Was tut mir eigentlich weh?

Die unterdrückte, festgehaltene, brennend lodernde, mangelhaft ausdrückbare Liebe und Lebendigkeit. Der Ozean an feuchter Traurigkeit darüber nicht voll zu lieben und lebendig zu sein. Die innere Leere löst einen Tränenfluss aus, der nach Meer schmeckt. Warum lebe ich noch, bin ich verdammt nichts zu sein. Sehnsucht zu haben lässt mich erfahren, dass ich existiere. Tief in meinem Inneren ist ein Teil, der davon überzeugt ist, dass die Sehnsucht nicht erfüllt wird, da ich sonst aufhören würde zu existieren. Selbstsabotage pur!

Die Unendlichkeit ist am direktesten zu finden durch das schlimmste Gefühl hindurch. Das verloren sein durch meine physische Existenz und das biographisch mich noch nie wirklich aufgehoben gefühlt haben. Das verloren sein vollständig da sein lassen. Sich der Implosion überlassen. Es ist in Ordnung nicht zu können, es ist ein Teil des Daseins in der Welt. Es ist in Ordnung und gehört dazu. Es braucht ein tiefes Anerkennen dessen was da ist. Wir brauchen nicht dagegen anzukämpfen. Wir wissen es ist nur ein Teil, aber eben auch ein Teil. Nicht das ganze Leben, es ist damit nicht zu Ende. Alles gegenwärtige Erleben ist in Ordnung auch das furchtbare Gefühl von implodiert sein, der völlige Rückzug in mich hinein, in einen Punkt wo nichts mehr da zu sein scheint. Eine Erfahrung die zum Leben da zu gehört. Es gehört einfach dazu. Wenn du in der Lage bist diese Erfahrung als zugehörig zum Leben zu machen, dann macht dich das stärker, weil die Erfahrung nichts zu sein ihre Bedrohlichkeit verliert.

Das wahre Leben findet jenseits meiner Programmierungen und Konditionierungen statt. Meinem Verstand ist das klar und dennoch bin ich heillos in Programmen und Konditionierungen verstrickt. Im Schatten jedes Wunsches ist auch immer etwas, das ich nicht gerne möchte. In meinem Drängen nach Lebendigkeit hängt der Schatten eines mächtigen Widerstandes gegen das Leben. Am Ausmaß des Widerstandes erkenne ich die Größe des Themas. Das mangelnde Ja zum Leben und vertrauen darauf, dass das Leben mich trägt trübt alles ein. Leer sein ertragen und geduldig warten bis das Leben mich erfüllt fällt schwer. Ich fühle den Mangel an Sinn und mich selbst als unvollständig. Wie kann der Widerstand gegen das Leben gehen? Vielleicht mit der Bereitschaft alles an Erleben willkommen zu heißen. Möglicherweise in der Erkenntnis, dass wir alle in dem Raum sind, um den Raum mit allen seinen Wesen zu heilen. Mitwirken dürfen ist Gnade! Mir der göttlichen Natur jeder Seele bewusst sein hilft. Die Erholung liegt nur in der Akzeptanz, dann hört der innere Kampf auf und der kostet viel Kraft. Ich darf üben mit dem was in mir ist entspannt zu sein. Dann kreiere ich eine entspannte Welt.

Die Situationen erscheinen so wie wir sie annehmen. Identifikation mit dem Schmerz zieht Schmerz an, der kollektive Schmerz saugt sich dort an wo Schmerz ist, so nährt sich der Schmerzkörper. Das ich kommt von außen wenn wir innerlich nicht ganz ehrlich sind. Die Gedanken und auch die Gefühle sind manipuliert. Aber wenn wir fühlen, dann lassen wir uns nicht von ihnen leiten. Immer wieder mir selbst begegnen und die Gefühle die das auslöst fühlen. Nur der Verstand ist zweifelnd mehrdeutig, Gefühle und Körper sind immer eindeutig. Die Seele findet immer einen Weg, wenn sie im Körper ist. Wichtiges kommt immer aus dem Herzen. Ich kann nie tiefer fallen als in meine Führung. Sinken bis nichts mehr da ist. Ein Fallen ins reine leere Herz. Auch noch die Vorstellung vom reinen Herzen fallen lassen und bedingungslos ja zu jeder Situation sagen! Einfach weil die Situation, genau so wie sie auftaucht, unser Bewusstsein in diesem Augenblick ist.

