
Angst wird kulturell als Hindernis behandelt, das es zu überwinden gilt. Dabei richtet sich dieser Kampf meist gegen die eigene Biologie selbst. Angst überwinden. Angst loslassen. Sich für die Liebe entscheiden, statt für die Angst. Wie werde ich endlich angstfrei?
Diese Sätze sind uns allen vertraut, in der einen oder anderen Variante. Sie tauchen in Ratgebern auf, in spirituellen Kreisen, in Therapiesprache, in Social-Media-Posts mit der Überschrift „Wie ich meine Angst überwunden habe“. Sie variieren je nach Milieu, aber ihre Grundstruktur bleibt erstaunlich gleich: Angst wird als Gegner gesetzt, als etwas, das besiegt, abgelegt, hinter sich gelassen werden muss.
Was daran auffällt, ist nicht nur, dass Laien so sprechen. Auch Menschen mit einer differenzierten, traumasensiblen Haltung, die genau wissen, dass Schutzreaktionen keine Fehlfunktion sind, dass ein Nervensystem aus guten Gründen tut, was es tut. Der Text selbst kann durchaus klug und einfühlsam sein. Aber die Sprache bleibt eine Kampfansage: Überwinden, loslassen, dagegen entscheiden. Das ist schlecht, das muss weg. Selten taucht ein Wort wie halten und da sein lassen auf. Noch seltener Integration. Selbst Transformation greift hier eigentlich zu kurz, weil auch dieses Wort noch unterstellt, dass die Angst sich verändern müsste, statt dass sich etwas anderes verändert: Die Fähigkeit, mit ihr zu sein.
Ich habe aufgehört, nach oben zu steigen auf der Suche nach Licht. Mein Weg führte nach innen – in meinen Körper, in meine Wunden, zu den Teilen von mir, die nie gesehen wurden. Dort wartete keine Erlösung. Dort warteten meine verlassenen inneren Aspekte. Ganzheit bedeutet für mich nicht, Schmerz zu überwinden, sondern mit ihm so lange zu sein, bis er sich in Wärme natürlich alchimisiert und die gebundene Kraft dann frei zur Verfügung steht.
Das Heilige zeigt sich nicht in makellosen Momenten. Es lebt in unserer Zerrissenheit, in unserer Sehnsucht,
in den Teilen, die wir gelernt haben zu verstecken. Meine Dunkelheit war nie mein Feind. Sie war der Teil von mir, der getragen hat, was ich allein nicht halten konnte. Heilung begann, als ich aufhörte, mich zu reparieren, und anfing, mir zuzuhören. So ist Selbstsein keine Aufgabe, sondern eine Heimkehr.
Viele kämpfen gegen Angst und gegen Schmerz (das war früher auch in mir aktiv). Wir kämpfen gegen unsere Gedanken. Wir kämpfen gegen das, was geschehen ist und gegen das, was gerade geschieht. Und gleichzeitig sehnen wir uns nach Frieden. Wir wollen frei sein und halten doch ständig etwas fest. Wir wollen Heilung und lehnen das ab, was in uns gefühlt werden möchte. Wir wollen ankommen und versuchen permanent, irgendwo anders hinzukommen.
Doch irgendwann können wir aufhören.
Aufhören, uns selbst zu verändern.
Aufhören, uns zu reparieren.
Aufhören, den nächsten Zustand erreichen zu wollen.
Wir müssen nichts wegmachen. Wir dürfen fühlen, was da ist.
Den Schmerz. Die Angst. Die Wut. Die Leere.
Nicht, um sie loszuwerden. Sondern weil sie gerade da sind.
Und genau darin liegt etwas Radikales:
Wir hören auf, uns gegen uns selbst zu stellen.
Wir müssen nicht erst angstfrei werden, um frei zu sein.
Wir müssen nicht erst geheilt sein, um Frieden zu erfahren.
Wir müssen nicht jemand anderes werden, um endlich bei uns anzukommen.
Wenn der Kampf endet, fällt die Vorstellung weg, dass mit uns etwas nicht stimmt.
Und dann bleibt nur dieser Moment. Unmittelbar. Lebendig. Still.
Wir erkennen: Wir müssen nicht gegen das Leben gewinnen. Wir dürfen loslassen und auch verlieren.
Einer der größten Energiefresser ist unsere heimliche Sucht danach, keine Fehler zu machen. Wir alle wissen, dass Menschen Fehler machen. Dennoch – sobald wir selbst einen Fehler machen – verkrampfen wir uns in Selbstvorwürfen, in innerer Dauerkritik und dem angestrengten Versuch, nächstes Mal perfekt zu sein. Wir versuchen, das Unangenehme am Fehlermachen dadurch loszuwerden, dass wir keine Fehler mehr machen.
