Schöne Worte sind manchmal nicht wahr und wahre Worte sind manchmal nicht schön.

Spiritualität ist nicht im Licht herumsitzen, sondern sich seinen Schatten stellen!

Du sollst nicht bewerten ist eine satanische Relativierung von allem. In Wahrheit heißt es: Du musst nicht bewerten, kannst aber. Interessiere dich dafür was echt ist, nicht was richtig ist. Es ist möglich die Orientierung über die eigene Haltung nach dem Echten auszurichten und damit werden die richtig/falsch Glaubenssysteme bedeutungslos. Dafür darf ich immer wieder neu schauen was im Moment echt ist bei mir. Das Echte erkennt man an der Berührung im Moment. Das meint eventuell das Buddha zugeschriebene Zitat: „Das Leben ist kein Problem, das es zu lösen, sondern eine Wirklichkeit die es zu erfahren gilt.“

Autonomie – die Möglichkeit mein Leben zu gestalten – war die Luft zum Atmen für mich. Gleichzeitig hat sie mich isoliert und tiefe Not erzeugt in der Enge des alles und vor allem mich selbst unentwegt selbst motivieren und halten müssen. Mein Nervensystem kann (noch?) nicht dauerhaft mit Menschen entspannen und meine Seele braucht so sehr Menschen, um zu heilen und zu wachsen. Es ist schon erstaunlich, dass ich ein Lebensdilemma lebe, aus dem ich mich (noch?) nicht befreien kann. Ein Spannungsbogen in dem ich navigieren lerne. Mich abgrenzen zu müssen ist eine feste Bindung. Ich habe mich abhängig gemacht von meiner Schöpfung. Was bringt mir das? Das Erkennen, wie ich mit Krankheiten und Schmerzen identifiziert bin. Klar sein lernen mit meinen Gefühlen im Körper.

Unser Körper ist aus Bindungen gemacht die Dimensionstore sind. Was, wenn Barbaras Organismus ein Dimensionstor für Schmerz und gewisse nieder schwingende Energien war/ist und wenn sich alles wie in einem Trichter sammelt, und auf meine klein scheinende menschliche Öffnung drückt? Dann kann ich das ins Unbewusste schieben so lange ich es vermag. Mein Körper hat mir den Gefallen gemacht mich so krank zu machen, dass ich gar nicht mehr aus kann, als die Autonomie aufzugeben. Endlich habe ich verstanden was ich wirklich brauche, eine mit Liebe für mich angereicherte Umgebung.

Wo viel Licht ist, zeigt sich der Schatten intensiver. Jeder Kompromiss, den ich gemacht habe, zeigt sich und das Licht der Wirklichkeit lässt erkennen. Bisher habe ich den Zerfall vermieden, wollte das Risiko des ganz ausgeliefert Seins nicht eingehen. Von der Resignation in die Kapitulation fallen. Der Beobachter als Trennung zwischen mir und Gott erschöpft sich. Was sich zeigt im Zerfall ist die Liebe, sie will im Mittelpunkt meines Lebens stehen. Ich spüre den Wunsch nach Entspannung in Gemeinschaft und die bedürftige Not des eigenen Unvermögens. Da ist ein Zusammenhang zwischen dem Verloren sein und diesem Wunsch. Das was sich materialisiert ist die Haltung und nicht der Wunsch!

Je mehr Druck ich gegen mich erzeuge, umso mehr Gegendruck erzeuge ich und übe aus. Mit Druck versuchen mich selbst zu verbessern, unterdrückt mich und damit mache ich weiter das, was die Gesellschaft mit mir gemacht hat. Lernen für mich zu sorgen und langsam den Druck auf mich loslassen. Aufhören damit etwas gegen mich zu verwenden und mich innerlich freilegen. Aufhören das Selbstzerstörerische zu entfalten ist unglaublich schwer für mich, die mit dem Leiden identifiziert ist. Der Schmerz als Beweis, dass ich mich genug angestrengt habe, verschafft mir einen temporären Frieden. Darauf Verzichten macht die ganze Unzufriedenheit in und mit mir spürbar. Da ist es eine Verführung in den Schock zu gehen. Dableiben und mich aushalten. Lieber im Schmerz als in der Taubheit. Schmerz ist eine Möglichkeit mich in den Moment zu bringen. Mein Leiden sagt „wach auf, spiel andere Spiele, erschaffe Raume der Liebe, entspanne und lebe aus dem Herzen“ und mein Verstand fragt ratlos „wie“.

