Tiefe Wahrheit verkörpern – die stille Mission meiner Seele

Dunkelheit ist Ursprung, Gebärmutter, Heimat.

Aus ihr entzündet sich das Licht der Güte.

 

Mich in meinen Tiefen halten ist innigste Liebe.

Ich liebe die Dunkelheit.

Offenheit ist der einzige Ort an dem Echtes geschieht.

 

Nähe ist ein Raum zum Atmen.

Ich darf zu weich, zu tief und zu ehrlich sein.

Im Dunkel darf ich sinken und verschwinden.

 

Ich darf leer werden und nichts sein.

Ich darf mich ablegen, Schicht für Schicht, bis nur noch das bleibt, was nicht gemacht ist.

Ich darf aufgegeben sein und jeder Verantwortung entbunden ruhen.

 

Wenn es hier stiller ist, dann nicht aus Rückzug, sondern aus Tiefe.

Ich bin nicht weg. Ich bin da, nur tiefer.

In einem Raum, in dem das Licht nicht gesucht werden muss, weil es von selbst funkelt.

In einem Raum jenseits von Zeit, jenseits von Rolle, jenseits von Geschichte, frei von Identitäten.

 

Und wenn ich ab und zu aus der Dunkelheit zurückkomme, dann nicht mit Antworten, sondern mit Präsenz. Nicht mit Worten, sondern mit einem offenen Feld. Bis dahin sinke ich. Ich lasse mich geborgen halten. Und vertraue dem, was mich auch im Dunkel trägt. Ich vertraue, dass mein Erleben richtig ist. Ich genauso gemeint, gewollt und geliebt bin wie ich mich spüre. Ich vertraue der Dunkelheit, nicht weil sie immer angenehm ist, sondern weil sie absolut ehrlich ist. Sie nimmt mir die Bilder, sie nimmt die Richtung, und genau darin schenkt sie mir Wahrheit. Licht scheint, täuscht, schafft Illusionen.

In der Dunkelheit geschieht keine Technik. Keine Methode. Keine Suche. Hier geschieht Alchemie. Die Alchemie des Jetzt. Dort, wo nichts mehr verwandelt werden muss, weil alles, was ich bin, bereits pur da ist. Dunkelheit ist nicht das Gegenteil von Licht. Dunkelheit ist der Ursprung von allem, die Ursubstanz, aus der alles Leben geboren wird. Sie ist das Nichts, das alles enthält rein, weit, empfangend. In der Dunkelheit wird meine Liebe erwidert.

Wer die Dunkelheit integriert hat, weiß um ihre Geborgenheit, ihre Nahrung und ihren Schutz. Alles was wahrhaftig leben soll, muss in der Dunkelheit wurzeln können. Alles was diese Basis nicht hat, zerfällt und stirbt. So ist die Liebe die Dunkelheit und das Lebendige tritt aus ihr hervor.

Ich war lebenslang mit Menschen, die nicht umgehen können mit meiner vollen Wahrheit. Und erforsche mich in meiner Wahrheit sicher zu fühlen, auch wenn ich damit alle Anderen triggere und verunsichere. Und mich der Gefahr der Ablehnung und Verlassenheit aussetze.

In der Wahrheit da zu sein macht mich zu einem Trigger für alle die im falschen Selbst leben. Es braucht viel Mut und Kraft der Trigger zu sein, die Projektionen abzubekommen ohne das Spiel mitzumachen. Es ist ein Angstfeld und höchst kreativ. Wenn ich den Schmerz aushalte, innehalte, zulasse, akzeptiere und mich umarmen in meiner Wahrhaftigkeit, steige ich aus dem alten Fahrzeug der Menschheit des „Reagierens um geliebt zu werden“ aus. Das ist Seelenarbeit.

Atem meiner Seele unter der Haut bis ins Knochenmark spürbar. Ich brauche den Schleier des alten Schutzes nicht mehr. Alle Trauer darf da sein und auch der beständige emotionale Schmerz des Getrenntseins. Vollständig alleine sein ist möglich und dennoch tut dauerhaft getrennt abgelehnt leben müssen sehr weh. Die Trauer des Ungelebten hinterlässt mit jedem weiteren Tag tiefere Spuren in meinem Leben. Jede Träne flüstert seit knapp drei Jahre einen Namen und vielleicht bleibt das für den Rest meines Lebens so. Das darf sein, es darf geschehen, weil es ist. Alles darf mit mir geschehen in Wahrheit und Liebe.