Die Leerheit ist die größte Herausforderung! Es tauchen ganz viele Sachen auf – Gewohnheiten, Werte, Bindungen, traumatische Erfahrungen, Versuchungen – die da sein und gehen lassen wie sie sich zeigen. Die Energetik erfahren und gleichzeitig die Leere aller Phänomene als möglich erachten. Wenn ich nach den Phänomenen nicht greife, keine Bezüge herstelle, mich berühren lasse erfahre ich Fülle und Leere gleichzeitig. Aushalten nicht zu wissen wer ich bin, dass ich nichts bin, keinen Impuls habe obwohl ich alles Mögliche sein könnte.

Bin ich in der Lage ohne Wahrheit auszukommen? Ja, wenn die Vorstellungen von der Existenz verschwinden. Alles ist flüchtig und verschwindet wieder. Die Selbstbilder sein lassen und nicht wieder nach ihnen greifen. Und wenn sie einen greifen, dann wieder loslassen, das kann ängstigen und  verloren sein erfahren lassen, oder andere Gefühle, die jetzt zu realisieren sind bis sie sich wieder ins Nichts hinein auflösen. Es gibt kein Ende der Integration, wir können nur die Lebenswellen zunehmend hineinnehmen.

Wenn es so und so kommt, warum nicht jetzt die Energetik ganz spüren? Wir können letztlich nur der notwendigen Erfahrung zustimmen. Dem Unausweichlichen zustimmen, es ist ja da. Das Streben, machen, suchen, getrieben sein beenden und den Prozess erlauben bis auch der Beobachter erlischt und die direkte Erfahrung ohne Erfahrenden geschieht. In der Existenz verlöschen, in der Erfahrung aufgehen. Man kann im Gebet darum bitten, die ganze Energetik und Information der Traumatisierung zu erfahren. Die Erlösung ist es alles aufsteigen zu lassen was auftauchen will. Die Befriedung findet durch den Körper und seine Empfindungen statt. Das was zerstört wird ist die Identifikation mit den Phänomenen. Keine Bedingungen, Bindungen, Verstrickungen, Erklärungen, Entschuldigungen, Beschuldigungen, Zweifel nur Wahrheit sein im wahrhaftig(er) werden. Die Bemühungen beenden und bemerken warum sie da sind. Was möchte ich mit den Bemühungen verhindern? Eindeutig Liebesentzug, Einsamkeit und Wertlosigkeit zu erfahren. Ganz tief in der Energetik des Mangels stehen und in der tiefen Not die Entscheidung treffen: „Stopp … ich sage mich los, ich höre auf an die Existenz von Mangel zu glauben, ich gebe der Idee des Mangels keine Macht mehr und bin bereit das Mangelthema gehen zu lassen.“

Das Licht leuchtet, weil ich tiefe Dunkelheit kenne. Ein zerbrechen, um den nächst größeren Raum wahrnehmen zu können. Mit jeder im Körper erfahrenen Überforderung verbrennt ein falsches Selbstbild von „zu viel“ und „nicht können“. Das was uns vernichtet macht mehr heil, als das was aufrechterhält. Es ist ein Todeskurs in die Einheit bei der das Bewusstsein sich erweiternd durch die eigene Wahrnehmungsschwelle fliegt. Die Hölle ist nicht weit weg vom Himmel, sondern nahe dran. Ich kann angesichts des Todes lebendig sein und bleiben. Du wirst Gott nicht erkennen, wenn du den Teufel nicht kennst. Reicht es mir aus getragen zu werden und in Gott zu sein? Wo ist Gott in meiner Geschichte? Gott ist mein tiefster Wesenskern. Wenn ich ganz in meine Tiefe hineintauche, in der tiefsten Verzweiflung gebrochen bin, entdecke ich Gott. Im Zustimmen zu totalen Ohnmacht eröffnet sich die Allverbundenheit. Wenn der Widerstand gegen die Dunkelheit gebrochen ist und sie überall in allen Zellen sein darf, dann ist da tiefer Frieden in absoluter Finsternis. Gottes Licht als Helligkeit ist nur eine Vorstellung, die durch die Erfahrung als falsch entlarvt ist. Das Streben nach dem Lichten entspannt sich und ein Leuchten im tief Dunklen erfüllt mich.

