Das Empfinden von Sicherheit ist die absolute Basis für den ganzen Rest!
Ohne ein echtes inneres Sicherheitserleben läuft nichts rund, schon gar nicht wahrhaftig.
Ein Anderer kann mir nur so nahe kommen, wie ich mir nahe bin!
Die entschiedene Frage: Wie viel Wahrheit über mich selbst kann ich (er)tragen und wie viel davon in Kontakt leben?
Selbstbetrug ist ein leises Flüstern im Inneren, kein offenes Lügen, sondern ein sanftes Verdrehen der Wirklichkeit. Ein Glaube, der stehen bleibt, obwohl die Wahrheit längst anklopft. Wir sehen und sehen doch nicht. Wir wissen und wenden uns ab. Nicht aus Bosheit, sondern aus dem stillen Wunsch, ganz zu bleiben in einem Bild, das uns schützt.
Der Mensch liebt das Einfache, das Reine, das Eindeutige. Doch das Leben kennt keine Einseitigkeit. Es spannt sich zwischen Polen, Licht und Schatten, Stärke und Schwäche, Wahrheit und Täuschung. Und oft beginnt der Selbstbetrug genau dort: wo wir einen dieser Pole nicht ertragen. Wir erklären das eine für heilig, das andere für falsch, für minder, für „nicht ich“. Wir schneiden die Wirklichkeit entzwei und stellen uns auf die Seite, die uns gefällt.
Doch was wir verdrängen, verschwindet nicht. Es wartet – im Schatten unseres Denkens, im leisen Unbehagen, das wir nicht benennen wollen. Wir blenden aus, was uns nicht gefällt, und während wir glauben, klar zu sehen, werden wir selbst zu Blendern, Meister der Auswahl, Architekten einer halben Welt. So entsteht Scheinheiligkeit: Nicht als bewusste Täuschung anderer, sondern als Spaltung in uns selbst.
Wir halten uns für wahr, weil wir nur die halbe Wahrheit sehen. Selbstbetrug ist kein Fehler des Verstandes, sondern ein Schutz des Herzens, der uns bewahren will vor dem, was wir noch nicht integrieren können. Er endet erst dort, wo wir den Mut finden, beide Seiten zu betrachten und anzuerkennen, dass wir aus ihnen allen bestehen.
Hier ist meine Variante der bekannten Geschichte mit den zwei Wölfen: In jedem Menschen leben zwei Wölfe. Der weiße Wolf steht für Güte, Ruhe, Mitgefühl, Würde. Er ist stark, ohne laut zu sein. Er verteidigt sich, aber lebt nicht vom Streit. Und da ist der schwarze Wolf: laut, wütend, neidisch, misstrauisch, immer bereit, überall Probleme zu wittern. Er will kämpfen. „Welcher Wolf gewinnt, Großvater?“ „Beide.“ Wenn man so tut, als gäbe es nur den weißen Wolf, wartet der schwarze im Schatten. Er sucht sich den Moment, in dem man müde ist, überfordert, unachtsam – dann reißt er das Steuer an sich. Nicht, weil er „böse“ ist, sondern weil er ignoriert wurde, weil das Gleichgewicht fehlt. Der schwarze Wolf hat auch Kräfte, die man braucht: Entschlossenheit, Mut, Schärfe, Instinkt, die Fähigkeit, im Ernstfall hart zu sein und nicht aufzugeben. In Zeiten echter Gefahr kann genau das das Leben retten. Innerer Frieden entsteht, wenn man beide Seiten erkennt, ihnen ihren Platz gibt – und die Verantwortung übernimmt, sie zu nutzen und in Kontakten einzubringen.

Ich darf – nicht müssen … Ich muss jetzt nicht „okay“ sein. Ich muss nicht hoch schwingen, geheilt oder erleuchtet sein. Ich muss keine Antworten haben. Ich darf einfach ehrlich sein. Ich höre auf, so zu tun, als ginge es mir gut, wenn etwas in mir zerbricht. Ich darf zusammenbrechen. Ich darf im Auto weinen, an die Wand starren, mich unter dem offenen Himmel auf die Knie sinken lassen. Das ist kein Versagen. Das ist Lebendigkeit.