Bei der ganzen Frage um Fehler versus Perfektion geht es um viel mehr als nur um deine oder meine private Obsession damit, nie gut genug zu sein. Es geht um die Frage, ob wir DAS MENSCHSEIN AN SICH LIEBEN lernen können oder ob wir es weiterhin bekämpfen. Denn Fehler sind Geschenke: Sie kreieren Überraschungen, Wachheit und Brüche. Fehler verursachen Risse in der Maske, Makel in der Show nach außen und genau durch diese Risse fällt das strahlende Licht einer Existenz, die alles erleben kann.
Der Wille (Ego) wird gebrochen. Solange, bis du in deiner Mitte anhältst und den Kampf aufgibst wie etwas zu sein hat, dem Leben vertraust und sich dadurch die Getrenntheit im Herzen auflöst. Bis du EINS bist mit allem was ist. Bis alles aus dir selbst entsteht und durch dich fließt, statt weg von dir. Es fühlt sich an als würdest du sterben und das tust du auch. Dieses fließen lassen durch dich selbst ist nur so schmerzhaft, weil es alles verbrennt was keine Liebe ist. Bis da nur noch Liebe bleibt und zwar bedingungslos auch in der Angst, im Schmerz, beim Fehlgehen. Gleichzeitig entwickelt sich aus dem Bleiben und Durchfühlen zunehmende das Vertrauen in die Körperweisheit. Bis es irgendwann in jeder Zelle verankert ist, dass du in allem sicher bist sein zu können. Es ist sicher, du selbst zu sein egal welche Angst, welcher Schmerz oder wie auch immer die Zu- und Umstände sind.
Was mich am meisten geheilt hat am Weg war Berührung und Zärtlichkeit. Weil es das ist was ich im Innersten selbst bin – zart, feinst empfindsam und in Berührung mit allem. Meine Gaben entfalten sich in der Nähe. Ich erblühe in der tiefen Berührbarkeit (und verwelke in auf Distanz gehaltener Oberflächlichkeit).
Was hier folgt, betrachtet Angst vor allem strukturell als Funktion, als Signal, als Teil einer größeren Architektur. Das ist eine bestimmte Art, sich der Angst zu nähern, und sie ist nicht die einzige, die es braucht. Ich kenne aus eigenem Erleben, wie sehr Angst lärmen kann, wie sie einem die Lebenslust und jede Perspektive nehmen kann, wie sie in eine permanente Überforderung und manchmal in Panik allein bleiben lässt und wie furchtbar sich das anfühlt. Wer gerade selbst tief in der Angst gefangen ist, für den ist dieser Artikel vermutlich nicht der richtige Text in diesem Moment. Strukturelle Klarheit kann helfen, wenn etwas Abstand da ist. Mitten im Sturm braucht es eher jemanden, der da ist, als eine Erklärung dafür, warum der Sturm da ist.
Menschen mit Panikattacken begleiten (auch mich selbst, ich spreche da aus reichlich Erfahrung begann ja schon bei meiner Mutter) meint viele Ebenen einzubinden. Es braucht ein tiefes Einfühlen können in diese surreale Welt von Panikattacken. Viele Methoden, die normalerweise gut sind, greifen nicht bei Panik und Todesangst. Weil ein Teil gleichzeitig mit dieser massiven Angst beschäftigt ist und krampfhaft versucht, eine Methode umzusetzen und dabei merkt, dass das in dem akuten Moment nicht greift. Es ist unmöglich. Selbst mein liebster Weg, das bejahende Fühlen und integrieren ist in diesem Moment meist vergeblich.
Ich habe sie zutiefst erlebt, durchlebt, die Panikattacken. Mit allen möglichen Methoden und Helfern. Mit der Nervensystemregulierung, mit Klopfen, mit Summen, mit dem Bejahenden Fühlen, mit Heilern und Therapeutinnen. Je mehr ich gesucht habe, um so verzweifelter wurde ich. Ich weiß, wo Menschen stehen, die sagen: „Das hilft alles nicht. Da ist eine Angst, die ich nicht erklären kann und die mich von aller Welt abschneidet.“ und ich bin manchmal noch selber dieser Mensch.
Das Muster des Kollabierens ist ein wahnsinniges. Weil es sagt: „Ich kann nicht mehr.“ und das stimmt sogar. Am tiefsten Punkt aber geht nur noch: Die Hülle funktioniert irgendwie, wie ein Sterben oder verzweifeltes Aufrichten. Der Kopf weiß es längst, wenn es dran ist. Die Umsetzung im Körper braucht aber diesen Punkt, zu dem dir keiner verhelfen kann. Aus der Frequenz des Kollabierens die Kehrtwende zur Aufrichtung zu machen ist in erster Linie eine wiederholte Entscheidung, ein Commitment zu sich selbst, in und bei sich zu bleiben egal wie das Selbst ist.
Wenn sich genug Energie angesammelt hat, dann bewegt sich durch, was gefühlt und gespürt werden möchte, meist in Wellen. Für mich hieß die Entscheidung: „Egal, wie scheiße es sich anfühlt, egal wie viel Müdigkeit oder Schmerzen, egal wie viele einsame Verzweiflung mein Zustand beinhaltet: Ich werde in diesem Zustand nicht ertrinken oder ihn und damit mein Leben beenden, sondern weiterleben, und mit dem Funken an Kraft der die Liebe im Herzen immer wieder entzündet, mich selbst so lieben wie ich bin.