Früher suchte ich nach Gemeinschaft und Partnerschaft aus Angst die Einsamkeit nicht mehr zu ertragen. Ich suchte System und Methoden, weil ich Angst hatte alles selber fühlen und tragen zu müssen. Ich suchte Erlösung, weil ich Angst hatte, ohnmächtig zu sein. Jetzt darf all das da sein. Einsamkeit, Gefühlstiefen, Erlösungslosigkeit, Ohnmacht… also alle Vermeidungszonen. Der einzige Weg ist, nichts mehr darauf zu geben, was die Menschen von einem denken und bereit zu sein, den Schmerz zu fühlen.

Gleichzeitig geschieht das Erkennen gerade in Gruppenselbsterfahrungen, dass ich den tiefen Wahrheitsraum halte und verkörpere, damit andere durch mich sehen können, ohne zu zerbrechen. Ich war schon immer in der Tiefe zu Hause (bis verloren, weil alleine da) und erst jetzt bekommt diese Qualität Raum im Menschengewebe und etwas Wertschätzung. Tief fühlen ist ein Privileg und manchmal die größte Herausforderung. Existenzieller Schmerz, fühlen aller Brüche, essentielle Liebe und ich bleibe. Atmen und bleiben, sehen hören schmecken fühlen in meinem Raum. Den tiefen Raum der Wenigen. Ich bin der Raum der Liebe und alles andere löst sich.

Mir ist sehr bewusst, dass in mir etwas abläuft, dessen Ausgang in der Form noch ungewiss ist. Es geht jetzt in Wahrheit allen so, bewusst oder unbewusst. Und ja da ist Scham, die Wunde möchte Unsicherheit verbergen. Das Wegstoßen der eigenen Wahrheit oder anderer ist der Schutzmechanismus der reaktiven Natur, um nicht verletzt zu werden. Alles nach innen, auf Wegducken und in Richtung unsichtbar machen. Das ist biologisch absolut sinnvoll. Aber als Mensch mit Bewusstsein ist es viel stärker, mit der Unsicherheit voll da zu sein.

In den letzten Jahren wurden wir kollektiv in eine tiefere Beziehung zur physischen Welt initiiert. Zu unserem Körper und unserem Nervensystem. Zu der Frage, was uns wirklich nährt, was wirklich Sicherheit schafft und was wir nur aus Gewohnheit festhalten. Die jetzt verzweifelt um Sicherheiten ringen, werden keine mehr finden. Alles ist jetzt unsicher. Weil uns die Frequenz führt. Wenn trans-Formation geschieht, dann muss Verunsicherung, Auflösung und Herzaufrichtung liebend in Kauf genommen werden. Mein Körper spricht sehr deutlich und mein Nervensystem verlangt nach Ehrlichkeit. Ich bin wahr da. Komme, was wolle. Das ist sicher. Innere Sicherheit in der ganzen Verunsicherung.

Voller Fokus auf Wahrheit und Sicherheit. Wahrheit war für mich immer unverhandelbar. Sicherheit wurde es im Wachsen der Liebe zu mir zusammenwirkend mit dem wieder und wieder verletzt werden. Vor allem durch das Erleben, das meine Wahrheit nicht sicher ist. Und durch das Warten wann wo wie wird sie wieder Raum haben dürfen. So viele Wochen und Monate bin ich im Spinnennetz des Schweigens hängen gelassen zu worden. Silent Treatment ist das Grausamste (für mich?). Es ist ein Auslöschen des Bodens der Beziehung durch gezieltes Schweigen. Ein Ignorieren zum Aushungern der Verbindung und absichtlichen nichts mehr Teilen, um durch Kontaktentzug zu verletzen. Exkommunikation verunsichert so lange bis der Ausschluss zerbricht (Hoffnung, Antrieb, Selbstwirksamkeit) und nur mehr Ohnmacht überbleibt.