Das wahre Erwachen ist nicht Licht, nicht ewige Positivität, nicht das Erfüllen von Wünschen. Es ist der Moment, in dem ich aufhöre, vor meiner eigenen rohen Wahrheit davonzulaufen. Wenn ich endlich mir sage: „Ich bin noch hier. Auch in diesem. Gerade in diesem.“ Hier findet mich die Liebe – nicht in Perfektion, nicht in Konzepten, sondern in den Trümmern, in der rohen, zitternden Wahrheit meines wunderschönen, unvollendeten Herzens. Ich verneige mich vor allem. Und segne mich in allem.
Hier sind meine 3 wichtigsten inneren Prozesse, die ich durchlaufen durfte,
um mich in Beziehung mit mir zutiefst sicher und in Beziehung mit Anderen geborgen fühlen zu können.
Nr. 1: Meinen Wert unabhängig davon machen, ob ein Mensch mich liebt und will oder eben nicht.
Es gab eine Zeit in meinem Leben, da hing mein ganzes Sein, meine komplette Selbstsicherheit, mein ganzes ich einfach davon ab, ob frau mich nun will und anerkennt oder nicht. Das war so heftig anstrengend und auch ein Stück weit erniedrigend. Weil ich mich erst dann sicher genug gefühlt habe, wenn meine externe Person ja zu mir gesagt hat. Und ich mich dementsprechend wertlos und einfach kacke gefühlt habe, sobald ich im Außen auf Ablehnung gestoßen bin.
Sind es schöne Gefühle, wenn du liebst mit allem was du bist und der andere dich nicht auf eine ähnliche Art und Weise zurück liebt? Hell no. Und ich kann dir sagen: Es hat mich auseinandergenommen. So richtig. Mein ganzes Kindheitstrauma von „ich bin eh nicht gewollt“ wurde einmal von vorne bis hinten bestätigt. Und durch mein inneres Erleben geschleust. Unerwidert weggeschickt in mein Loch des alleine sein müssen, weil ich ungewollt bin. Und all meinen Schmerz halten sowie fließen lassen der damit einhergeht.
Die große Befreiung und der Zeitpunkt, wo es endlich leichter wurde, war zu verstehen: Ja, im Außen und im Hier und Jetzt bin ich gerade wirklich nicht gewollt (weil es stimmte ja sie wählte und wollte nicht mich sondern eine andere in ihrer Nähe). Da war etwas ganz Reales drin und da war ein ganz realer Schmerz, den es zu fühlen gab wie gibt. Ich hab mein Herz in dir und du willst mit einer Anderen leben.
ABER – und hier kommt das große ABER – es gibt einen inneren Weg, diesen Schmerz fühlen zu können, ohne im kindlichen Bewusstsein stecken zu bleiben. Das kindliche Bewusstsein überschüttet dich dann nämlich mit so Sachen wie: „Ich werde nieeee so geliebt werden, wie ich es will und brauche. Ich bin die Letzte die geliebt werden kann. Verstecke dich , deine Tränen, deinen Schmerz und komm am besten gar nicht mehr raus. Du hast Nähe einfach nicht verdient.“
Das erwachsene Bewusstsein spürt aber: Ich bin wertvoll, wichtig und liebenswert, auch wenn ich im Außen gerade Ablehnung und eine Nicht-gewollt-Erfahrung mache. Ich kann das in mir halten was es an Gefühlswellen macht. Diesen Schmerz und wie weh es tut, ohne ins Kindliche abzustürzen. Klingt easy-peasy? War es aber nicht. Das war der schwierigste und heftigste innere Prozess überhaupt. Größtmögliche Hilflosigkeitserfahrung im Erleben halten und mich lebendig durchfließen lassen.
Jetzt versinke ich nicht mehr in meiner Hilflosigkeit, weil meinem erwachsenen Bewusstsein ein Raum ist, der meine Bedürfnisse da ein lassen kann unabhängig davon ob sie erfüllt, erfüllbar oder unerfüllt sind. In der wehrlosen Anerkennung der Realität liegt eine Freiheit. Die sein zu können mit dem was ist.