Mit der gelernten Kampfsprache schleicht sich eine Verwechslung ein, die so verbreitet ist, dass sie kaum noch auffällt. Es geht in Wahrheit nämlich gar nicht um Angst. Auch nicht um Wut oder Trauer, um keine der Emotionen, die uns mit besonders hoher Intensität treffen können. Es geht um etwas, das selten beim Namen genannt wird, weil es unbequemer ist als jede neue Methode: Um Kapazität und um die Bedingungen, unter denen ein Mensch lernt, hohe Intensität zu halten, statt vor ihr zu fliehen oder gegen sie zu kämpfen.
Wenn dieser Mangel an Kapazität nicht benannt wird, verschwindet er nicht. Er wird gefüllt mit einem neuen Konzept, einer neuen Methode, einer weiteren Form des Kampfes. Optimierung tritt an die Stelle von Selbstmitgefühl. Und die eigentliche Frage bleibt unbeantwortet: Was sagt Angst tatsächlich, wenn man einmal alle Konditionierungen beiseite lässt, die wir im Kopf mit uns herumtragen?
Angst ist wie ein Wachhund. Seine Natur ist es, am Zaun zu stehen und zu bellen, wenn er eine Gefahr spürt und das ist nicht eine von mehreren Optionen, die er auch lassen könnte. Es ist seine Natur. Sie ist kein Fehler, der einem ansonsten ruhigen Körper dazwischenfunkt. Sie ist die Form, in der etwas in uns aufsteht und uns zuruft: Hier ist etwas, schau hin. Ihre Intensität ist nicht das Problem an ihr, sie ist der Grund, warum sie überhaupt ankommt. Ein Hund, der höflich säuselt, würde nichts ausrichten.
Die eigentliche Aufgabe liegt deshalb nie darin, das Bellen abzustellen. Sie liegt darin, mit ihm sein zu können. Es zu hören, ernst zu nehmen, zu prüfen, was es meint ohne den Hund sofort wegsperren zu müssen. Und diese Fähigkeit fällt niemandem in den Schoß. Sie wird gelernt, wenn die Bedingungen dafür da sind.
Hier liegt ein zweiter, ebenso verbreiteter Trugschluss verborgen. Viele Menschen, die sich mit Angst auseinandersetzen, beginnen zu glauben, sie müssten „sich regulieren“ als wäre Regulation eine Aufgabe, die aktiv erledigt werden müsste, eine Fähigkeit, die man trainiert wie einen Muskel. Regulation ist real. Sie geschieht ständig, in jedem Nervensystem, von selbst das ist seine eigene, autonome Bewegung, die niemand ihm beibringen muss.
Die eigentliche Frage ist nicht Regulation. Sie ist Kapazität. Was tatsächlich fehlen kann, ist etwas anderes: Kapazität, der Raum, innerhalb dessen diese Bewegung überhaupt geschehen kann, ohne dass das System sofort in Schutz, Flucht oder Erstarrung kippt. Regulation ist die Bewegung. Kapazität ist der Raum, in dem diese Bewegung stattfinden kann.
Kapazität entsteht aus der Verschränkung zweier Kompetenzen: der Fähigkeit, Intensität zu halten, ohne von ihr überwältigt zu werden, und der Fähigkeit, Kontext zu lesen also zu erkennen, was etwas bedeutet und worauf gerade tatsächlich geantwortet wird. Diese beiden Fähigkeiten wachsen nicht getrennt voneinander. Sie verschränken sich zu einem gelernten Antwortspielraum, innerhalb dessen Angst eine von vielen möglichen Qualitäten ist und nicht zwangsläufig die dominante. Wo dieser Antwortspielraum eng ist, erscheint Angst übermächtig, weil wenig zur Verfügung steht, das ihr etwas entgegensetzen könnte. Wo er weit ist, kann Angst da sein, ohne das ganze Erleben zu bestimmen. Der Unterschied liegt nicht darin, wie viel Angst ein Mensch hat. Er liegt darin, wie viel Kapazität neben ihr Raum hat.
Angst verändert dabei ihre Funktion nicht. Was sich verändert, ist der Antwortspielraum, in dem sie gehört und beantwortet werden kann. Diese Kapazität wird nicht durch Willenskraft erzeugt und nicht durch Einsicht allein. Sie wird gelernt, und gelernt wird sie an einem ganz bestimmten Ort: in Bindung. Bindung ist nicht primär ein Gefühl oder ein Thema unter vielen. Sie ist der Raum, in dem ein Mensch lernt, mit Intensität zu sein und Kontext zu lesen und genau diese Verschränkung ist es, was später als Kapazität zur Verfügung steht. Das ist der Grund, warum Bindung eine so tragende Stellung hat: Sie ist der Ort, an dem ein Mensch die Liebe und die Antwort erfährt, durch die er lernt, sich selbst zu beantworten.
