Unsere Wahrnehmung
ist das was uns bestimmt. Die Welt ist in mir. Ich bin der Raum in dem alles
erscheint. Mit mir verbunden kann Einheit gelebt werden, nur bin ich zerrissen
und überall verstreut ohne Wiederzusammensetzungsplan. Ich suche nicht die Stille, sondern die Wahrheit.
Das Gefühl nicht
willkommen zu sein schmerzt und engt mein Erleben ein. Ich spalte mich dabei ab
in dem ich meiner Geschichte der vergangenen Ablehnungen glaube und nicht die
Realität wie sie jetzt ist erfahre. Ich habe für die Vergangenheit keine
Verwendung mehr. Jetzt und hier kann ich mich willkommen fühlen und offen sein.
Ich gebe Bedeutung in dem ich die
Situation deute aus alten Mustern oder wahrhaftigem gegenwärtigen Dasein.
Ich brauche
stille, offene, klare Menschen, die mich willkommen heißen, um mich zu
erfüllen. Die im Alltag fehlende Erfüllung ist da, wenn ich ganz wahrnehme und
wahrgenommen werde als multidimensionales Wesen. Rein- und rausschauen,
filterlos, zeitlos, schlichtes offen sein. Tief berührt kann ich erfahren wie
ich Raum bekomme, meine Wahrnehmung wertgeschätzt und mit Interesse wahr und ernst
genommen wird. Darin entsteht der Mut mich mit meiner Not zuzumuten und ich bekomme
die Erfahrung geschenkt mit der Not nicht mehr allein zu sein.
Die Stille ist
unter den Gefühlen. Entspann dich ziellos. Wenn der Körper da ist und der Geist
zur Ruhe kommt, öffnet sich der Seelenraum. Stress ist kurz gefasst von etwas
zu viel und von etwas anderem zu wenig zu haben. Das macht Unruhe in dem auf
Überleben ausgerichteten Organismus. Wenn wir kämpfen oder flüchten sind wir
nicht mit Gefühlen beschäftigt. Im Schock ist der Organismus plötzlich in einem
wehrlosen, sprachlosen, starren Zustand.
Die größte Gewalt ist es zu fordern „es
sollte mir gut gehen“ und „mach dir einfach eine gute Zeit“. Was mir gut tut ist der Täter. Vergeblichkeit,
immer wieder etwas versuchen und scheitern, Unentrinnbarkeit und Niedergang.
Alles möchte resignieren. Kann ich vollständig kapitulieren? Alles so sein
lassen wie es ist. Die Idee ich werde es schaffen in absoluter Finsternis das
Licht hochzuhalten verdreht die Wahrnehmung. Wann kann ich vollständig
aufgeben? Fallen in die Lebensmüdigkeit und beten um Aufnahme absoluter
Wahrheit, innerer Wahrheit und wie sie sich entfaltet.
Was mache ich mit
der ganzen Sehnsucht nach Liebe? Ich wünsche mir ein Streicheln von jemand der
bedingungslos lieben kann. Die Liebe
brennt in mir. Die Wucht mit der ich liebe killt und entgrenzt mich. Ich
zerbreche in einem inneren Wahnsinn, eine Panikmatrix zeigt sich, eine innere
multidimensionale Atomreaktion folgt und zerreißt mich in unendlich viele
Stücke. Wo bin ich stabil oder sicher in
mir in diesem Zerrissenen? Wer bin ich und wer kann das wissen? Ich habe
keine Möglichkeit es/mich zu verbinden, ich kann nicht (persönlich) lieben. Ich bin nicht in der Falle, ich bin die
Falle. Wo ist der Fehler in meinem funktionslosen System? Der Tag dümpelt
mit mir durch innere Schattenfelder. Gott, wenn es dich gibt, gib mir die ganze
Hölle, ich lasse sie durch mich durch. Nicht
das Töten tötet, sondern das Lieben. Es bricht jede innere Instanz zwischen
mir und dem Leben. Alles kollabiert bis nur mehr Bewusstwerdung bleibt.