Leer sein heißt nicht, dass nichts da ist, sondern, dass keine Erfahrung gemieden wird UND nichts gepusht wird. Annehmen und neue Möglichkeiten erforschen. Jedes Festhalten bereitwillig sehen und ein Stück mehr loslassen. Gefühle fühlen auch ohne dass ich ihnen vertraue und ohne dem Außen zu vertrauen. Ohne ein tiefes mir zugewandt Sein, verkommt jede Bewegung zur Flucht. Innere und äußere Orientierungslosigkeit in der ich mich annehmen darf. Allen und allem zugewandt zu sein wie es ist bedeutet direkt zu erleben ohne Interesse an verändern und gestalten wollen. Zustimmen ist Lobpreisung und damit ist Diesseitigkeit gleich Jenseitigkeit. Wenn ich der Erfahrung ganz zustimmen kann und die Interessen kollabieren, dann bleibt bedingungslose Liebe gleich gültig, leer, offen und zutiefst zugewandt. Die Klarheit ergibt sich aus der Liebesfähigkeit. Es geht letztlich darum zu fühlen, ob uns die reine Liebe führt oder der Impuls von woanders her kommt.

Es ist nicht möglich die Liebe und die Bewusstheit auszulöschen. Das Herz ist immer zugewandt und klar. Vielleicht erlöst es irgendwann meine ganze Biographie, wenn ich spüren kann, dass ich als Ganzes gut und geliebt bin. Vielleicht kann Gesundheit irgendwann meine Wahrheit sein. Mich so wie ich bin mit all meinen Unvollkommenheiten ins Licht Gottes stellen.

Selbstmitleid ist negativ belegt, für mich ist es etwas Gutes, weil ich darin anfange mich zu sehen, die ganze Not spüre und mich damit ernst nehme. Ich habe meine Lebendigkeit und Liebesfähigkeit aufgegeben und mich dadurch in die größte Not gebracht. Den Kollaps tracken lernen, langsamer werden, in die Lücken gehen, bereit sein in den Zwischenräumen zu sterben. Es ist die Ichanstrengung, die bittet und fleht entspannt, berührt und geöffnet zu werden. Nicht auch noch mich selbst entspannen und mein Herz öffnen müssen. Ich hab schon so viel selber schaffen müssen und bitte darum, dass es für mich gemacht wird. Vielleicht auch im Erkennen es nicht zu schaffen mich selbst zu öffnen. Das was ich überall mehr oder weniger erfolgreich gemacht habe, funktioniert nicht mit meinem Herzen. Ich bitte dich Gott, um deine Güte und Gnade darum geöffnet zu werden, immer mehr, immer tiefer, bis ich mich als Offenheit der Welt ganz darbieten kann.

Etwas in mir ist dafür gemacht sich vorbehaltlos hinzugeben. Und etwas will sich in dieser Hingabe aufgeben. Das einzige Tun ist das Ausrichten auf Gott. Ins Unbewusste fallen mit einer Ahnung irgendwann einen touch down in Gott zu erfahren. Bitte lieber Gott komm mir entgegen. Ich bin bereit Schöpferin zu sein, zu tiefst abhängig, der Erfahrung der Schöpfung ausgeliefert. Ich lausche darauf was deine Worte in mir zum klingen bringt, Ich suche dich dort wo ich in mir nichts spüre. Höre dich im Widerhall wo ich auf Wände stoße. Ich brauche Resonanz in meiner Unvollkommenheit, um Aufhören zu können mich zu schonen ohne mich zu verlieren. Da ist erdrückende Andersartigkeit, erschlaffen der Impulse aus Scham, das eigene Grauen in den Knochen. Ich bin umgeben von dem Fehlenden, das nie in mir entstehen konnte. Körpereigene Anästhesie in der ich nie genug bin. Kontrolle aufrechterhalten dadurch, dass ich mich selbst bis zur Unkenntlichkeit kontrolliere. Ein klaustrophobisches Gefängnis in dem ich mich schone und Dinge nicht sage. Ich ein Produkt meiner Angst. Ich brauche meine Wut, um mich selbst nicht zu übergehen und gegen den starken Impuls gegen mich selbst zu kämpfen. Mit dem letzten Rest Lebendigkeit ums okay sein ringen. Halte ich mich aus und bleibe? Erlösung, um die ich bitte, gibt es nur durch Gott, nicht durch Menschenhand. Gott ich wage es mich in deiner Gegenwart zu suchen. Dankbar dafür schon oft erfahren zu haben, dass im Prozess aus der Not in der Ohnmacht dein feiner göttlicher Funke entsteht.

Not – Ohnmacht – Berührung – Selbstmitleid – göttlicher Funke – Liebe

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