Die wichtigste Ressource für Kapazität ist deshalb Bindung und das in mehreren Richtungen zugleich. Bindung zu anderen Menschen, die mitfühlen und mittragen können. Bindung zur Natur, die einen eigenen, oft unmittelbaren Resonanzraum bietet. Bindung zum eigenen Inneren sprich der Fähigkeit, sich selbst wahrzunehmen, ohne sich abzuwenden. Und Bindung zu den eigenen, oft lange getrennten Anteilen, die genau dort entstanden sind, wo Intensität einmal zu viel war. Im Kindesalter ist diese Ressource fundamental, weil ein junges Nervensystem auf sie angewiesen ist, um überhaupt erst Kapazität aufzubauen. Aber sie bleibt auch im Erwachsenenleben zentral. Niemand baut Kapazität allein auf auch dort, wo sie scheinbar in Stille und Alleinsein wächst, geschieht das meist in einem bereits verinnerlichten oder gegenwärtig erfahrbaren Resonanzraum.
Wenn die Wachsamkeit wegtrainiert wird ist das fatal. Was passiert nun, wenn dieser Lernort nicht trägt? Wenn Intensität – Angst, Wut, Trauer – nicht mitgehalten, sondern abgewehrt, überhört oder beschämt weggeschoben wird? Dann lernt der Körper nicht, mit Intensität zu sein. Er lernt etwas anderes, und er lernt gründlich, dass unangenehm gleich schlecht ist, und dass schlecht heißt, es muss weg.
Ein Wachhund hat feinere Sinne als wir. Er nimmt eine Gefahr wahr, bevor wir selbst sie bemerken könnten; das ist sein eigentlicher Wert. Man kann versuchen, ihm das wegzukonditionieren, bis er nur noch ruhig zu deinen Füßen liegt, anstatt auf Gefahr aufmerksam zu machen. Das ist möglich. Es ist nur nicht dienlich: Genau jene Funktion, die ihn zum Wachhund machte, wird dann überlagert. Eine Schutzfunktion wird eingefroren, statt dass sie sich an der Erfahrung weiterentwickeln kann.
Manche Vorstellungen klingen dabei besonders verführerisch. Die Idee etwa, man müsse nur gleichmütig genug werden, unberührt über jeder Erregung schwebend. Diese Sehnsucht ist gut nachvollziehbar. Wenn der Körper nicht gelernt hat, mit dunklen, unangenehmen Gefühlen oder mit hoher Intensität zu sein, entsteht daraus eine eigene Form der Überforderung und der Wunsch, sich damit nicht länger auseinandersetzen zu müssen, ist verständlich. Ein solcher Hund wird tatsächlich ruhiger. Nur kann er jetzt nicht mehr warnen.
Es gibt aber noch eine tiefere Schicht, und sie macht vieles klarer. Wenn der Lernort selbst – die Bindung zu den Eltern oder anderen primären Bezugspersonen – nicht verlässlich trägt, entsteht nicht nur eine Lücke in der Kapazität. Es entsteht eine eigene Angst: Die Angst vor dem Verlust dieser Bindung selbst. Sie ist deshalb so mächtig, weil die Hoffnung bleibt, weil dieser Ort, so unzureichend er sich vielleicht auch gerade zeigen mag, der einzige Kalibrierungsort bleibt, an dem man diese beiden Kompetenzen lernen kann.
Ein Kind kann diesen Ort deshalb nicht aufgeben, selbst wenn er überfordert, beschämt oder verunsichert. Es bleibt weil es bleiben muss, um irgendwann die Fähigkeiten zu erwerben, ohne die kein Dialog mit dem Leben möglich wird. Angst ist hier die Art und Weise, in der die Biologie dafür sorgt, dass diese Verbindung unter keinen Umständen leichtfertig riskiert wird. Selbst wenn dafür eigener Ausdruck, eigene Wahrnehmung, eigene Stimmigkeit zurückgestellt werden müssen.
Was der Biologie zur Verfügung steht, ist Intensität. Und wo es um etwas geht, das wirklich nicht verhandelbar ist, muss diese Intensität so beschaffen sein, dass sie sich nicht ignorieren lässt. Angst ist diese Übersetzung. Sie ist die unmittelbare Sprache, in der die mögliche Gefährdung einer unverzichtbaren Bindung ankommen kann, ohne ein einziges Wort zu brauchen.
Die Gegenprobe liegt nah, und sie ist entlarvend einfach. Man stelle sich Eltern vor, die keine Angst um ihr Kind empfinden. Niemandem käme das beruhigend vor. Im Gegenteil, es würde zutiefst irritieren. Die Achtsamkeit, mit der Eltern über ihre Kinder wachen, läuft über genau dieselbe biologische Bewegung, nur in die andere Richtung gespiegelt. Niemand würde einer Mutter raten, sie solle ihre Angst um das Kind endlich überwinden. Wir verstehen, ohne nachzudenken, was diese Angst sichert.