Atempause zur Selbstregulation und mich im Arm halten…

Sicherheit die warmen Arme von innen. Echte Verbindung entsteht erst, wenn mein Inneres sicher ist. Ich bin der Standard. Alles andere bekommt mein Einlassen nicht mehr. Die Bereitschaft alle zu verlieren und der Mut mich ganz da sein zulassen auch in den Vermeidungszonen des Zusammenbrechens, der Schwäche ebenso wie der enormen Kraft, der schmerzend wahren Worte und der enormen Kapazität Leben und Sterben rückhaltlos zu halten.

Ich habe lebenslang nicht nur mich gehalten, sondern auch das Feld der tieferen Wahrheit in einer oberflächlichen betäubten verlogenen Menschheit ein Kraftakt sondergleichen. Es braucht viel Energie in der Tiefe bewusst da zu sein während alle und alles davon wegziehen will. Der Wahrheit verpflichtet zu leben und zu sterben ist wofür ich angetreten bin. Mein Tiefstes ließ sich bisher nicht leben und entwickelt sich jetzt langsam in die Verkörperung. Wenn wir im Körper bleiben, wenn wir uns selbst Raum geben und uns von innen heraus führen lassen, nicht auf logische, nicht strategisch, nicht zielorientiert oder optimiert, sondern lebendig, ist alles da.

Wir können den Geist nicht zur Ruhe bringen, solange unser Nervensystem unreguliert ist. Erst durch bewusstes Fühlen beruhigt sich das Nervensystem und erst dann folgt der Geist. Nicht das Denken führt zur Stille, sondern Verkörperung. Wenn das Nervensystem Sicherheit erfährt, wird der Geist leise. Nichts verändert sich, außer unsere Fähigkeit, reguliert zu bleiben und uns bewusst aus den Schleifen unserer alten Muster zu erheben. Entweder wiederholen wir unsere Muster und das Leben spiegelt sie uns immer wieder zurück, oder wir begegnen ihnen frühzeitig, bevor sie sich weiter zementieren. Wir überschreiten sie, regulieren uns, erheben uns bewusst aus ihnen heraus und verändern damit die Realität, die daraus entsteht. Der Schlüssel dafür ist das reine Fühlen des Innenlebens. Heilung beginnt nicht dort, wo wir etwas reparieren, sondern dort, wo wir aufhören wegzulaufen. Wenn wir den Kloß im Hals spüren, ohne ihn zu unterdrücken. Wenn Traurigkeit Raum bekommt. Wenn Angst nicht bekämpft, sondern gefühlt wird. Gefühle sind sind Wegweiser. In dem Moment, in dem das Wirkliche gefühlt wird, entsteht Weite, Ruhe und Verbindung. Nicht weil alles gut ist sondern weil ich da bin. In mir und mit mir. Mit dem Leben. In meinem wahren Sein.

Liebe ist auch ein Zustand des Nervensystems. Wenn die alten Programme zerfallen, entsteht Raum für Weichheit, Hingabe, Präsenz und Hingabe. Liebe wird spürbar, weil sich mein Körper wieder genug sicher fühlt, sie durchzulassen. Wenn wir allen Gefühlen Raum geben und hindurchleben entlädt sich Spannung, der Körper wird weicher und wahrhaftiges Entspanntsein erscheint, weil berührt sein zugelassen wird. Direkte Berührung im eigenen Kern und mit Auserwählten. Daraus entsteht nach und nach ein neues Selbst mit einer sicheren Bindung.

Wirklich werden wir nicht, wenn wir das Schwierige wegdrücken, sondern vor allem wenn wir bereit sind zu spüren „Was ist los in mir? Angst? Wut? Trauer? Ohnmacht?“. Wut meist ein Mantelgefühl. Die Wut überdeckt viele verschiedene zu Grunde liegende Gefühle, die sehr viel schmerzhafter sind: Angst, Ohnmacht, Scham, Trauer, Einsamkeit. Selbst unter der Angst verbirgt sich ja noch die viel schmerzhafter und schwieriger auszusprechende Scham. Diese zu enttabuisieren ist wichtige Friedensarbeit. Für den Frieden in sich selbst und mit anderen. Also die Gefühle unter den Gefühlen bis in die Tiefe erschließen.