Nr. 2: Endlich für mich einstehen können in Beziehungen, sprich aktiv auf Konflikte und unterschiedliche Bedürfnisse zugehen, statt drum herum zu schleichen oder zu warten, dass mein Gegenüber mal was anspricht.
Mein Fehler war, dass ich lange „Anpassung“ und „mich einfügen“ mit „Sicherheit“ und „dazugehören“ verwechselt habe. Ich dachte: Je mehr ich mich an mein Gegenüber anpasse, desto „gleicher“ sind wir und desto besser passt es dann bzw. desto leichter wird es dann sein, ja zu mir zu sagen. Ha falsch gedacht, sag ich da nur. Je differenzierter du in Beziehung sein kannst (sprich: je mehr du du selbst sein kannst), desto sicherer werden sich deine Beziehungen anfühlen. Weil ja das Echte in Beziehung ist und nicht die Anpassung mit dem ganzen Unterdrückten. Da ist dann entweder kein Abstand mehr, sondern direkter Kontakt, oder eben die Klarheit kein Gegenüber für mich zu haben so wie ich bin.
Ich durfte und darf nachwievor lernen, mit meinem ganzen Selbst und deinem eigenen Set an Gefühlen und Bedürfnissen in Kontakten aufzutauchen. Und auszuhalten, dass meine Bedürfnisse nicht unbedingt mit jenen meines Gegenüber deckungsgleich sind. Und im Feuer der Verschiedenheit zu schauen ob der gemeinsame Raum genug Boden hat, um die Weite dazwischen zu tragen.
Das heißt nicht (und bitte lies diesen Satz gerne dreifach und vierfach): Es heißt nicht, dass du Ja und Amen zum Ausleben von jedem Bedürfnis deines Gegenübers sagen musst oder deine eigenen wild in Tiernaturform. Und dann kommen wir nämlich direkt schon zum dritten Punkt. Ich bin die Beziehungsverlässliche, die die einem nein mit meinem Jaraum begegnen kann. Ich kann mein Herz offen halten.
Nr. 3: Ich bin geliebt und sicher auch mit einem Nein.
Wenn du dir selbst nicht erlauben kannst, auch mal NEIN zu sagen, dann wirst du nie ein wirklich klares JA zu dem ganzen Weg der Öffnung haben. Ein Nein ist heilig. Und du darfst die Erfahrung machen, dass du auch mit deinem Nein geliebt wirst und ein Nein die Bindung sogar noch vertieft und verstärkt. Weil alles, jedes Gefühl, jeder Zustand dann echt da sein kann. Und genau dann kann sich ein Nervensystem sicher fühlen. Mittlerweile kann ich mich meist auch ohne eine Antwort sicher fühlen, wobei das immer noch verunsichernd ist. Ich ja spüre da ist keine Antwort und viel leichter könnte ich mit dem ehrlichen Ausdruck dessen in mir mit diesem in Wohlwollen da sein.
Es brennt ein Daueralarm im System, wenn etwas – unbeholfen, unklar, unsicher… – nicht sein darf in Beziehung. Es ist einfach nicht möglich, immer mit einem möglichen drohenden Verbindungsverlust im Hintergrund zu leben, wenn in mir ein Erleben ist von „wenn ich mit meiner Angst, Trauer, Wut, Scham, Scheiße, Freude, Leidenschaft in Kontakt gehe, ist die Beziehung unterbrochen“. Erst wenn die Verbindung lebendig bleibt unabhängig davon wie ich bin und wie mein Gegenüber ist, dann ist eine Verbindung sicher.
Es ist ein Ausdruck meiner Kapazitätsgrenze, womit ich mich sicher fühlen kann. Nicht mehr und nicht weniger. Eigenständigkeit meint: Ich brauche etwas und bleibe dennoch bei mir. Brauchen bedeutet nicht automatisch Gefahr für die Verbindung. Ich darf damit da sein und erlernen in mir selbst zu bleiben.