Die Welt existiert als Erfahrungsraum, weil wir daran glauben. Wir kreieren mit unserem Denken. Wir dürfen lernen anders zu denken. Wir sind vereinzelt, wenn wir davon überzeugt sind. Wir sind eigentlich zuerst ein Gesamtwesen und erst danach Individuen. Daran kann man sich gewöhnen, um die Vereinzelung zu dekonditionieren. Spüre das Feldwesen mit der Frage „hast du das Gefühl, dass die Menschen innerhalb oder außerhalb von dir sind?“ und lausche spürend, fühlend, berührt raus oder rein. Die Subjekte sind in mir. Es braucht kein isolieren nur differenzieren!

Wir tragen die Verantwortung für unser Erleben, nur bedingt für die Situation. Ich habe es in der Hand wie ich bewerte und erfahre. Die Lösung liegt nie auf der Verhaltensebene, es geht immer um die Haltung. Und die Haltung zeigt sich, wenn wir uns ehrlich verhalten. Die Freiheit am spirituellen Weg ist die Wahl der Haltung! Es gibt eine Wahlmöglichkeit im Universum. Du kannst dich entweder hingeben oder nicht. Wenn ich mich nicht hingebe, werde ich gequält so lange bis ich mich nur mehr hingeben kann. Hingabe kann niemals verbrennen, da ist ein alter Schmerz, weil ich mich hingegeben habe und verletzt, abgelehnt und beschämt wurde. Jetzt will die Hingabe wieder zu mir fließen, durch mich fließen, ich spüre wie sie mich heilt. Mein bedingungsloses Ja empfängt den Segen wie ein Wasserfall und das Innere erkennt und erfährt die eigene Schönheit. Die Schönheit auch in den unschönen Dingen.

Zentral ist es mir mit Selbstbewusstsein die eigenen Themen zuzumuten! Ich bin gleichzeitig der Schmerz und die Schönheit und auch nicht. Ja zur eigenen Menschlichkeit im Wissen beseelt zu sein, mehr und mehr die Seele zu verkörpern. Aufrichtig Mensch sein. Ich darf Mensch sein mit allen Gefühlen, Verletzungen, Selbsterhaltungsprogrammen, dem Hässlichen und dem Schönen. Immer wieder den Fokus weg von den Gedanken, Assoziationen und inneren Bildern bringen hin zum Fühlen. Gefühle fühlen bedeutet, dass die Seele im Körper ist. Das bringt Heilung, wenn wir im Frieden sein können mit unseren Gefühlen und Körperempfindungen. Im Gefühle fühlen geht das Herz auf, Selbstberührung findet statt und wir lernen Lieben. Die Liebe entfaltet sich in der Freiheit. Mich frei lassen und zumuten darum geht es. Mich anvertrauen ist ein Wert in sich. Wenn ich mich mit meiner Liebe zumute, kommt auch die Lebendigkeit und Fröhlichkeit gepaart mit der Erfahrung „ich bin (da)“. Ich bete um eine Umgebung von Menschen, in der ich lieben und lebendig(er) sein darf. Ich will ertrinken in bedingungsloser Selbstliebe.

Ist es möglich, dass die Welt aus Liebe zusammengehalten wird? Das Leben und Sterben wird es zeigen. (Mein) Leben ist bedingungslos (für mich) da. Es ist okay die Kontrolle aufzugeben. Deshalb lautet das Mantra: Dankbarkeit, Vertrauen, Anvertrauen, Hingabe, heilende Energien annehmen und ein  bedingungsloses Ja zu allem.

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