Gerade wahre Freude macht roh und verletzlich. Wünsche, Sehnsüchte und Visionen liegen oft unter Scham, Schuld und körperlicher Kontraktion begraben. Wir dimmen uns runter, machen uns klein, um sicher und unsichtbar zu bleiben. Schutzmuster sorgen auf kreative Weise dafür, dass Freude wegbleibt weil: Besser runterregulieren, lieber vernünftig sein und wegrationalisieren, doch noch beschäftigt sein mit anderen Sachen, Betäubung nutzen, sich schuldig fühlen oder in „höhere Sphären“ abdriften, wo die rohe menschliche Essenzemotion der Begeisterung nicht stattfindet.

Das Wichtigste was ich je gelernt habe (und immer noch vertiefe) ist zu bleiben. In mir bei mir. Bei meiner Wahrheit des Moments in meiner Sicherheit des „okay Gebens“ in vollem Selbstkontakt. Es waren Schlüsselmomente mit zwei Frauen, die mir dies schenkten und damit die Möglichkeit in mir etablierten genauso bedingungslos mit mir da zu sein. Diese Fähigkeit selbst auszubilden hat mein Leben grundlegend verändert, mehr als alles andere. Es ist ein verkörpertes Ja, zu allem was kommen mag. Spürst du die Kraft darin?

 

An dieser Stelle erneut eine Atempause und mein Innehalten, das deines einlädt…

Und dann ein Exkurs zur vorgeburtlichen Zeit. Letztes Jahr klopfte mein Embryo immer wieder an mit der Bitte um gesehen, gefühlt und angenommen werden. Diese Schichten sind deutlich tiefer im Unbewussten als es das heimholen der „inneren Kinder“ erschließen lässt. Anfang dieses Jahres habe ich mir dazu ein Aufstellungswochenende gegönnt. Und in der Integrationszeit danach wird mir erneut bewusst, dass es nicht darum geht irgendwen oder was ins Licht zu schicken, sondern fühlend zu sich zu nehmen und dabei die Bewusstheit zu erweitern. In wie vielen Themen die vorgeburtlichen Traumatisierungen und Verletzungen aufscheinen ist verblüffend und eröffnet ein weites Feld für Selbstmitgefühl und Rückverbindung.

In der Gebärmutter ist es total intim, eine enorme Vertrautheit und untrennbare Verbundenheit (viel mehr als zur Mutter) unter Mehrlingen. Ein alleine gezeugtes Wesen kennt diese Innigkeit gar nicht und dann gehen die weg, dann ist da der Tod (Leichenvergiftung) und die permanente Todesangst (die Mutter reduziert die Versorgung über Nabelschnur). Da wurden Todeskämpfe (bin ich die Nächste) ausgestanden und die Botschaft „wenn die Mutter weiß, da ist noch jemand, dann werde ich umgebracht“ legte das „Verstecken“ als Schutzmuster tief in die Zellen. Daraus resultiert das „ich will nicht, dass jemand mitkriegt, dass ich überhaupt da bin“, weil das könnte mich das Leben kosten.

Es ist das grausamster Verlusterleben das menschenmöglich ist. Alleingeborene Mehrlinge haben die selben Symptome wie Kriegsveteranen und Holocaustüberlebende. Auch das Thema mit Essen (meine Magersucht im jungen Erwachsenenalter) wurzelt dort, weil das was nährte gleichzeitig vergiftet hat. Die Information über die Nabelschnur war Gift pur (ich will dich nicht, du bekommst möglichst wenig, sei besser weg). Genauso die Tendenz zur Sucht als Suche nach etwas, dass den unglaublichen Schmerz des Verlustes der Einheit lindert. Ebenso die Schlafstörungen aus der unbewusst panischen Angst, dass etwas passiert, wenn ich schlafe.