Mein Überlebensprinzip aus der Kindheit war „um mich zu „retten“ werde ich wie du mich
haben willst“ du es ist mit mir erwachsen geworden. Ich habe über Jahrzehnte Gefühle in mich eingesaugt und alles Mögliche
gefühlt, damit mein Umfeld nicht explodiert. Kommunizieren was gedacht gewollt
wird, um akzeptiert bzw. geliebt zu werden. Gespräche so manipulieren zu
versucht, dass kein Konflikt im Außen entsteht (dafür massive unbewusste in
mir). Innerlich durchspielen was meine Aussagen an Antworten und Reaktionen
ermöglicht und versuchend vorwegzunehmen und zu steuern wie auf mich reagiert
wird. Ein äußeres und inneres Verstecken und mich nicht ehrlich zeigen, weil
ich davon ausging, wenn ich mich zeige wie ich bin können mich die Menschen
nicht annehmen.
Ein falsches Selbst orientiert sich gerne
an einem anderen, möglichst mächtigeren falschen Selbst, das ebenfalls die eigene
Wahrheit verleugnet und überspielt.
Der „Deal“ lautet: Du übersiehst „meines“ und ich übersehe „deines“. Und vor
lauter Lügen um mich herum, habe ich aufgehört mir selber zu vertrauen.
Loyalität ist Selbstentfremdung, da ich für einen vermeintlichen Erfolg
und Frieden in einer Beziehung über meine Herzensbewegung hinweggehe und nicht
aus dem reinen Herzen handle.
Jeder Konsens ist eine Selbstverletzung. Es wird ein Kompromiss gemacht nicht das
eigene Wollen gelebt. Alles was man zurückhalten muss kostet Energie und
Lebenskraft. Angst ist das was uns
ablenken möchte von dem was dahinter liegt. Meine Ängste bestehen ausnahmslos
aus Angst vor Kontakt wozu auch immer. Wenn ich mich in die Angst
zurückziehe entsteht eine Isolation, eine Lücke aus Trennung. Dann sitze ich in
meiner Scheiße innerlich verlassen und äußerlich aufgegeben. Verzweiflung,
Ohnmacht und Frust stapeln sich im Bewusstsein unfühlbar anklopfend an den
Wänden der Dissoziationsmauern. Ich bin mir selber gegenüber hilflos
ausgeliefert und alleine im inneren Zerfall. Meine beschissene Flucht in die
Leidkonstruktionen mündet darin, dass ich mich finde innen, unten, gebrochen,
ganz hinten, im Dunklen, schweigend der Taubheit lauschend, berührt von dem was
in mir da ist. Endlich von mir selbst berührt, von der warmen Hand am kalten
Herz, kann ich dann weinen und Nichtfühlen weicht einem Fühlen. Am Boden dieser
Gefühlwelle finde ich den inneren Konflikt mein Dasein ablehnend ängstlich
fragend: Darf ich aufgeben, erschöpft
sein, bedürftig und sichtbar damit sein, meinem Leer-Sein Raum geben?
Nein, es ist zu
gefährlich gar nicht mehr zu funktionieren. Ich laufe weg vor mir, genauer vor
dem Zustand der Hilflosigkeit und kompletten Erschöpfung in dem nichts mehr
willentlich geht. In diesem Zustand ertrage ich mich nicht.
Die kontinuierliche Überforderung kennzeichnet mein Leben, weil ich in meiner
Kindheit chronisch überfordert war und es als Lebensprinzip ausgebildet habe.
Geburts-, Entwicklungs- und Bindungstrauma ist sichtbar, wenn man sich
auch als Erwachsene bei der richtig/falsch Frage nach außen orientiert anstatt
nach innen zu spüren und zu fühlen was für mich im Moment richtig/falsch ist.
Es ist ein langer Prozess des nach innen Spüren Lernens und daraus
Entscheidungen zu treffen.
Wenn man kein Selbstwertgefühl hat, fängt man an zu manipulieren. Und
wenn man manipuliert zeigt man sich nicht in seiner Not, sagt nicht ich habe
Angst und ich brauche dich gerade. Der Schmerz kommt, wenn ich mich wieder
spüre. Der Schmerz über das ursprüngliche Nicht-genug-geliebt-Werden, Zurückgewiesen-Werden
und um den Verrat am eigenen authentischen, fühlenden Selbst.