Wenn ein Nervensystem unsicher ist, sucht man überall und in allem Sicherheit. Die ist aber dauerhaft nur in uns (zu entwickeln). Es ist der Kraftakt zu realisieren: Ich bin und bleibe in mir, auch wenn der andere geht. Ich bin mir genug sicher, um allein sein zu können. Dann kann ich mein Herz offen halten, auch wenn ich wieder nicht bejaht, nicht gewählt und nicht geliebt werde im Außen. Und ich genieße es sehr meine liebevolle Haltung einander im Wir schenken zu können, weil sie mein unabhängiges Wesen ist.
Liebe verbindet nicht nur. Sie löst.
Sie löst die Masken und Grenzen,
die aus Verletzungen und Angst entstanden sind.
Die alten Bilder, von denen frau dachtest,
sie wären meine Wahrheit.
Wirkliche Liebe bestätigt nicht jede Rolle,
die du gelernt hast zu spielen.
Sie berührt das, was darunter längst wartet.
Darum kann Liebe heilsam sein und gleichzeitig wehtun.
Denn was sich in ihrer Nähe auflöst,
war oft genau das,
woran festgehalten wurde,
um sich sicher zu fühlen.
Liebe macht dich nicht zu jemand anderem.
Sie löst nur auf, was dich davon getrennt hat,
du selbst zu sein.

Wer sich selbst gefunden hat,
begegnet der Liebe anders.
Nicht aus Mangel, sondern aus Fülle.
Jede wahre Begegnung beginnt in der Sicherheit des eigenen Herzen,
mit dem Schritt aus der Angst in das Vertrauen.
Sinken in was ist – auch meine Unsicherheit –
jeder wahre Kontakt ist ein sicherer Moment.
Liebe ist eine Entscheidung des Herzens
für Ehrlichkeit, für Nähe,
für den Mut das Herz offen zu halten.
Liebe kennt ihren Weg,
sie fließt dorthin, wo das Herz offen ist.
Alles ist entweder Liebe oder ein Schrei nach Liebe.
Im Innersten suchen wir alle nach dem gleichen offenen Himmel
Der Weg ist vollkommen und grenzenlos im Sein.
Es gibt kein Ziel nur Sein mit dem was ist.
Das ist Lebenskunst im Moment.
Jene die mich lieben, wählen mich.
Wer zu mir gehört, findet den Weg.
Und was mich nicht klar wählen kann,
darf mich nicht mehr aus der Mitte ziehen.
Ich wähle die Liebe in meinem Herzen.
Die Liebe selbst hat mich nie verlassen.
Ich kann in Liebe bleiben.
Das ist es worauf alle (meine) Prozesse hinauslaufen.
Alle Erfahrungen sind Segnungen.
Nicht manche. Nicht nur die, die wir verstehen. Alle.
Auch der Schmerz war ein Tor.
Auch der Verlust war eine Einweihung.
Jede Enttäuschung riss eine Illusion von meinen Augen.
Jeder Abschied löste eine Bindung, die mich klein hielt.
Jede Krise sprengte ein Gefängnis, das ich Zuhause nannte.
Selbst dort, wo ich nur Dunkelheit sah, arbeitete das Licht.
Selbst dort, wo ich gefallen bin, wurde etwas in mir befreit.
Selbst dort, wo ich dachte, alles zu verlieren,
wurde mir das Wesentliche zurückgegeben.
Das Leben ist klar.
Die Liebe ist klar.
Die Schöpfung ist klar.
Alles ist Weg.
Alles ist Medizin.
Alles ist Segen.
Danke, danke, danke.
Danke fürs gemEINSam gehen und das Leben durch wirken.
Lachen, weinen, wüten, feiern, zittern, staunen alles darf sein.
DANKE vor allem an DICH. Du weißt, du bist gemeint.
Du bist dieser eine Raum, in dem mein Herz tief und hoch lieben kann.
Mit dir entfaltet sich die Realität noch reiner, noch weiter, noch klarer, noch lebendiger.
Dein Feld berührt meines auf eine Weise, für die ich keine Worte finde.
Darin vibriert alles in mir vor tiefer Dankbarkeit für dieses gemeinsame Weben.
Mein Sein nickt dir zu und sagt „wow danke so sehr für dieses gemEINSame sein“.