Nur bei der eigenen Angst verlieren wir diesen Zugang. Dieselbe Bewegung, die wir bei Eltern selbstverständlich würdigen, behandeln wir bei uns selbst als Mangel, als Schwäche, als etwas, das wegmuss. Und genau hier zeigt sich noch etwas anderes: Es gibt eine Verbindung zwischen Intensität und Lebendigkeit, die leicht übersehen wird. Was uns lebendig macht, hat fast immer auch mit der Möglichkeit von Verlust zu tun. Eine Beziehung berührt uns auch deshalb, weil sie nicht für immer garantiert ist. Gesundheit fühlt sich auch deshalb wie etwas Kostbares an, weil sie verloren werden kann. Die Angst, die diese Möglichkeit begleitet, ist deshalb nicht nur Schutz. Sie ist Teil dessen, was uns überhaupt spüren lässt, wie viel uns etwas bedeutet. Wenn einem Menschen mit dem du in Beziehung bist egal ist wie es dir geht und kein Interesse an deinem Befinden zeigt, dann ist das zu Recht bedrohlich, sogar lebensbedrohlich, der Körper und die Seele darin sind dann nicht wahrgenommen und geschützt. Und wenn man diese Haltung als innere Beziehung mit sich selbst hat, ist der Körper permanent in Gefahr verletzt zu und alle Gefühle davon bedroht ignoriert zu werden.
An dieser Stelle zeigt sich, was die Kampfansage gegen die Angst eigentlich ist: Ein Verstand, der seiner eigenen Biologie nicht zutraut, dass ihre Antworten einen Sinn haben. Wir haben uns kollektiv angewöhnt, den Verstand als die klügere Instanz zu betrachten. Als das, was die Biologie korrigieren, überstimmen, in Ordnung bringen müsste. Der Kopf zieht seine Schlüsse, formuliert, wie es zu sein hätte, entwirft ein Bild davon, wer wir sein sollten und möchte dieses Bild dann einer körperlichen Wirklichkeit auferlegen, die er noch kaum verstanden hat. Bei Herzschlag, Verdauung oder Immunabwehr käme niemand auf die Idee, sie durch Nachdenken steuern zu wollen. Bei der Angst aber halten wir es für selbstverständlich, dass der Verstand das letzte Wort haben sollte.
Manchmal trägt das eine besonders entlarvende Form: Die innerliche Abwertung eines Angstsignals, weil es rational doch keinen Sinn mehr macht. Sätze, die sich dann wie von selbst im Kopf einstellen (also in meinem unter anderen): „Stell dich nicht so an, du brauchst doch keine Angst haben. Das hätte ich doch längst überwunden haben sollen. Das ist doch nur in meinem Kopf. Ich sollte dankbar sein, nicht ängstlich. Wenn ich wirklich vertrauen würde, hätte ich keine Angst. Wenn ich erwachsen bin, brauche ich doch niemanden. Was soll diese Bedürftigkeit hier in mir, mit der hab ich keine Existenzberechtigung.“
Wer ein Signal seines Nervensystems auf diese Weise abwertet, hat sich nicht zutiefst Klarheit verschafft. Er hat sich von dem entfernt, was eigentlich Aufmerksamkeit wollte und dieser Reflex ist fast immer Ausdruck davon, dass eine Kompetenz fehlt, nicht davon, dass zu wenig nachgedacht oder zu wenig vertraut wurde. Bei mir die mangelnde Kompetenz mit der „alten“ Nähebedürftigkeit in einem erwachsenen Körper zu leben.
Wer sich gegen seine eigene Biologie stellt, stellt sich gegen das, was Leben überhaupt erst hervorgebracht hat. Das ist kein Detail. Es bedeutet, der eigenen Lebensquelle mit Misstrauen zu begegnen, statt mit der Neugier, die ihr eigentlich zustehen würde.
Wohin das führt, lässt sich überall beobachten (auch in mir): in der Erschöpfung von (meinem) Menschen, die unermüdlich gegen ihre eigenen Zustände ankämpfen; in der stillen Scham derer, die ihre Angst nicht „in den Griff bekommen“; in dem Gefühl, sich selbst fremd geworden zu sein. Der Verstand setzt sich an die Stelle dessen, dem er eigentlich zuhören müsste.
Der Denkfehler liegt nicht im Denken selbst, sondern in seiner Selbstüberschätzung: in der Annahme, Einsicht allein müsse genügen, damit der Körper sich endlich so verhält, wie der Kopf es für richtig hält. Aber die Biologie liest keine Argumente. Sie liest Bedingungen. Sie verändert sich nicht, weil wir sie überzeugt haben, sondern weil sich die Bedingungen verändern, unter denen sie antwortet, und weil Kapazität wächst, wo vorher keine war.