Ich schäme mich für meine „Kellerkinder“. Sie sind nicht souverän, sie
haben nichts im Griff und sind davon überzeugt, dass es nicht genügt einfach
nur zu sein. Dabei bemerke ich, wie selbstverständlich ich sie wegdrücke oder
in ein angenehmes lustiges Gewand kleide.
Das ist Lüge, Verrat an mir, gelebte Dunkelheit. Ein in der Lüge
funktionieren, mir ist von mir selbst so übel, speiübel. Ich bin schuldig, habe
getäuscht, mich versteckt und gelogen. Die eigene abgrundtiefe Schlechtigkeit
ist da. Selbstzerstörung habe ich ausreichend gekostet, die schmeckt bitter. Ich
spüre wie mich die Lügen verspannen und meine Wahrheit aussprechen freimacht.
Ich bin ein verwundeter Mensch in einer verwundeten Kultur. Seelisch wächst man
nur an den Problemen, der Rest ist ausruhen. Die Seele kann und will alles
nehmen was sie kann. Nichts muss alles kann und da ist ganz viel Raum
dazwischen.
Es war meine Wahl lieber die Abgründe menschlichen Daseins aufzuspüren,
als in seichten Höhen zu schwelgen. Der scheinbare Abstieg ist mein Aufstieg! Ein
Mensch der Ikarus-gleich immer wieder abstürzt und vor der Himmelstür stehend
nicht die richtige Antwort geben kann. Eine spirituelle Sucherin, die ihr Ziel
nicht erreicht auch weil sie es nicht (er)kennt.
Im Untergang und
Abgrund liegt die ganze Kraft des Universums. Krisen bringen mich in einen
Zustand großer Offenheit, wo wirklich Neues entstehen kann und sehr viel Altes
stirbt.
Jetzt geht es um das innere mich (vom Übernommenen) Lösen und ein Leben
ohne Ausreden mit 100% Verantwortung für mich. Ich bin verantwortlich für
meinen Frust, meine Erwartungen an mich und den Widerstand gegen das Leben. Ich
steige aus indem ich aufhöre auf mich draufzuhauen. Es ist viel mehr
möglich, wenn das Kämpfen gegen mich wegfällt. Zustände wechseln und je
tiefer die Erfahrungen gemacht werden, umso selbstverständlicher wird es. Man
kann und ich lerne alles anzusprechen. Es ist erlösend mich vom Grund meiner
Seele zu zeigen mit der Tiefe, dem Wahrheitssensor und der inneren Not.
Wir werden wütend, wenn etwas auf uns einwirkt, was uns nicht gut für uns
ist. Wenn wir kommunizieren was nicht gut für uns ist UND das gehört wird,
werden wir nicht wütend.
Wenn ich bei mir bleibe öffnet sich das Außen. Es geht um Öffnung weniger
um Orientierung. Es gibt keine Sicherheit im Haben, doch es gibt diesen
Augenblick im Sein. Er ist die wahre Sicherheit, wenn ich fühle, spüre und
zulasse was ist. Hier bin ich zuhause ohne Haus, hilflos ohne Scham,
schmerzerfüllt ohne zu leiden und akzeptiere es nie anzukommen.
Niemand hat es
verdient geliebt zu werden, das geht gar nicht! Liebe kann nicht
verdient werden. Die Liebe ist
das Wollen des Feinstoffes, das ja ich will diesen feinstofflichen Aspekt. Das
feinstoffliche Herz sucht nach der Liebe die will, aus diesem wollenden Element
formt die Liebe die Ursubstanz der Anziehung.
Gott ist alles, er
hat das Böse erschaffen, damit es uns ausbildet. Wir sind nicht schuld. Es war Gottes Plan. Wir wollten nur die
Erfahrung machen. Vom Mensch bleibt nichts, keine Substanz, nur die Erfahrung.
Wir sind da um in uns die Weltwerdung Gottes zu vollführen. Die Himmel brachen
auf und sind nicht mehr zugegangen. Das zutiefst Gesehene wird zum tief
Sehenden. Kein Mensch braucht Druck, Liebe reicht. Liebe findet ihren Weg durch
das Annehmen des Unvollkommenen; das Vollkommene braucht keine Liebe. Im Kern der Anbetung ist nichts. Leben um
der Erfahrung willen und nicht um etwas zu erreichen. Das höchste Ziel ist
es die unzerstörbare Glaubensfähigkeit wieder zu finden.