Wenn das Leben ein Gebet ist

Einblicke aus dem Sommerretreat auf Gut Frohberg zum Vertiefen der Stille in der wunderbaren Sanga von Christian Meyer:

Alles ist Gott. Gott ist nicht das Licht. Gott ist ALLES. Auch die Krisen sind Gott, sie führen mich tiefer in den Glauben. Gott führt durch Licht und Schatten. Ich wiederhole mich: Gott ist nicht Licht, Gott ist ALLES. Und Gott ist auch alles was nicht ist. Für mich ist Gott ein ewig sich neu gebärendes, ausbreitendes, zeit- und raumloses, alldurchdringendes Wesen wirkend mit der bedingungslosen Kraft der Liebe. Alle Wesen ruhen in Gott, sie bestehen in Gott und kehren zu Gott zurück. Es gibt nicht „nur“ einen Gott, sondern nur Gott und sonst nichts. Es gibt lichte und dunkle Liebe sie durchdringen sich. In der Dunkelheit die Gotteserfahrungen zu machen ist ein Geschenk und sie zu erlauben ist eine Gnade die in meinem Inneren beginnt. Die Welten und ihre Erscheinungen tragen mit den Dämonen, Engeln, Schatten- und Lichtseiten. Jesus soll gesagt haben „alles Leid der Welt zu mir“.

Was will von mir gesehen werden? Gott was willst du von mir? Ist das eine freie Handlung, kommt die aus dem Göttlichen?

Kann ich mich lassen wie ich bin? Kann ich entspannen mit dem was in mir ist? Höre ich auf mich? Stehe ich für mich ein?

Wie kann ich herausfinden ob mich meine Seele oder mein Ego irgendwohin zieht?

Die Seele hat eine Sogwirkung mit dem Gefühl der Angst dem nicht gewachsen zu sein gepaart mit einer Haltung des Gebetes im Sinne von dein Wille geschehe, alles ist willkommen auch jede Nichterfüllung, es stellt sich ein getragen sein im Energiestrom des Seins ein. Das Ego hat Angst die Kontrolle zu verlieren, es strebt nach Sicherheit, haben oder/und vermeiden wollen.

Innerhalb der Antwort gibt es keine Frage mehr. Nach Hause in die Einheit kommen meint das im Moment nichts fehlt, die Freiheit von den Konzepten und vom Verstand. In diesem Erfahren ist Frieden. Es ist das Höchste was erfahren und erreicht werden kann. Wenn es dauerhaft Bestand hat ist der Himmel auf Erden gekommen. Alles ist da, alles darf sein. In dieser stillen unpersönlichen göttlichen Liebe, die viel stärker ist als alle Konzepte, erübrigen sich alle Fragen. Die Dinge sind so wie sie sind. Wir fühlen wie wir fühlen und alles wird angenommen, eingefügt, integriert, losgelassen und ist im Fluss. Hingabe als Selbstzweck völlig ungerichtet einfach ans Leben.

Hingabe meint die Erfahrung zu erlauben egal was und wie es kommt. Alles total zulassen und auch den Beobachter sterben zu lassen, nichts mehr zurückhalten. Loslassen und alles fließen lassen, auch alle Schmerzen. Nicht annehmen müssen damit es verschwindet, sondern annehmen können, weil ich es verstehen und erleben möchte. Der Inhalt der Erfahrung und der Behälter werden immer größer. Man wächst damit allem voll zu begegnen, es erleben zu wollen, sich berühren zu lassen von totalem Leid bis zu totaler Freude. Alles was nicht in Gott ist zerbricht, man wächst daran und kommt immer mehr zur direkten Wahrnehmung.  Nichts gehört mir, alles gehört dem Leben. Ich gehöre zum Leben. Dieser Verstand, Körper, Herz, Geist gehört nicht mir, es sind Geschenke, die ich auf Zeit geborgt bekomme. Wenn ich tue was ich sage, kann ich spirituell wachsen. Dämonen dienen uns als Kräfte zur Wiederherstellung der Glaubensfähigkeit. Es gilt geduldig zu sein im Unerträglichen. Nicht wir haben das Leben im Griff, sondern wir haben das Leben und es hat uns im Griff. Kein Schritt war falsch oder umsonst, alles waren notwendige Erfahrungen.

Es stellt sich die Frage: Was leidet eigentlich? Der Widerstand leidet, die Strategien schaffen Leid.