Körper und Nervensystem folgen einer eigenen Logik, die sich aus der biologischen Struktur selbst heraus durchaus nachvollziehen lässt, sich aber den gewohnten Schlussfolgerungen des mentalen Raums entzieht. Diese Logik fragt nicht: Ist das gerade objektiv wahr? Sie fragt: Was hat sich in der Vergangenheit als bedeutsam für Sicherheit, Bindung oder Fortsetzbarkeit erwiesen und liest die Gegenwart durch diese gewachsene Erfahrung. Wer Angst daran misst, ob sie sich rational rechtfertigen lässt, hat bereits den falschen Maßstab angelegt so, als würde man ein Gedicht nach den Regeln der Buchhaltung prüfen.
Manchmal bellt der Hund, ohne dass jemand kommt. Niemand mehr in Sicht, kein Eindringling und trotzdem geht das Bellen weiter. Wer chronische Angst kennt, kennt dieses Gefühl. Es wäre ein Missverständnis, einen solchen Hund für defekt zu halten. Er bellt nicht falsch. Er bellt auf ein Signal, das ihm einmal zu Recht als Gefahr galt. Nicht die Angst ist das Problem, wenn der Hund auf ein längst vergangenes Signal anschlägt. Auch nicht der Hund selbst. Ein guter Hundeführer würde hier nicht einfach eingreifen, um den Hund zum Schweigen zu bringen. Er würde zuerst anerkennen, was der Hund wahrgenommen hat, und ihm dann einen Kontext geben, der ihn beruhigen oder bestätigen kann. Genau das fehlt bei chronischer Angst oft: Nicht weniger Wachsamkeit, sondern jemand, der ihr Kontext gibt. Angst verändert dabei ihre Funktion nicht. Was sich verändert, ist der Antwortspielraum, in dem sie gehört und beantwortet werden kann.
Was für Angst gilt, gilt auch für Schmerz! Vieles von dem, was hier über Angst beschrieben wurde, gilt in ähnlicher Weise auch für Schmerz. Auch Schmerz ist kein Fehler im System, sondern ein Signal: Hier ist etwas, das deine Aufmerksamkeit braucht. Auch er wird kulturell oft wie ein Gegner behandelt, der überwunden, betäubt oder weggemacht werden soll, statt als das gehört zu werden, was er eigentlich ist.
Emotionaler und physischer Schmerz sind Hinweise und zu konfrontieren, sowohl jene aus dem jetzigen Moment als auch „alte“ Schmerzen, sonst bleiben sie wie früher unversorgt und verstärken das Leiden. Je mehr versucht wird Schmerz unten zu halten, umso schlimmer wird er.
In der spirituellen Szene und auch in der Psychologie gibt es viele Misskonzeptionen a la ablenken, betäuben, verschieben, medikamentisieren und doch sind es schlicht Unterdrückungsmechnismen wie Alkohol oder andere Süchte (übermäßig bewegen, zu wenig essen, Handydauernutzung, Meditation die wegführt in Phantasien), die den Grundzustand nicht ändern.
Lehrer/Coache/Gurus die nie an und durch ihren eigenen Schmerz gewandert sind gibt es viele. Man erkennt sie daran, dass sie ein Programm verkaufen a la „mach das dann bist du frei“. Wenn du es dann machst und es funktioniert nicht nachhaltig, dann kommen sie mit „ja dann bist du halt noch nicht bereit dafür“ und werden ablehnend oder so gar aggressiv.
An dem Satz, der dich und deine Bereitschaft (statt ihr Konzept) in Frage stellt, erkennst du jene die ihren Schmerz nicht selbst konfrontiert haben und nur ein Geschäft machen, auch wenn ihre Worte vielleicht schön formuliert sind. Sie predigen Techniken, Affirmationen, positives Denken, Visualisierungen…. die möglicherweise etwas funktionieren und das auch erst, wenn die Traumenergien entleert (oder nie vorhanden waren) und damit die negative Basis dekonstruiert wurde. Sonst bringen sie meist noch mehr Schmerz hoch, weil da ja dann Selbstablehnung am Wirken ist. Techniken die nie den Schmerz konfrontieren sind ein Mittel zur Verdrängung.
Der Schmerz kann nicht abgewählt und mit Bewusstsein distanziert mit dem Beobachten entfernt werden. Er ist zu konfrontieren! Es gibt kein entkommen, nur ein sich stellen, mit Kapazität und möglicherweise fähiger Begleitung (einer die bleiben kann mit dem was ist). Alles was früher nicht gefühlt werden konnte (weil die Erwachsenen abwesend, ablenkend, unfähig, desinteressiert, überfordert… waren), darf und möchte konfrontiert und durchfühlt werden mit dem jetzigen Kontext. Damals gab es keine Wahl damit zu bleiben, heute ist die bei Bereitschaft und mit Geduld herstellbar.
Dabei sei angemerkt, dass durchfühlen und damit da sein bis es sich von selbst verändert nicht meint schreien, toben, weinen, brüllen und andere Arten des Ausagierens. Das ermöglicht einen Release aber nicht die Auflösung. Und Anmerkung die Zweite darf dabei auch noch beachtet werden: Im Fühlen und Spüren bleiben, nicht in die Verstandesebene ausweichen. Die macht alles nur schlimmer, da sind dann regelrechte Abwärtsspiralen, wo sich das System in die Verzweiflung denkt und ein Drama erzeugt, dass keinen Wirklichkeitscharakter besitzt.
