Trauerzeit – was ist Trauer wahrhaftig gefühlt eigentlich?

Nachdem die Öffnung hinein in die Annahme geschehen durfte und ich die Umarmung der Traurigkeit mich erleben ließ, kamen wellenartig viel davon hoch und es ist immer noch so, dass sie mich ausfüllt, wenn ich nach innen blicke und die Augen schließe. Es ist ein weicher warmer Fluss der mich trägt friedlich, ziellos, wahllos.

Trauer ist das gehen lassen, was ich nicht mehr halten kann:

Mein Wirkungsfeld meiner acht Jahre geführten Klasse voll Nähe, Lernen und Mitgefühl. Danke, dass ihr eine Zeitlang in meinem Lebenszug wart!

Meine strenge Trainingsroutine nach 20 Jahren aufgegeben. Die vertraute Qual, gezielte Selbstregulation und routinemäßig Ablenkung endlich loslassen. Mein Selbstbild vom alles (aus)haltendes, starken, aktiven Menschen ist ein Scherbenhaufen. Danke dir Körper für dein unermüdliches dienen und heilen!

Mein letzter Halt meine Therapeutin, die als einziges menschliches Wesen zumindest bezahlt mit mir mich aushielt wo ich es nicht mehr konnte, kann selbst nicht mehr und bricht weg.

Dabei kommt zurück, was ich nicht mehr abwehren kann:

Sehnsucht nach Mitgefühl, quälende hilflose Einsamkeit, alte Traumafetzen wirr durcheinander gewürfelt, Trauer unendlich tief, hineinfallen in die Verzweiflung. Schleusen öffnen sich, der Widerstand wird umspült, viel altes Angestautes kommt in den Fluss. Das gebrochene Herz ist endlich offen. Mein Herz blutet ein Sog nach innen pochend rasend aussetzend und schließlich weich weit ausdehnend mich haltend wie eine Lebensschale. Der Boden unter den Füßen aufgelöst in die Tiefe fallen in der Hoffnung zu erfahren was wirklich trägt.

Trauer ist Liebe über Welten hinweg, eine Art Kommunikation mit anderen Ebenen, die ich nicht fassen, nur spüren und erfahren kann. Sei verändert mein Bewusstsein und klärt mein Dasein. Somit ist Trauer kein Ende, auch wenn sie noch bleibt, sondern ein Anfang. Das Loch wird zur Quelle meines Lebensflusses!

Warum stehe ich am Morgen auf? Ich weiß es nicht mehr, ich hab keine Ahnung, ich kann nicht aufhören zu leben. Wir wissen nicht, was aus uns werden soll und was das Leben von uns möchte. Also können wir einfach sein, wie wir sind. Es ist nicht nötig, darüber nachzudenken. Vielleicht rennen wir deshalb alle, weil wir Angst davor haben, dass man uns liebt. Wir können nicht alles besser machen, aber damit anfangen es so zu machen wie es wirklich in uns ist! Wenn du erwacht bist willst du nicht mehr geliebt werden, sondern nur mehr lieben.

Harmonien die wir noch nicht verstehen, das sind Krisen! Jede Krise lehrt uns, dass wir größer sind, als wir dachten zu sein. Ja meine liebe Krise willkommen, ich habe aufgehört zu kämpfen, ich gebe nicht auf und verpisse mich, ich gebe mich hin!

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