Der Eigenschutz ist unterentwickelt, weil ein Teil embryonal hängen geblieben ist. Es konnte sich aus all den Begrenzungen und Schmerz kein „ich darf…“ Raum haben, Grenzen setzen, Liebe ohne Angst empfangen und Zuwendung erhalten entwickeln. Ich kenne das so gut dieses „ich darf ja gar nichts, ich muss mit dem zufrieden sein was da ist, immer schön demütig sein, es reicht schon ganz wenig“. Das zunehmend erkennen, verorten und mich wachsen lassen macht mich neugierig. Mein Leben, meine Impulse, mein Seelendrang darf entstehen und sich ausleben. Ich merke immer feiner, wenn der Embryo in mir wirkt, halte die Impulse und beruhige die alten Gefühle. Jetzt ergeben auch die „grundlosen“ Schuldgefühle zu existieren Sinn. Mein Embryo fühlte sich als das Letzte und schuldig für den Weggang zweier Wesen. Weil in dem frühen Moment kann das nur als „nein zu sich“ ausgelegt werden.

Und gleichzeitig bildete sich damals die Fähigkeit zutiefst zu lieben. Aus dieser größtmögliche Liebeserfahrung in absoluter Geborgenheit und sicherster Nähe kommt all mein Sehnen seither. Der Zwillingsverlust (bei mir eine eineiige Schwester schon nach wenigen Wochen und einen Bruder nach wenigen Monaten) macht eine Trauer und Einsamkeit, die das ganze Leben da ist selbst unter Menschen. Auch die Ambivalenz von Näheerleben, da innigste Nähe mit Verlust gekoppelt wurde und mit jeder Ablehnung die vernichtenden Gefühle hochkommen „sie/er kommt nicht mehr“. Wenn dass dann heute wieder aktiviert ist wie derzeit, brauche ich alle meine Kräfte um weiterzuleben.

 

Atem, Hand, Herz, Selbstkontakt und wieder anschließen im Textgeschehen…

Das sind so mutige Prozesse, die ich derzeit beschreite und durchruhe. Alle Strategien die aus den Traumata entstanden sind gehen und die Identitäten, die überleben ließen sterben. Die tiefsten Tiefen in die ich schaue und mich ab und zu auch genau dort finden und sehen lasse. Es ist eine Verantwortung, die ich trage, wem ich in die Augen schaue und zu wem ich wahrhaftig und roh spreche. Ich wähle bewusst sehr wenige und ansonsten ist es besser alleine zu sein.

Ja echte Nähe war und ist mein Herzenswunsch den mir kaum jemand erlebbar machen kann, weil wir nicht gelernt haben, dass es sicher ist, gesehen und gefühlt zu sein in allem, vor allem von uns Selbst. Es fehlte das Ruhen. In dem sich der Körper in die tiefe Verbindung hinein entspannen lernt. Nicht die Erfahrung managen oder am Prozess arbeiten, sondern empfangen. Die Nähe empfangen. Solange der Körper die Nähe als Gefahr wertet, werden wir immer wieder kurz vor dem Punkt gehen, worauf die Sehnsucht hinweist. Wir missverstehen die Umstände. Werten das Unbehagen als Zeichen, dass Weggehen die richtige Lösung sei.

Echte Freiheit hängt mit der Fähigkeit zusammen alle inneren Sicherheiten sterben zu lassen (ohne daraus ein neues spirituelles Ego zu bauen). An dieser Stelle sei das spirituelle Bypassing erwähnt, weil so oft der Schutz und die Vermeidung des Eigentlichen. Viele spirituelle Narrative sind keine bewussten Täuschungen, sondern unbewusste Abwehrmuster. Sie wirken wie psychische Schmerzmittel: Karma statt Konfrontation, Licht statt Erinnerung, Vergebung statt Grenzsetzung, Alles geschieht aus einem Grund“ statt „Mir wurde Unrecht getan“, Ich habe es mir ausgesucht“ statt „Ich wurde verletzt“, Ich muss höher schwingen“ statt „Ich brauche Halt“. Das Problem ist nicht Spiritualität. Das Problem ist ihre Funktion: Sie ersetzt Kontakt durch Bedeutung, und Integration durch Selbst-Erhöhung. Traumapsychologisch ist das nichts anderes als eine spirituell verkleidete Überlebensstruktur. Nicht Spiritualität ist das Problem, sondern wenn sie den Platz einnimmt, an dem eigentlich die traumatische Wahrheit gefühlt werden müsste.