Was (er)löst ist dem Schmerz den Raum zu geben und bejahend zu fühlen, weil er eben da IST und zwar ohne Bilder und Geschichten drum rum. Der Schmerz und das Gefühl sind echt da, die Geschichten die daraus und darin vom Verstand erzählt werden stimmen meist nicht. Entlang des Schmerzes ist das aktuelle Thema mit Geduld selbst wandelbar. Es braucht Raum und Zeit, schlicht weil meist viel angesammelt wurde (und viel Unsinn geglaubt wurde) und es sich Schicht für Schicht fühlend, spürend, hinsehend und differenzierend mit eigenem Bewusstsein erfüllt.
Wahrnehmung ist gefiltert, auch der kleine Selbstbetrug darf gesehen und erlaubt werden. Den Teil, der behauptet: „Ich bin doch längst darüber hinweg.“ Den Teil, der manchmal lieber spirituell erleuchtet wäre, als einfach ehrlich traurig zu sein. Auch er gehört zu mir. Auch er darf lachen. Auch er darf loslassen. Auch er darf einfach Mensch sein. In dem ich aufhöre, meine Gefühle gegen meine Entwicklung auszuspielen, werde ich ganz. Ich darf gleichzeitig wachsen und traurig sein. Ich darf gleichzeitig vertrauen und zweifeln. Ich darf gleichzeitig lieben und hadern. Ich darf gleichzeitig annehmen und mir Veränderung wünschen.
Beide, Angst und Schmerz, sind keine vermeidbaren Störungen eines ansonsten reibungslosen Lebens. Es gäbe kein Leben ohne sie! Nicht in einem übertragenen, sondern in einem ganz wörtlichen Sinn. Ein Organismus ohne Schmerzempfinden, ohne die Fähigkeit, Gefahr als Gefahr zu spüren, kennt keine Grenzen mehr und kann sich selbst nicht mehr schützen. Schutzfähigkeit ist keine Zusatzausstattung des Lebendigen. Sie ist eine seiner Voraussetzungen.
Einen Satz wie diesen liest man oft, in der einen oder anderen Form: Entscheide dich für die Liebe statt für die Angst. Er klingt klar. Er klingt nach Wahl, nach Reife, nach Befreiung. Aber er stellt zwei Dinge gegeneinander, die nicht gegeneinander stehen können, wenn man die Annahmen ernst nimmt, aus denen heraus solche Sätze überhaupt formuliert werden. Denn was wäre Liebe, wenn sie nicht auch die Bewegung trüge, die wahrnimmt, dass etwas Wertvolles in Gefahr ist? Was wäre Liebe, wenn sie nichts beschützen wollte? Eltern wissen das. Ihre Angst um das Kind ist nicht das Gegenteil ihrer Liebe, sie ist ein Ausdruck davon. Die Aufmerksamkeit eines Liebenden für die Gefahren, denen ein anderer ausgesetzt ist, gehört zur Liebe selbst.
Angst ist also eine Wachsamkeitsfunktion der Liebe und nicht ihr Gegenteil. Angst, in dieser Lesart, steht nicht im Gegensatz zur Liebe. Sie ist eine ihrer Funktionen, vielleicht eine ihrer treuesten. Sie ist der Teil der Liebe, der wach bleibt, wenn etwas auf dem Spiel steht. Derselbe Wachhund, der bellt, kann auch ruhen. Aber nur, weil er weiß, dass er bellen darf, wenn es nötig wird. Seine Ruhe ist nicht das Gegenteil seiner Wachsamkeit. Sie ist das, was möglich wird, wenn sie ihm nicht genommen wurde.
Wer Angst überwinden will, will damit oft etwas Verständliches: weniger Leid, mehr Freiheit, ein leichteres Leben. Aber die eigentliche Frage ist nicht, wie sich Angst loswerden lässt. Es ist die Frage, wie Kapazität entsteht und Kapazität entsteht nie im Kampf. Sie entsteht durch SICHERE Bedingungen: Durch das, was es einem Nervensystem ermöglicht, eine Intensität zu halten, die bis dahin als überfordernd erlebt wurde. Die wichtigste dieser Bedingungen ist Bindung zu Menschen, zur Natur, zum eigenen Inneren, zu den eigenen, lange getrennten Anteilen.
Angst ist kein Gegner. Sie dient dem Leben, indem sie Fortsetzbarkeit schützt und damit jene Bedingungen erhält, aus denen Potenzialentfaltung hervorgehen kann. Sie ist nicht ein Hilfsmittel daneben, sie ist eine Voraussetzung dafür. Und der Verstand kann lernen, diese präzisere Lesart der Biologie aufzunehmen. Nicht weil sie sich schöner anhört, sondern weil sie ihre Funktion verständlicher macht, den inneren Kampf verringert und den Antwortspielraum erweitert.