Suche den Schmerz der dich weiter bringt. Je weiter wir uns entfernen von dem was uns gut tut, umso größer ist der Schmerz. Und der ist sinnvoll, der treibt an mit der Sehnsucht, dem Drängen und Ziehen zurück zur Quelle/Liebe. Wut und Ärger bringen Kraft, heiße sie willkommen, nutze sie zur Veränderung. Wenn du an den Punkt kommst wo nichts mehr geht, dann ist das genau die Stelle an der der Widerstand gegen den Schmerz aufgeht. Wenn ich dann bleibe und zulassen, sein lasse, bin ich mit allem und somit verbunden. Damit sind unsere Schmerzen mit allen Gefühlswellen wahre Offenbarungen. Sterben tut nur wer ein Verabredung mit dem Tod hat, wie oft haben wir (ich) es vergeblich versucht. Die eigenen Wunden so tief kennen, das sie bleiben können. Die Wunde heilt durch Annahme, ich bin mit mir, ich bejahe mich, atme im Schmerz, reite alle Wellen bereit für jedes Fallen. Den Urschmerz, alles Abgetrennte zu mir nehmen und als mein Selbst anerkennen und erfahren. Erwachen meint nicht im Licht zu sein, sondern in der Wahrheit, mit allem sein auch mit dem Dunklen sein zu können. Mit der Fülle des Allem als dem Leben zugehörig hier sein.

Wenn ich genug gelitten habe und wirklich der Sehnsucht folge, betrete ich endlich Neuland. Etwas kommt zu sich. Vielleicht ist das Unterbewusstsein das göttliche, das Bewusstsein das menschliche und das Überich das Ego Selbst. Zeit vertieft traumatische Wunden, es macht sie immer lauter deutlich. Es ist unmöglich etwas zu verändern was schon geschehen ist. Lediglich anschauen und mich mit dem Geworden Sein auseinandersetzen. Unterscheiden lernen zwischen Jetzt und Vergangenheit, Elternprägung und dem Menschen hier bei mir, bewusst aussteigen, wieder Vertrauen schenken.

Heilen meint den ganzen Mangel bewusst wahrnehmen, durchfühlen mit allem drum und dran so lange es braucht bis es sich voll zugelassen als Geschenk offenbart als Hinweis des Lebens. Die Einsicht, dass alles was passiert mich näher zu mir selbst bringt hilft beim Loslassen. Heilung meint auch die Wiederherstellung der ursprünglichen Bewegung. Oft geht dem eine Resignation voran, die Erschöpfung in den alten Mechanismen und das anerkennen des Scheiterns. Im Aufgeben kann Licht/Gott eindringen und Bewusstwerdung eine Verhaltensänderung initiieren.

Um wirklich hingegeben zu sein braucht es einen großen Willen. Die Energie der Hingabe gibst du dem, dem du hingegeben bist. Wirklich hingegeben Menschen sind sehr starke Persönlichkeiten, denke an Jesus! Je mehr du dich hingibst, umso kräftiger bist du. Dein Selbstbewusstsein mag wanken, aber die Kraft des Größeren trägt und lädt dich. Sich an Gott hinzugeben ist ein machtvoller Akt. Wenn unsere Überlebensinstinkte und Ängste uns überkommen dann braucht es die Stärke von uns. Die Energie kommt aus der Liebe zu dem was wir uns hingegeben haben. Die Schöpfung entsteht durch Liebe und wird durch Liebe aufrechterhalten. Lieber Gott bitte gib mir nicht das was ich mir wünsche, sondern das was ich im Moment brauche, um Liebe und Annahme nach deinem Willen zu sein.

Was auch immer Gott ist, ich will die Offenbarung dessen Erfahrung leben. Jedes Konzept und jede Idee die mich davon trennt bin ich bereit fallen zu lassen. Für die Reise von mir zu mir selbst brauche ich Hilfe, deine vollkommene Liebe. Bitte hilf mir die Trennungen und Widerstände zur Liebe zu überwinden und ganz in dich aufzugehen. Gott ist überall, alle Wege führen zu ihm. Ich vertraue dass für mich gesorgt wird, dass ich balanciert und fühlend leben darf. Das Leben ist dafür gemacht die Lösung loszulassen und nicht sie zu finden. Alles was auftaucht ist Gnade.

Vom Menschen der Gott erfährt zum Gott der Menschsein erfährt in Liebe Barbara

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