Die Umkehrung ist die eigenen lebendige Erlösung: Den Bindungsschmerz fühlen und nicht mit kosmischer Liebe überdecken, kosmische Liebe statt Bindungsschmerz, anzuerkennen wie alleine ich war und das nicht als „Führung“ schönzureden; Ohnmacht erlauben statt ins Licht zu flüchten; spürend berührbar erinnern und selbst im hier und jetzt Halt etablieren statt die Ursachen verschleiern und mildern mit spirituellen Praktiken; Orientierung und Präsenz statt Bindungen (genauer Bindungskontrolle); und die Erlaubnis das Wahrheit Verlust und Minderung mit sich bringt. Gesunde Spiritualität flieht nicht aus der Wirklichkeit. Sie bringt uns dorthin zurück. Nicht in den Himmel. Sondern auf den Boden der Realität. Spiritualität wird dann reif, wenn sie nicht als Ersatz für Integration dient, sondern als Begleiterin von Wahrheit.

Es ist hier und jetzt okay mich eingehen zu lassen. Und es ist so viel schwerer das ich loszulassen als physisch zu sterben, weil sich dieses Sterben im Leben nicht darum kümmert, ob und wie es weitergeht. Dasein ohne Wunsch, ohne Erwartungen, im vollen Vertrauen. Sterben in aller Ruhe, nicht ausgeliefert in Not, sondern bewusst hingegeben. Mit dem Geschmack von Jesus Worten „Vater in deine Hände empfehle ich meinen Geist.“.

 

Danke für mein wahrhaftiges Sterben.

Danke für den Tod jedes schmerzend verlogenen Scheines.

Alles Wesentliche wird auf dem Weg durch den Schmerz freigeschaltet und das Unwesentliche fällt weg.

Ohne Lichtflucht und Selbstoptimierung zeigt sich tiefe wahre satte nackte Präsenz.

Das Ablegen dürfen aller Oberflächen, Rollen, Masken, Egokisten, Charisma, Magie.

Angekommen in meiner Tiefe, wo es nur noch echt ist, erlebe ich den Segen des Seins.

 

Alles kann alles sein. Krankheit kann ein Öffner sein. Gesundheit kann ein Schleier sein. Tod kann eine Geburt sein. Und Leben eine Prüfung. Jemand im Sterben kann freier sein als jemand im perfekten Körper. Jemand im Schmerz kann klarer sehen als jemand im Licht. Jemand, der kaum stehen kann, kann innerlich weiter gereist sein als jemand, der Marathon läuft. Der Wert liegt nicht im Zustand sondern im Bewusstsein, mit dem wir ihn durchschreiten.

 

Der Tod als Rückkehr in die Liebe.

Sterben ist eine Rückbewegung in dieses Urfeld.

Eine Heimkehr in die Dunkelheit, die uns gebiert und wieder aufnimmt.

Eine Rückkehr in die Liebe, die nichts fordert, nichts beurteilt, sondern einfach ist.

Tod ist der Weg, der alles Unwahre abfallen lässt,

damit das Wesentliche, das Ewige, das Liebevolle bleibt.

 

Ich machs wie Gott und werde bewusst zutiefst Mensch.

Die innere Quelle als Führungsprinzip.

Die Liebe ist mein Halt.

Danke für die Hingabe, die geschieht.

Hingabe ist eine Kernschmelze des Ego-Geist-Konstrukts ins Herz.

Wenn ich etwas hinterlasse, dann Hingabe ans eigene Herz.

 

Aus der Wahrheit zu lieben ist mein Leben.

Das Herz kennt die Richtung.

Dem Weg der Liebe folgen wohin auch immer.

 

Meine Treue gilt der Liebe selbst.

Liebe zum Ganzen, statt nur zum „Guten“.

Liebe mit eigenem Schwert.

Liebe die meiner Realität und Würde schützt.

 

Herz, Herz, Herz, Herzwärts.

Herz in Herz

Herz an Herz

Ich liebe mit allen Fasern meines Herzens.

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