Daran lässt sich auch jede neue Idee über Angst prüfen, einschließlich der hier vorgestellten: Hilft sie, genauer zu verstehen, worauf die Angst antwortet? Entsteht mehr Kapazität, ihr zuzuhören, ohne dass sie das gesamte Erleben übernehmen muss? Wird Freundschaft mit dem Nervensystem möglich? Diese Freundschaft ist am Ende nichts Kompliziertes. Sie bedeutet, mit der eigenen, lebensspendenden Biologie wohlwollend im Kontakt zu sein, ihre Signale wahrzunehmen, ihre Erlebnislogik zu verstehen und ihr einen Kontext zur Verfügung zu stellen, in dem sie ihre Aufgabe erfüllen und auch wieder zur Ruhe finden kann.
Daraus ergibt sich zusammenfassend eine klare Antwort auf das Erleben von Angst:
1. Muss Angst wirklich überwunden werden?
Angst muss nicht grundsätzlich überwunden werden. Sie ist eine biologische Schutz- und Orientierungsfunktion, die darauf aufmerksam macht, dass etwas als gefährdet oder bedeutsam erlebt wird. Entscheidend ist weniger, ob Angst verschwindet, sondern ob genügend Kapazität vorhanden ist, sie wahrzunehmen, ihren Kontext zu verstehen und weiterhin antwortfähig zu bleiben.
2. Warum habe ich Angst, obwohl ich rational weiß, dass keine Gefahr besteht?
Der Verstand und das Nervensystem beantworten unterschiedliche Fragen. Der Verstand prüft, ob aktuell eine objektive Gefahr erkennbar ist. Das Nervensystem liest die Gegenwart durch frühere Erfahrungen und reagiert auf Signale, die einmal mit Gefahr, Bindungsverlust oder Überforderung verbunden waren. Die Angst ist deshalb nicht grundlos. Sie folgt einer gewachsenen Erlebnislogik, auch wenn diese nicht mehr vollständig zur heutigen Situation passt.
3. Was bedeutet Kapazität im Umgang mit Angst?
Kapazität bezeichnet den inneren Antwortspielraum, in dem hohe Intensität erlebt werden kann, ohne dass sie das gesamte Erleben übernimmt. Sie entsteht aus der Fähigkeit, Intensität zu halten und gleichzeitig Kontext zu lesen: Was geschieht gerade? Worauf antwortet mein System? Welche Handlungsmöglichkeiten stehen mir zur Verfügung? Kapazität wächst vor allem in verlässlichen Bindungs- und Resonanzräumen.
4. Wie kann sich der Umgang mit Angst verändern?
Eine Veränderung beginnt häufig dort, wo Angst nicht mehr bekämpft, beschämt oder sofort korrigiert wird. Wenn ihre Schutzfunktion ernst genommen und ihr ein gegenwärtiger Kontext zur Verfügung gestellt wird, kann sich der Antwortspielraum erweitern. Angst bleibt dabei eine Wachsamkeitsfunktion. Sie muss jedoch nicht länger allein bestimmen, wie die Situation erlebt und beantwortet wird.
Ich werde nie vergessen als mir das durch einen Freund (Ulrich große Seele RIP) am Beginn eines Sommerretreats als Erfahrung geschenkt wurde. Ich kam an nach langer Reise, viele Menschen, laute Musik, ordentliche Hitze, alles mögliche strömte auf mich ein. Ich blieb überfordert am Rand stehen und atmete die Szene mehr ein als aus. Ulrich bemerkte es, stellte sich neben mich, nahm meine Hand in seine und ich flüsterte „ich hab Angst“. Er meinte dann sind wir Mal eine Zeit mit der Aufregung. Sonst nichts nur Präsenz mit meinem Erleben und das veränderte alles. Mein Körper wurde weich, lehnte sich an, wir atmeten bald im Gleichklang und genossen die Stille etwas Abseits vom Trubel eine Zeit lang.
Der Angst in Liebe begegnen und sie sie mit Raum umgeben, behüten und das sein lassen, ist – wie in so vielen anderen Erscheinungsformen von herausfordernden Erleben – die paradoxe Erlösung, dass durch Annahme ein losgelassenwerden geschieht, weil alles gehalten ist. Und sich im Gehaltensein die Biologie selbstreguliert.
Leben pulsiert durch dich.
In deinem Blut. In deinen Tränen. In deiner Wut. In deinem Zittern. In deiner Liebe.
Nichts davon macht dich kleiner. Nichts davon trennt dich von mir.
Du musst nicht rein werden, um zu mir zurückzukehren.
Du musst nicht leuchten, um erkannt zu werden.
Du musst nicht aufsteigen, um frei zu sein.
Liebe liebt.
Das ist das einzige, was sie tut.
Sie kann dich im Ganzen sehen,
weil sie zu allem JA sagt, was du bist.
Liebe ist der Antwortraum
und Selbstliebe ist der Weg
ins eigene Angekommensein.
Selbsterinnerung als Brandmalerei von mir für mich und vielleicht auch dich:
