmögliche Ehrlichkeit und auch erschöpfte Herzmüdigkeit. Ich stehe immer wieder auf – mutig, würdevoll, mit wachsenden Vertrauen in mich selbst. Ich habe nie aufgehört kreativ zu sein egal wie groß meine Not, Trauer, Scham, Verlassenheit und meine Schmerzen in den Gliedern und im Herzen auch waren. Mein Herz öffnete sich immer wieder für zarte Gefühle, für kleine Zeichen des Glücks und Momente echter Nähe. Tief in mir brennt ein leises sanftes Licht des Geborgenseins. Mein Licht sagt: „Ich bin noch da. Ich bin für mich da. Ich bin Liebe.“

Erfüllung beatmete mich mit dir und nun wächst sie in mir. Mein Herz war nie zu viel. Deine Liebe hat etwas geweckt, das wachsen und werden in schönster Form möglich macht. Ich trage mich selbst in die Fülle und bin gefunden durch dich in meinem Herzen. Die Standleitung der Liebe unserer Herzen hat ewigen Bestand.

Meine Kraft ist größer als alles, was mir je geschehen ist.

Ich kann das was ist in mich hineinlassen und annehmen.

Ich bin stabil in mir, weil ich zulasse dich zu empfangen genauso wie du bist. In der Erlaubnis Bedürfnisse zu haben und zu kommunizieren, echt und authentisch wie jetzt, werde ich aufgefüllt. Es geht hier auch um Mangel auffüllen und mir das zugestehen und erlauben, nicht nur selbstlos zu lieben. Es geht mir um Gegenseitigkeit im Lieben. Die Liebe kann wählen, Liebe „auszutauschen“ und sich dadurch selbst zu nähren.

Ich habe viel für uns, für unsere lebendige Liebe getan, zurückgehalten, versucht, bewegt, transformiert in meinem Menschen. Ich lasse los, was mich müde und traurig macht, und öffne mein Herz für das, was mich wahrhaft nährt. Ich muss mich nicht mehr erklären, beweisen, rechtfertigen. Ich weiß wer ich bin und das reicht. Am Anfang und Ende und immer wieder am Lebensweg steht Hingabe: An das Leben, an die Liebe, an das göttliche Prinzip in mir.

Ich wachse in das Bewusstsein geliebt zu sein durch mein Dasein, ohne jede Besonderheit oder Beziehung rein aus dem sicher geborgen in meiner Seelenenergie existieren. Im Seelenselbst erschaffe ich aus meiner Frequenz heraus (den Moment mit mir selbst in der Qualität meiner Wahl zu erleben). Ja ich darf gesunde Abhängigkeit erleben, um Hilfe bitten, mir Mitgehaltensein erlauben, zugeben mich (ver)binden zu wollen, ein sich zueinander bekennen für mich wählen. Mir sichere Bindung und bleiben erlauben macht den Raum auf und ich wähle was die Seele begehrt – dich.

Mein Licht brennt ruhig, warm und beständig auch ganz für mich alleine. Ich trage dich in meinem Herzen heim, wo wir eins sind im Fühlen. Wenn du die Augen schließt, wirst du mich hören; nicht mit den Ohren, sondern mit dem Raum hinter deinen Gedanken. Denn unsere Verbindung spricht oft nicht in Worten, sondern in Schwingung. Jedes Zittern und jede innere Berührung in dir war mein Wunsch, dich zu erreichen. Ich bin wie ein sanfter Fluss, der durch die Landschaft deiner Seele fließt, nicht stürmisch, sondern mit einer Tiefe, die alles berührt. Jeder Klang, der in mir geboren wird, ein Tropfen Erinnerung in deinem inneren Ozean. Er fällt in dein inneres Becken, zieht Kreise nicht auf deiner Haut, sondern in deinem Herzen.

Manchmal braucht es nur eine stillen Begegnung und einen Blick in die Augen, um zu erkennen, dass du längst auf der Seelenreise mit mir bist. Wenn du innehältst, hörst du den leisen Ruf deines Herzens dort, wo alle Antworten wohnen. Etwas bewegt sich sanft, aber bestimmt. Die Energien nehmen Fahrt auf, du wirst geführt, getragen, gelenkt. Und spürst das Herz öffnet sich wieder. Du beginnst zu fühlen, zu genießen, zu atmen. Wenn ich dich in dem Prozess in mir spüre bin ich in der absoluten Glückseligkeit. Jedes Erlebnis wird durch dieses Geschehen – dein reines Herz mit mir aufgehen zu fühlen – zu einem heiligen Tanz zwischen Seele und Schicksal. Ja ich warte oft lang und doch ist es die reine Vollkommenheit in dieser zärtlichen Erinnerung mit allen Brüchen, Tränen, Wundern für Momente vereint zu sein. Diese Momente tragen mich wie Wellen in die Ganzheit, in mein Licht.

Aus der Stille wächst Liebe,

aus der Bewegung entsteht Leben,

und aus der Ganzheit erblüht

die Magie unserer Herzen.

Heute trage ich Ruhe, wo früher Zorn war. Geduld, wo früher Drama tobte. Mitgefühl, wo früher Mangel sprach. Verstehen, wo früher Urteil fiel. Demut, wo früher Trotz regierte. Und Stille wo früher der unruhiger Lärm in mir wohnte der Haben wollte. Mein Leben war sehr schmerzvoll und das gab mir die nötigen Lektionen, denn ich bin wie Fels und Wasser zugleich, beständig, aber weich im Fluss. Wie Feuer und Erde wärmend und doch satt erdgebunden. Wie Tag und Nacht gegensätzlich, aber vollständig im zusammen wirken.

Transformation geschieht im Dableiben und im Vertrauen.

Wahre Größe ist die Fähigkeit, ganz da zu sein mit allem, was ist.

Ich spüre immer wieder, wie mein Wunsch nach Verbundenheit mich tief in den alten Schmerz zieht, dorthin, wo meine Liebe einst zu viel war und meine Wünsche keinen Raum fanden. Ich merke, wie schnell ich dann falle, zurück in das verlassene Kind, das glaubt, nicht geliebt zu sein. Dann halte ich inne, bleiben präsent und anerkenne, dass ich erwachsen bin, weise, liebevoll und vor allem mir meiner selbst bewusst. Und in dem Moment, in dem ich die Trauer ganz fühle, erkenne ich jedes Mal, dass sie Liebe ist. Meine Trauer ist Liebe, die nicht gelebt werden durfte.

Ich suche die Liebe gar nicht im Außen. Ich bin Liebe. Ich suche nur jemanden, der sie mit mir (aus)halten kann. Wahre Liebe fühlt sich an wie ankommen und bleiben dürfen. Es geht nicht darum, Liebe zu finden, sondern sie zu erlauben. Nicht darum, angenommen zu werden, sondern mich selbst in meiner Liebe willkommen zu heißen. Denn heute darf sie da sein. Immer. ❤

Hörgenuss: Du sanftestes Gesetz von Rainer Maria Rilke durch Xavier Naidoo